Satan wohnt im Legomann Priester erklärt Lego zu Werk des Teufels

Zombies, Vampire, Monster - dieses Spielzeug kommt direkt aus der Hölle. Meint zumindest der polnische Priester Slawomir Kostrzewa, und erklärte Lego kurzerhand zum Werk des Teufels.

Fieser Lego-Bösewicht aus der Hölle: Ein polnischer Priester erklärte die Plastikpüppchen aus der Reihe

"Dunkelheit und die Welt des Todes" - nicht weniger bringt der Spieleklötzchen-Hersteller Lego über die Kinderseelen der Welt. Zumindest, wenn man den Worten von Vater Slawomir Kostrzewa lauscht. Der polnische katholische Geistliche appellierte in einer Predigt an alle Eltern, sich Satan nicht länger zu unterwerfen und auf den Kauf der Spielwaren zu verzichten. Mit der Serie "Monster Fighters", in der es etwa den diabolischen Lord Vampyre zum Gruseln gibt, und einer Serie von kleinen Zombie-Figuren hat der skandinavische Klötzchenbauer nach den Worten Kostrzewas den Schritt auf die dunkle Seite gemacht.

"Freundliche Burschen wurden durch düstere Monster ersetzt. Dieses Spielzeug kann negative Auswirkungen auf Kinder haben", erklärte der Priester. Die Plastikkerle könnten die kindlichen Seelen zerstören und sie auf die dunkle Seite führen. Der Geistliche bemühte in seiner Rede auch eine neuseeländische Studie, die belegt, dass die Gesichtsausdrücke der Lego-Männchen im Laufe der Jahre immer finsterer geworden sind. Dies sei ein Beweis für das Potenzial des Bösen, das den Figuren innewohne.

Warum die Lego-Männchen immer böser gucken
Dieser Lego-Hulk hat ziemlich miese Laune - und damit ist er nicht alleine. Laut einer Studie ist die Spielzeugwelt von Lego brutaler geworden. Wissenschaftler der University of Canterbury im neuseeländischen Christchurch sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Lego-Figuren heute deutlich aggressiver seien als in den 1970er Jahren. Quelle: dpa
Vor allem in den Fantasieserien wird gekämpft und gerettet. In der Ninjago-Welt muss das Land vor dunklen Kräften beschützt werden. Superhelden wie Batman, Spiderman und Wonder Woman duellieren sich mit Bösewichten, in der Star-Wars-Serie kämpfen die guten Jedis gegen die dunkle Seite der Macht. Quelle: dapd
„30 Prozent aller Lego-Sets enthalten eine Art von Waffe“, so das Ergebnis der Studie. In den 1990er-Jahren seien sie noch Attribute für Piraten oder Ritter gewesen. Seit der Einführung der Star-Wars-Serie 1999 seien immer neue dazu gekommen. Auch die Präsentation der Figuren in den Katalogen sei brutaler geworden. Quelle: dpa
Lego weist die Kritik zurück. „Wir sind nicht der Meinung, dass unsere Produkte zu Gewalt auffordern“, sagte Kathrine Bisgaard Vase, die Sprecherin des Konzerns im dänischen Billund. In einigen Legowelten gehe es um Konflikte, und die seien Teil des Alltags der Kinder. Außerdem finde man diese Waffen nur in den Fantasiewelten von Lego. In der alltagsorientierten Serie Lego City trage nicht einmal der Polizist eine Pistole. Beide Serien, Lego City und Ninjago, waren im vergangenen Jahr unter den Top Fünf der Verkäufe. Quelle: dpa
Außerdem finde man diese Waffen nur in den Fantasiewelten von Lego. In der alltagsorientierten Serie Lego City trage nicht einmal der Polizist eine Pistole. Beide Serien, Lego City und Ninjago, waren im vergangenen Jahr unter den Top Fünf der Verkäufe. Welche Auswirkungen Gewalt in Videofilmen und Spielzeugen auf Kinder hat, wollen die neuseeländischen Wissenschaftler nicht bewerten. Sie kommen dennoch zu dem Schluss: „Lego-Produkte sind nicht mehr so unschuldig, wie sie einmal waren.“ Quelle: obs

Die Gesichtsausdrücke der Figuren könne dazu führen, dass die Kinder nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden könnten, fürchtet Vater Kostrzewa. Das fiese Grinsen der Bösewichte lasse es so aussehen, dass die Guten im Kampf leiden und die Bösen Spaß und Befriedigung aus ihren schändlichen Taten ziehen.

Doch auch im katholischen Polen erntet der Priester Kritik für seine Hetzjagd. "Es sind doch nur Klötzchen", sagte die Psychologin Monika Filipowska dem polnischen "Super Express". "Sie mit Satan in Verbindung zu bringen, ist einfach nur falsch." Sie befürchtet, dass Kinder nun Angst vor den Monster-Püppchen bekommen könnten.

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Vater Kostrzewa ist in Sachen Hasstiraden gegen die Spielzeug-Industrie übrigens ein alter Bekannter. Auch "Hello Kitty" und "Mein kleines Pony" mussten sich schon beschuldigen lassen, den Teufel in sich zu tragen - die kleinen Ponys waren gar der "Träger des Todes".

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