Nahrungsmittel: Neuer Nestlé-Chef krempelt Konzernführung um und kappt Prognose
Der neue Nestlé-Konzernchef Laurent Freixe baut die Führung des Nahrungsmittelriesen um und muss gleichzeitig die Jahresziele senken. Die bisher separaten Regionen Lateinamerika und Nordamerika würden zur Zone Nord- und Südamerika zusammengeführt, wie das Schweizer Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Leitung des Bereichs werde vom bisherigen Nordamerika-Chef Steve Presley übernommen. Das China-Geschäft werde Teil der Zone Asien, Ozeanien und Afrika.
Die Konzernleitung dampft Freixe zum neuen Jahr auf 13 von gegenwärtig 15 Mitgliedern ein. „Mit dieser Neuaufstellung werden alle Schlüsseleinheiten, welche unsere Finanzergebnisse und unseren unternehmerischen Wandel befördern, nun direkt an mich berichten“, erklärte der Franzose. „Dies wird von entscheidender Bedeutung sein, da wir uns jetzt noch stärker auf Konsumenten und Kunden ausrichten, das Investment in unsere Marken und Innovation wieder hochfahren, um Marktanteile zu gewinnen und unser Wachstum zu beschleunigen.“
Außerdem schraubt der Konzern erneut seine Prognose zurück. Für das laufende Geschäftsjahr sei nun ein organisches Wachstum von rund zwei Prozent geplant, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte. Im Juli hatte der Schweizer Konzern die Prognose bereits auf mindestens drei (zuvor vier) Prozent eingedampft. Rund einen Monat später wurde Konzernchef Mark Schneider durch den Firmenveteranen Laurent Freixe ersetzt.
In den ersten neun Monaten 2024 erwirtschaftete Nestlé einen Umsatz von 67,2 Milliarden Franken. Aus eigener Kraft wuchs das Unternehmen aus Vevey am Genfersee damit um 2,0 Prozent. Analysten hatten einer vom Unternehmen selbst erhobenen Umfrage zufolge einen Umsatz von 67,6 Milliarden Franken und ein organisches Wachstum von 2,5 Prozent geschätzt.