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Energietechnik-Konzern Siemens Energy kassiert Ergebnisprognose – Probleme bei Gamesa

Erneute Probleme mit der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa durchkreuzen die Gewinnpläne von Siemens Energy. Quelle: REUTERS

Anlaufschwierigkeiten, Lieferprobleme, teure Rohstoffe: Der Windkraftanlagenbauer Siemens Gamesa muss erneut die Prognose senken. Das hat auch Auswirkungen auf die Konzernmutter.

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Siemens Gamesa kämpft weiter mit Problemen beim Geschäft mit Windkraftanlagen an Land. Zudem verhageln hohe Preise für wichtige Rohstoffe wie Stahl oder Kupfer die Bilanz. Das Unternehmen senkte daher zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose. Das schlägt auch auf die Konzernmutter Siemens Energy durch: Der Münchner Konzern musste beim Ergebnisausblick ebenfalls zurückrudern. Die Aktienkurse beider Unternehmen gerieten am Donnerstag unter Druck.

Gamesa musste im dritten Geschäftsquartal (per Ende Juni) überraschend Verluste hinnehmen. In einer Telefonkonferenz am Donnerstag hieß es, dass vor allem das seit längerer Zeit schwächelnde Geschäft an Land (Onshore) belastet habe. So kommt es zu höheren Anlaufkosten für die neue Plattform 5X. Insbesondere Brasilien, das viele Aufträge für die Plattform vergeben hat, ist betroffen. Da es dort wegen der Pandemie auch zu Lieferschwierigkeiten kommt, gibt es weitere Verzögerungen. Brasilien gehört zu den Wachstumsmärkten im Windgeschäft, ebenso wie Indien. Auch dort kämpft Gamesa mit Problemen – die Wende zu schaffen sei „herausfordernd“, sagte Konzernchef Andreas Nauen. Robust läuft dagegen das Geschäft mit Anlagen auf See (Offshore) sowie der Service.

In die leistungsstärkere Turbine 5X hatte Gamesa große Hoffnungen gesetzt und will daran festhalten. Trotz aller Anlaufschwierigkeiten sei sie das richtige Produkt, so Nauen.



Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fuhr Gamesa nach vorläufigen Zahlen einen Verlust von rund 150 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Dabei musste eine Wertminderung auf Aufträge von rund 229 Millionen verbucht werden. Experten hatten hier mit einem Gewinn gerechnet. Angaben zum Nettoergebnis machte Gamesa nicht. Das Unternehmen will den Zwischenbericht am 30. Juli vorlegen.

Für das Geschäftsjahr 2020/21 geht der Konzern im besten Fall von einer schwarzen Null aus. Der Umsatz lag im abgelaufenen Quartal bei rund 2,7 Milliarden Euro und damit im Rahmen der Erwartungen von Experten. Im Geschäftsjahr dürfte er aber nur das untere Ende der Prognose von 10,2 Milliarden bis 10,5 Milliarden Euro erreichen, hieß es. Das Management hatte schon Ende April die Umsatzprognose wegen Verzögerungen bei Projekten gekappt.

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Der Dax-Konzern Siemens Energy, der die Mehrheit an Gamesa hält, musste ebenfalls zurückrudern und geht jetzt davon aus, nicht mehr so profitabel wie erhofft zu sein. Die angepeilte bereinigte Marge vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) von 3 bis 5 Prozent wird demnach nicht erreicht. Der Umsatzausblick, der ein Wachstum von 3 bis 8 Prozent vorsieht, bleibt jedoch unverändert. Siemens Energy verwies darauf, dass für die Sparte Gas & Power mit der Energieerzeugungstechnik der Ausblick bestehen bleibe und sich das Geschäft wie erwartet entwickele.

Mehr zum Thema: Siemens Energy stand zuletzt wegen seiner Geschäfte in Belarus unter Druck. Dabei ist Weißrussland nicht der einzige Absatzmarkt des Konzerns, in dem die Menschenrechtslage problematisch ist.

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