WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Autozulieferer Continental für Schulterschluss der Autobranche bei Software

Der Autozulieferer spricht sich für Kooperationen im Bereich Software in der Autobranche aus. BMW und Volkswagen haben sich bereits offen für solche Kooperationen gezeigt.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der Autozulieferer zählt sich mit 17.000 IT-Software-Experten zu den führenden Software-Unternehmen der Autoindustrie. Quelle: dpa

Der Autozulieferer Continental spricht sich angesichts der fortschreitenden Digitalisierung der Fahrzeuge für eine engere Zusammenarbeit der Autobranche aus. Die Komplexität steige so rasant, dass kein Unternehmen die Herausforderungen allein bewältigen könne, sagte Konzernchef Nikolai Setzer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagausgabe). „Wir müssen die Kräfte bündeln, die Anstrengungen orchestrieren.“ BMW und Volkswagen haben sich bereits offen für solche Kooperationen gezeigt. Entscheidend sei, dass sich die hiesige Autoindustrie im Geschäft mit Software und Daten nicht komplett abhängig mache von Tech-Konzernen aus den USA und China, hatte BMW-Chef Oliver Zipse vor Kurzem dem „Spiegel“ gesagt.

Ähnlich hatte Volkswagen-Chef Herbert Diess argumentiert. Die Konzerne unterscheiden sich allerdings darin, wie weit eine solche Kooperation gehen soll. Im Kern geht es darum, ob ein Betriebssystem für Autos gemeinsam entwickelt werden soll, oder ein Unternehmen seine Plattform mit anderen teilt und dafür Lizenzgebühren kassiert.

Setzer sagte, es sei klar, dass die Autobauer den Fokus auf Software für Infotainment oder automatisiertes Fahren legten, um sich voneinander abzugrenzen. Solche Anwendungen seien künftig kaufentscheidend. Auch Continental entwickele solche Funktionen. Gleichzeitig gebe es aber einen großen Teil an Software, die für den komfortablen und sicheren Betrieb der Fahrzeuge elementar seien. Dazu gehörten Betriebssysteme und darauf aufbauende Basisfunktionen. Zusammen mit den dafür erforderlichen Rechnern bildeten sie das zentrale Nervensystem künftiger Fahrzeuge. Hier sei entscheidend, über möglichst viele Fahrzeuge verschiedener Hersteller hinweg Kostenvorteile durch Standardisierung und Skalierung zu erzielen.

Der Wert von Software werde sich in den kommenden Jahren vervielfachen, sagte Setzer. Marktexperten gingen von einem Zuwachs im laufenden Jahrzehnt von 800 auf 2400 Euro pro Fahrzeug aus. 90 Prozent der Innovationen kämen künftig aus der Software. „Das ist ein großes Potenzial, aber auch eine Herausforderung, die im Alleingang nicht zu bewältigen ist.“ Continental zählt sich mit 17.000 IT-Software-Experten zu den führenden Software-Unternehmen der Autoindustrie.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bei seinem Sparprogramm sieht sich der Dax-Konzern aus Hannover unterdessen auf Kurs. „Wir haben bereits ein Viertel der 23.000 Stellen, die wir bis 2029 global verändern wollen, umgesetzt“, sagte Setzer der „FAZ“. Weitere Einsparungen stünden nicht auf der Tagesordnung: „Unsere Planungen sind langfristig und umfassend, daher gehen wir davon aus, dass die entschiedenen Maßnahmen ausreichen werden.“ Mit der globalen Autoproduktion sollte es nächstes Jahr laut Marktexperten wieder bergauf gehen. Das Niveau vor Ausbruch des Coronavirus könnte voraussichtlich 2023 und 2024 erreicht werden, sagte Setzer.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%