Ortstermin mit den HBC-Managern Kaufhofs Zukunft entscheidet sich in der Damenschuhabteilung

Einen Tag nachdem bekannt wurde, dass Kauhof-Chef van den Bossche das Unternehmen verlässt, dreht sich in Düsseldorf alles um die Zukunft von Kaufhof und den Start einer neuen Outlet-Kette.

Kaufhof Quelle: dpa

Die Zukunft von Galeria  Kaufhof liegt unter der Erde zwischen Pumps und Ballerinas. Im ersten Untergeschoss der Düsseldorfer Kaufhof-Filiale steht Richard Baker, Verwaltungsratschef des Mutterkonzerns HBC, und erklärt das neue Konzept für die deutsche Kaufhauskette.

Man wolle mehr Wert auf weitläufige Verkaufsflächen und eine ansprechendere Produktpräsentation legen. Exemplarisch dafür sieht Baker die Damenschuhabteilung im Düsseldorfer Kaufhof. Hier sei die Präsentationsfläche verdreifacht worden. Gleichzeitig werde das Angebot in diesem Bereich erweitert, aber ohne teurere Modelle in die Läden zu bringen.

Neben Baker steht Vorstandschef Jerry Storch und hält sich gekonnt zurück. Auch als die Gruppe weiter unter der Erde in Richtung des Düsseldorfer Carsch-Hauses zieht, das ebenfalls zu Kaufhof gehört. Während Baker mitten in der Haushaltswaren-Abteilung steht und beschreibt, wie „amazing“ alles aussehe, schweigt Storch.

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Über besagter Abteilung soll ein Wachstumsmotor für HBC Europe entstehen. Der kanadische Konzern will seine Outlet-Kette „Saks Off 5th“ nach Deutschland bringen. Neben den oberirdischen Etagen des Carsch-Hauses sollen deutschlandweit noch vier weitere Läden entstehen. In den ehemaligen Sportarena-Filialen in Frankfurt am Main, Heidelberg, Wiesbaden und Stuttgart.

Zusammen mit neuen HBC-Filialen in den Niederlanden sollen diese Maßnahmen den Umsatz von HBC Europe in den kommenden 24 Monaten um 20 Prozent steigen. Kosten lässt sich HBC das 400 Millionen Euro. Auch das verkündet Baker gerne.

Sein Kollege Storch schaltet sich erst so richtig beim anschließenden Pressegespräch ein –und schnell wird klar, wieso er bisher geschwiegen hat. Die Rollen für den Termin scheinen klar verteilt. Während Baker für das Loben zuständig ist, gibt sich Storch kämpferisch.

Zum Beispiel, wenn er auf die Debatte über die Preissetzungspolitik von Kaufhof angesprochen wird. Die war entstanden, nachdem HBC Europe, zu der die deutsche Kaufhauskette gehört, zu Beginn der Woche einen Verlust vermelden musste. Kritiker monierten, das habe mit den wiederkehrenden Sale-Aktionen des Unternehmens zu tun. Jerry Storch, Vorstandschef von HBC, erklärte dazu, es gebe im Unternehmen keine Rabatt-Politik. „Das schlimmste, was sie im Einzelhandel haben können sind alte Produkte in den Regalen. Nach der Übernahme mussten wir die erst einmal loswerden.“

Auf die Möglichkeit eines Verkaufs von Kaufhof angesprochen  gibt sich nicht nur Storch ablehnend. Auch Baker spöttelt geradezu: „Wer sollte uns kaufen und mit welchem Geld?“ Auch der Abbau von Arbeitsplätzen sei für das Unternehmen kein Thema. „Ich gehe eher davon aus, dass wir in den kommenden Jahren mehr Menschen einstellen“, erklärte Storch, „auch wenn wir natürlich immer versuchen effizient zu sein.“

So gerne die beiden allerhand kommentieren, loben und dementieren, so schmallippig geben sie sich bei einem anderen Thema: den Abgang von Kaufhof-Chef Olivier van den Bossche. Der war am Abend  zuvor bekannt geworden. Zu den Gründen schweigen sich die beiden jedoch aus. Lieber loben sie seinen Nachfolger Wolfang Link. Der ist insbesondere Storch gut bekannt. Die beiden arbeiteten bereits beim Spielwarenhändler Toys-R-Us zusammen.  Für Storch erfüllt Link insbesondere ein Kriterium wichtig: „Er ist Deutscher und kennt den Markt. Es ist gut, wenn jemand, der für ein Land zuständig ist, es auch kennt.“

Wenn Link am ersten Mai seinen neuen Job antritt wird er einiges zu tun haben. 20 Prozent Umsatzwachstum erreicht man schließlich nicht allein mit mehr Damenschuhen.

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