Überhöhter Bleigehalt Nestlé India nimmt Instantnudeln aus Regalen

Mehrere indische Bundesstaaten hatten den Verkauf von Maggi-Tütensuppen gestoppt: Bei Labortests wurden giftige Schwermetalle gefunden. Daraufhin zog Nestlé India die Konsequenzen - und die Instantnudeln aus dem Verkehr.

Nestlé lotet Verkauf von Tiefkühl-Sparte aus
Davigel vor Verkauf?Drei mit der Situation vertrauten Personen zufolge lotet Nestlé einen Verkauf der Tochter Davigel aus. Der Hersteller von Tiefkühlkost für Restaurants und Krankenhäuser dürfte den Insidern zufolge rund 300 Millionen Euro wert sein. Mögliche Käufer seien die Nahrungsmitteldienstleister Brake Brothers, Booker Group und Sodexho sowie Finanzinvestoren. Offensichtliche Kandidaten sind einem der Insider zufolge Bain sowie Clayton, Dubilier & Ric , weil beide in der Vergangenheit in die Branche investiert hätten. Im Oktober hatte Nestle-Chef Paul Bulcke schwächelnde Geschäftsbereiche mit dem Schlagwort "in Ordnung bringen oder verkaufen" zur Disposition gestellt. Kurz darauf gaben die Schweizer den größten Teil der kränkelnden Diätsparte Jenny Craig an den US-Finanzinvestor North Castle Partners ab. Das US-Tiefkühl-Pasta-Geschäft ging im Januar an Brynwood Partners. Am 3. Februar 2014 meldete Nestle den Verkauf des Energieriegel-Herstellers PowerBar an die amerikanische Post Holdings. Analystenschätzungen zufolge könnte Nestle Geschäfte im Umfang von fünf bis 15 Milliarden Franken Umsatz abgeben. An der Börse wird gerätselt, ob sich Nestle auch von ihrer 30-Prozent-Beteiligung an dem französischen Kosmetikkonzern L'Oreal trennen könnte. Nestlé zählt zu den größten Nahrungsmittelkonzernen der Welt. Seinen Ursprung hat das Unternehmen 1843. Wie alles begann... Quelle: Screenshot
Nestlé-Logo Quelle: dpa
Screenshot eines Bildes auf der Flickr-Seite Quelle: Screenshot
Historische Maggi-Reklame Quelle: dpa
Kosmetik von L´Oreal Quelle: REUTERS
Nespresso-Kapseln Quelle: dpa
Schweizer Börse Quelle: REUTERS
Perrier-Flaschen Quelle: Reuters
Katzenfutter von Nestlé und Purina Quelle: AP
Mövenpick-Eiscreme-Verpackung Quelle: PR Nestlé unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode
Wagner-Pizza Quelle: dpa
Jenny-Craig-Filiale Quelle: PR Nestlé unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode
Ein Baby wird gefüttert Quelle: dpa
Paul Bulcke Quelle: REUTERS
Süßigkeiten von Hsu Fu Chi Quelle: dpa
Pizer-Logo Quelle: REUTERS
Special T Quelle: PR Nestlé unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode

Nestlé India nimmt Maggi-Instantnudeln wegen angeblich überhöhten Bleigehalts von den Ladenregalen auf dem Subkontinent. Das Vertrauen der Verbraucher und die Sicherheit der Produkte habe oberste Priorität, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Sobald die Lage es wieder zulasse, würden die Nudeln aber ins Sortiment indischer Geschäfte zurückkehren.

Damit zog die Tochter des Schweizer Nestlé-Konzerns die Konsequenz aus dem Verkaufsstopp oder verschärften Tests der Produkte, die in mehreren indischen Bundesstaaten angeordnet wurden.

Zwar betonte Nestlé India erneut, dass die Maggi-Instantnudeln total sicher seien und sich seit mehr als 30 Jahren in Indien bewährt hätten. Doch hatten Labortests nach offiziellen Angaben ergeben, dass gesetzlich vorgeschriebene Werte des giftigen Bleis wie auch des Geschmacksverstärkers MSG überschritten waren. Der Verkauf der bei vielen Indern beliebten Maggi-Instantnudeln ging daraufhin zurück. Übermäßige Bleieinnahme kann Schäden an Nieren, Knochen und am Nervensystem verursachen.

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Nach Angaben der Stadtregierung von Delhi wurden 13 Maggi-Nudelproben getestet und bei zehn davon überhöhte Werte des Schwermetalls festgestellt. Der Verkauf der Maggi-Nudeln wurde in allen staatlich betriebenen Geschäften in der indischen Hauptstadt verboten.

Maggi-Nudeln sind besonders bei Schülern und Studenten beliebt. In Indien sind sie für Nestlé ein Verkaufsschlager. Jährlich brachten sie rund 15 Milliarden Rupien (etwa 213 Millionen Euro) ein.

Wegen des Nudelproblems bereitet die indische Regierung ein neues Gesetz für Fälle vor, in denen Verbraucher essenzieller Güter und Lebensmittel durch falsche Informationen irregeführt werden. Firmen und Einzelpersonen könnten künftig strafrechtlich verfolgt werden, bei Verstößen sind bis zu lebenslange Haft angedacht.

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