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Autozulieferer Continental gerät in Chinas Streit mit Litauen offenbar zwischen die Fronten

Der Dax-Konzern ist laut einem Bericht von der Volksrepublik aufgefordert worden, die Verwendung von in dem EU-Land Litauen hergestellten Bauteilen einzustellen. Quelle: imago images/Schöning

Peking kritisiert das baltische Land wegen seiner Haltung zu Taiwan. Nun erhöht China laut einem Bericht auch den Druck auf multinationale Konzerne. Continental soll nun zur Taiwan-Frage Stellung beziehen.

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Der Autozulieferer Continental wird Insidern zufolge in Chinas Streit mit Litauen in der Taiwan-Frage hineingezogen. Der Konzern aus Hannover sei von der Volksrepublik aufgefordert worden, die Verwendung von in dem EU-Land Litauen hergestellten Bauteilen einzustellen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. „Continental bekommt drohende Signale, dass Lieferungen aus der litauischen Fabrik nach China nicht mehr erlaubt werden“, sagte einer der Insider.

Der weltweit drittgrößte Autozulieferer, der in seinem Werk in Kaunas 100 Kilometer westlich der litauischen Hauptstadt Vilnius elektronische Komponenten herstellt, wollte sich mit Verweis auf die politisch angespannte Lage nicht äußern.

Das chinesische Außenministerium dementierte, Druck auf multinationale Konzerne ausgeübt zu haben, in Litauen hergestellte Produkte nicht zu verwenden. Es kritisierte Litauen aber wegen seiner Haltung zu Taiwan. Chinesische Unternehmen betrachteten Litauen nicht als vertrauenswürdigen Partner. Durch die Praxis, Taiwan als eigenständiges Land zu betrachten, mische sich das Land in innere Angelegenheiten ein und verletze Chinas Kerninteressen ernsthaft, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums.

Nach Angaben von litauischen Wirtschaftsverbänden blockiert China die Einfuhr von Waren aus dem Land. Hintergrund ist ein sich verschärfender Streit über die Entscheidung des baltischen Staates, Taiwan die Eröffnung einer De-facto-Botschaft zu erlauben. China betrachtet die Insel als Teil der Volksrepublik.

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    Der chinesische Zoll führe Litauen nicht mehr in seiner Liste der Ursprungsländer auf, hatte der Präsident des Industrieverbandes, Vidmantas Janulevicius, Anfang Dezember beklagt. Daher könnten keine Zollformulare für Ladungen aus Litauen eingereicht werden. China hat bereits seine diplomatischen Beziehungen zu dem baltischen Staat herabgestuft und die konsularischen Dienste dort ausgesetzt, nachdem Mitte November das taiwanische Vertretungsbüro in Litauen eröffnet wurde.

    Mehr zum Thema: Die Spannungen zwischen Taiwan und China sind derzeit groß. Eine militärische Auseinandersetzung bleibt jedoch unwahrscheinlich. Peking braucht das Know-how von der Insel dringend.

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