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Trend-Getränk Tee ist der neue Latte Macchiato

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Exotische Sorten und Biotees werden beliebter

Ein Blick auf die Zahlen verrät, dass gerade Biotees in den letzten Jahren tatsächlich beliebter geworden sind. Während 2003 noch lediglich zwei Prozent der in Deutschland getrunkenen Tees aus biologischem Anbau stammten, hat sich dieser Wert heute verdreifacht.

Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Kaffee wussten
Brasiliens Anbaufläche ist geschrumpft. Von 2 402 993 Hektar im Jahr 1970 auf 2 148 775 Hektar 2011. Dennoch ist es auch weiterhin mit großem Abstand der nach Fläche größte Produzent von Rohkaffee weltweit, es folgten 2011 mit 1293000 Hektar Indonesien und Kolumbien schon nur noch mit weniger als einem Drittel der Fläche Brasiliens, 739 413 Hektar. Quelle: AP
Trinken Sie Ihren Kaffee. Warmhalten ist nämlich schlecht. Der PH-Wert von Kaffee sinkt kontinuierlich. Beträgt er laut eines Versuchs des Westdeutschen Rundfunks zu Beginn noch 5,28, sinkt er nach einer Stunde auf 4,93 und nach drei Stunden auf der Warmhalteplatte nur noch 4,90. Unklar ist, ob das für Röstkaffee ebenso gilt wie für löslichen – fest steht aber, dass aus 100 Kilogramm Kaffeefrüchten 14 Kilo Röstkaffee produziert werden, aber nur neun Kilogramm löslicher Kaffee. Quelle: ZBSP
Eine Tasse Kaffee hat etwa 0,18 Liter Inhalt. Um eine Tasse Kaffee zu produzieren, sind bis zu dem Moment, in dem er getrunken wird, 140 Liter virtuelles Wasser nötig. Der weltweite Kaffeekonsum benötigt eine Wassermenge, die 1,5 mal so hoch ist, wie die Menge, die jährlich den Rhein hinabfließt: 120 Billionen Liter. Wer noch Milch dazu tut: Ein Liter Milch verbraucht 1000 Liter Wasser laut Vereinigung deutscher Gewässerschutz und ein Kilo Zucker 1500 Liter. Quelle: dpa
Reden wir über Geld. Arabica gilt gemeinhin als die wertvollere Sorte im Vergleich zu Robusta. Im Kilo kostet er konventionell und gewaschen mindestens 2,34, Bio-Kaffe hingegen 2,84. Robusta hingegen konventionell 1,76 das Kilo und Bio 2,26. Wer den Robusta jedoch vorschnell als Billigsorte abtut, ignoriert, dass ein Großteil der Espressomischungen für italienische Bars einen guten Prozentsatz Robusta enthält, auch, weil er dann zuverlässiger gelingt. Quelle: dpa
Wer ist Barista-Weltmeister? Welches Land stellt Ende 2013 die durch die „Specialty Coffee Association of Europe“ meisten Barista, die eine Prüfung mit Kaffeewissen und Anwendung ablegen müssen? Richtig. Südkorea. Mit 58. Ach, nicht Italien? Nein, nur 19, da hat Deutschland mit 27 mehr! Platz drei nach Deutschland geht übrigens in die Schweiz mit 24 zertifizierten Baristas. Die USA hat einen – gut, ist ja auch nicht Europa. Quelle: dpa
Dass die Kaffeekultur in den USA nicht allein durch Starbucks geprägt wird, ist jedem Reisenden mit offenen Augen klar. Sie trinken in absoluter Menge auch den meisten. 22 238 000 Säcke a 60 Kilogramm Rohkaffee haben die USA 2012 verbraucht, die Brasilianer kaum weniger mit 20 330 000. Doch dann auf Platz drei: Die Deutschen mit 8 830 Säcken a 60 Kilo. Was aber auch immer auf Madagaskar los ist: Die haben mit 425 Prozent den höchsten Anstieg im Kaffeekonsum zwischen 2000 bis 2012. Quelle: AP
Wer sind diese Menschen? Wo wohnen sie, was tun sie? 0,3 Prozent der Deutschen trinken ein mal pro Monat Kaffee. Ein Prozent immerhin einmal die Woche. Doch die größte Gruppe mit 50,3 sind diejenigen, die täglich mehrfach Kaffee trinken. Quelle: dpa

Oliver Hausmann glaubt, das die wachsende Vielfalt auf dem deutschen Markt für immer mehr Teetrinker sorgen wird: „Früher war es hauptsächlich Schwarz-und Kräutertee, heute werden exotischere Sorten wie Matcha-, Mate -, Chai- oder Oloong-Tees immer beliebter.“  Um neue Teesorten ausfindig zu machen ist Hausmann daher jedes Jahr in bekannten Anbauländern wie Taiwan oder Japan unterwegs.

Wie man guten Tee erkennt?

Doch woran erkennt man einen guten Tee? Hier scheiden sich die Geister: Während Hersteller von klassischen Teebeuteln stets betonen, dass die Größe der Teeblätter keinen Einfluss auf die Qualität habe, schwören viele Teefanatiker auf lose Blätter. „Sie sollten die Blattstruktur erkennen können, außerdem ist der Geruch ein entscheidender Faktor um die Teequalität beurteilen zu können“, erklärt Hausmann.

Ebenso wichtig sei es, den Tee in einem Sieb aufzugießen,  damit er genug Platz zum aufquellen habe. Wer trotz aller Vorbehalte beim Teegenuss dennoch nicht auf die Vorzüge eines Teebeutels verzichten wolle, dem empfiehlt Patrick Ulmer von 5Cups die moderne Variante des Teebeutels, der die Form einer Pyramide hat.

Tee geht nicht nur heiß

Bei all der Uneinigkeit über die Zubereitung von Tee, sind sich die Experten in einer Sache einig: Tee ist nicht nur gesünder als Kaffee, er hält auch besser und länger wach: „Kaffee reißt einen förmlich aus der Müdigkeit, lässt einen aber genauso schnell wieder fallen. Tee hingegen nimmt einen langsam in den Arm, weckt auf und hält einen dort lange fit“, schwärmt Patrick Ulmer. Dabei müsse Tee noch nicht einmal heiß getrunken werden.

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So bieten Unternehmen wie Teekanne spezielle Mischungen an, die mit kaltem Wasser aufgegossen werden und so einen Eistee ergeben. „Es gibt mittlerweile auch Barkeeper die Cocktails mit Tee mischen oder Bars, in denen man sogenannte Teeshots bestellen kann“, erläutert Patrick Ulmer weitere Zubereitungsmöglichkeiten. Teeshots seien kleine Aufgüsse, bei denen der Tee in einer Espressomaschine zubereitet wird. „Mit Tee kann man einfach so viel mehr machen als mit Kaffee“, freut sich Ulmer.

Wird also der Tee den Kaffee hierzulande bald ablösen? So weit ist es noch nicht, dessen ist man sich bei allem Enthusiasmus einig. „Ich glaube aber, dass es immer mehr Mischtrinker gibt und geben wird, die neben Kaffee auch gerne Tee trinken“, erklärt Oliver Hausmann.

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