1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Handel
  4. Transportweg: Niedrigwasser am Rhein behindert Binnenschifffahrt

TransportwegNiedrigwasser am Rhein behindert Binnenschifffahrt

An der Engstelle Kaub bei Koblenz ist der Pegelstand auf 128 Zentimeter gefallen. Große Containerschiffe müssen ihre Ladung bereits spürbar reduzieren. 28.06.2023 - 16:11 Uhr

Flaches Wasser führt zu Zuschlägen auf die Frachtraten und damit zu höheren Kosten.

Foto: dpa

Das Niedrigwasser auf Deutschlands wichtigster Wasserstraße Rhein behindert den Güterverkehr. „Die Binnenschifffahrt kann aktuell ihre volle Ladekapazität nicht mehr ausnutzen“, sagte der Vorstand der Schifffahrtsgenossenschaft DTG, Roberto Spranzi, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Rohstoffhändler bestätigten, dass die niedrigen Pegelstände südlich von Duisburg und Köln den Verkehr behinderten.

An der Engstelle Kaub bei Koblenz fiel der Pegelstand auf 128 Zentimeter, wie aus Daten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hervorgeht. Bis zum Wochenende könnte er auf etwa 110 Zentimeter sinken, so die Abschätzung der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Hier bedeuten Wasserstände von unter 135 Zentimeter, dass große Containerschiffe ihr Ladung spürbar reduzieren müssen – teils um die Hälfte.

Der Rhein ist ein wichtiger Transportweg für Güter wie Getreide, Kohle, Benzin und Heizöl. Flaches Wasser führt zu Zuschlägen auf die Frachtraten und damit zu höheren Kosten. Der Chemiekonzern BASF – dessen größtes Werk am Stammsitz in Ludwigshafen rund 40 Prozent der Rohstoffe über den Fluss erhält und der das Rheinwasser auch zur Kühlung nutzt – hat sich deshalb nach den Belastungen 2018 mit speziellen Niedrigwasserschiffen gewappnet.

Nach Ansicht von Ökonomen könnte ein länger anhaltendes Niedrigwasser auf dem Rhein die Erholung der heimischen Wirtschaft von der Rezession erschweren. „Sollten die Pegelstände im Jahresverlauf ähnlich niedrig ausfallen wie 2018 oder 2022, würde das die Konjunkturerholung beeinträchtigen“, sagte Ökonom Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters. „Das wäre Gegenwind für die erwartete Erholung nach der technischen Rezession.“

Viele Vorleistungsgüter und Rohstoffe – von Öl- und Chemieprodukten bis hin zu Baustoffen – werden über Binnenwasserstraßen transportiert. Fehlen sie, gerät die Produktion ins Stocken.

Die Binnenschifffahrt hat im vergangenen Jahr auch wegen der Beeinträchtigung durch das Niedrigwasser auf dem Rhein so wenig wie noch nie seit der Wiedervereinigung transportiert. 182 Millionen Tonnen an Gütern wurden auf den Wasserstraßen befördert und damit 6,4 Prozent weniger als 2021, wie das Statistische Bundesamt ermittelte.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick