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Üppiges Weihnachtsgeschäft Wo die Deutschen Geschenke kaufen

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Das Weihnachtsgeschäft als Jobmaschine

Deutsche wollen wieder mehr für Geschenke ausgeben
Mehr Geld für GeschenkeDer schwelenden Eurokrise und den verhaltenen Konjunkturaussichten zum Trotz: Die Deutschen wollen in diesem Jahr wieder deutlich mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben als im Vorjahr - nämlich 17 Euro bzw. 8 Prozent mehr als 2011. Das durchschnittliche Weihnachtsbudget von 230 Euro liegt zwar weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2007, erreicht aber fast wieder das Niveau von 2010 (233 Euro). Quelle: Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter 2.000 Verbrauchern in Deutschland. Quelle: dpa
Hessen machen die größten GeschenkeBesonders spendabel sind die Hessen, die durchschnittlich 254 Euro für Geschenke ausgeben wollen. In Baden-Württemberg ist man zurückhaltender. Die Schwaben planen 211 Euro für Weihnachtsgeschenke ein. Dazwischen reihen sich die Bewohner von NRW mit 229 Euro; Bayern mit 224 Euro und Niedersachsen mit 218 Euro. Der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland ist mit vier Euro auf demselben Niveau wie im Vorjahr (West 231 Euro - Ost 227 Euro). Quelle: dpa
Qualität schlägt NachhaltigkeitBeim Weihnachtsbummel achten die Verbraucher vor allem auf Qualität (81 Prozent) und Funktionalität (69 Prozent). Auch originelle Ideen sind sehr gerne gesehen (46 Prozent). Nachhaltigkeit hat gegenüber dem Vorjahr an Bedeutung verloren. Auf die Herkunft eines Produktes achten aktuell 41 Prozent der Befragten, 43 Prozent waren es im Vorjahr. Umweltschutz ist nur noch für 39 Prozent der Verbraucher beim Geschenkkauf wichtig, 2011 lag der Anteil bei 45 Prozent. Und auf Gütesiegel achten nur noch 39 Prozent (Vorjahr: 46 Prozent). Quelle: dpa
Die Top 3: Gutscheine, Bücher, KleidungErstmals führen Geldgeschenke und Gutscheine das Ranking der beliebtesten Geschenke an: 60 Prozent der Befragten wollen Bares oder Gutscheine verschenken (Vorjahr: 53 Prozent). Im Durchschnitt veranschlagen die Deutschen dafür 50 Euro, 10 Euro mehr als im Vorjahr. Auch Bücher sind besonders beliebte Präsente: 57 Prozent der Befragten planen Buchgeschenke. Die Ausgaben dafür sind allerdings leicht rückläufig: Statt 26 Euro sollen nun nur noch 24 Euro in Bücher investiert werden. Auch Kleidung und Süßigkeiten (46 beziehungsweise 42 Prozent) landen häufig unter dem Tannenbaum. Quelle: dpa
Fachhandel profitiert - Kaufhäuser verlierenIhre Geschenke wollen die Deutschen in erster Linie in spezialisierten Fachgeschäften beziehungsweise in großen Fachmärkten kaufen. Im Durchschnitt lassen sie über die Hälfte ihres Weihnachts-Budgets im Fachhandel: 52 Prozent beziehungsweise 118 Euro. Im Vorjahr waren es lediglich 100 Euro. Weitere 20 Prozent der Weihnachtsausgaben landen bei Kaufhäusern, 19 Prozent im Online-Handel. Die Kaufhäuser müssen dabei einen leichten Rückgang von 50 Euro im Vorjahr auf 46 Euro im Jahr 2012 verkraften. Beim Online-Handel hingegen geht es weiter aufwärts: von 40 Euro auf aktuell 44 Euro. Quelle: dapd
Last-Minute-Shopping hat KonjunkturMehr als die Hälfte der Verbraucher (56 Prozent) kauft die Weihnachtsgeschenke relativ kurzfristig im Dezember – jeder fünfte sogar in den beiden Wochen vor Weihnachten. Immerhin 44 Prozent der Konsumenten kaufen hingegen ihre Geschenke bereits im November oder noch früher. Quelle: Fotolia

Doch es zeichnen sich Verschiebungen ab. Für Unterhaltungselektronik sehen die Händler beispielsweise gute Absatzchancen wie aus dem Handelsbarometer der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht. Besonders Smartphones und Tablet-Computer dürften in diesem Jahr gefragt sein – die Palette ist riesig, die Branche investiert massiv in Werbung. Kaffeeautomaten sind weiterhin ein beliebtes Geschenk.

Auch Spielzeug und Schmuck versprechen bessere Geschäfte. Dänische Medien berichten, dass die Spielklötze von Lego knapp werden könnten. Dagegen dürfte der Absatz von Büchern, Schreibwaren und Haushaltswaren tendenziell sinken, selbst wenn Druckwerke nicht vom Gabentisch wegzudenken sind. Auch die Bekleidungshändler schauen eher verhalten aufs Weihnachtsgeschäft.

Gerade Spielzeug mit Elektronik ist im Trend, wie Stefan Hertel vom HDE berichtet. So gebe es Kuscheltiere mit Robotik, etwa eine Katze – wenn man sie streichelt, schnurrt sie. Neue Modelleisenbahnen, die weniger Kabel brauchen, seien ebenso angesagt wie ferngesteuerte Hubschrauber. Außerdem gebe es Tablet-Computer mit Stift und Lernanwendungen für Kinder.

In den Kaufhäusern und Fachgeschäften ist es unübersehbar: Am liebsten kaufen die Menschen in Deutschland im stationären Handel ein. Doch wer das Gedränge vermeiden will, bekommt so ziemlich alle Geschenke auch im Netz. Der Online-Handel dürfte im Weihnachtsgeschäft nach Einschätzung des HDE immerhin 7,4 Milliarden Euro Umsatz machen.

Das Geld fließt nicht nur in die Kasse von Amazon: Der Trend geht zum „Multi Channel“-Ansatz. Die Händler wollen auf allen Kanälen erreichbar sein, ob im Laden, im Netz oder über mobile Geräte. So manches Unternehmen legt deswegen auch einen Gutschein für den Online-Shop in die Tüte.

Das Weihnachtsgeschäft ist eine Jobmaschine. Jeder vierte Einzelhändler will zusätzliches Personal einstellen, wie eine Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zeigt. Der Verband rechnet im November und Dezember mit rund 30.000 zusätzlichen Stellen. Allerdings dürfte es sich bei einem großen Teil um Aushilfen handeln, nicht um sozialversicherungspflichtige Jobs.

Für den Handel endet die Weihnachtszeit übrigens nicht mit dem Heiligen Abend: Die Tage nach dem Fest gelten in der Branche als „fünfter Advent“. Die Läden werden dann noch einmal voll, weil viele Beschenkte ihre Gutscheine und Geldgeschenke umsetzen. Das könnte sich für den Handel in diesem Jahr besonders lohnen – Bares steht in diesem Jahr auf den Wunschzetteln schließlich ganz oben. 

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