Schadstoffe im Sprudel Mineralwasser-Branche greift Stiftung Warentest an

Schadstoffe und Verunreinigungen im Mineralwasser: Die Stiftung Warentest stellte vielen Sprudel-Herstellern ein schlechtes Zeugnis aus. Die Branche wehrt sich gegen die Vorwürfe und prangert nun die Tester an.

Nicht jedes Mineralwasser ist laut Stiftung Warentest zu empfehlen. Quelle: dpa/dpaweb

Pestizide, künstliche Süßstoffe und sogar Rostschutzmittel hat die Stiftung Warentest in deutschen Mineralwässern gefunden. Zehn von 30 getesteten Produkten sind demnach laut einer aktuellen Studie mit den risikoreichen Substanzen verunreinigt.

Die Abbauprodukte von Pestiziden und Rostschutzmittel stammen dabei aus dem Oberflächenwasser. Die Schadstoffe können zum Beispiel von landwirtschaftlichen Flächen nach unten sickern oder über das Abwasser an die unterirdischen Quellen gelangen. Insgesamt halten die Tester nur jede fünfte Wasser-Sorte für "uneingeschränkt empfehlenswert."

Die gefunden Mengen sind laut Stiftung Warentest zwar nicht gesundheitsgefährdend, stellen jedoch die angepriesene Reinheit der Mineralwässer in Frage.

Diese Mineralwassersorten empfiehlt Stiftung Warentest

Den Vorwurf, nicht sauber zu arbeiten, lässt die Branche nicht auf sich sitzen. Im Interview mit dem Deutschlandfunk greift Arno Dopychai vom Verband Deutscher Mineralbrunnen die Stiftung Warentest an. Er wirft ihr falsche Messstandards vor: "Natürliches Mineralwasser muss laut Gesetz aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen stammen und insofern ursprünglich rein sein. Ein Nullstandard, wie Stiftung Warentest es da tut, kann man allerdings nicht anlegen, so wie die Welt heutzutage nun mal ist, und vor allem bei den modernen Untersuchungsmethoden, die bis zu Nanogramm pro Liter, also milliardstel Gramm pro Liter messen."

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Weitere Mängel festgestellt

Im Hinblick auf die Schadstoffwerte bemängelt Verbands-Mann Dopychai weiter, dass es keine einheitlichen gesetzlichen Regelungen gebe, sondern lediglich Orientierungswerte. Einheitliche Grenzwerte müssten aber dringend auf EU-Ebene eingeführt werden, so der Sprecher, damit das Attribut "ursprüngliche Reinheit" überhaupt "handhabbar geregelt" werden könne.

Neben den Verunreinigungen kritisieren die Warentestern auch den Mineralstoffgehalt vieler Sprudel-Sorten: 18 Produkte waren demnach weit von dem erwarteten hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium oder Magnesium entfernt.

Auffällig bei dem Test: Der Preis spielt bei der Qualität offenbar keine Rolle. Die Billig-Produkte von Aldi, Lidl, Netto, Norma oder Penny schnitten besonders gut ab, viele teure Wässer landeten auf den hinteren Plätzen. 

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