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FamilienunternehmenHeizungsbauer Viessmann vor Verkauf an US-Konzern Carrier Global

Das hessische Familienunternehmen profitiert von der Energiewende. Berichten zufolge soll Viessmann jetzt vom Klimaanlagen-Hersteller Carrier Global übernommen werden. 25.04.2023 - 11:48 Uhr aktualisiert

Der Anbieter von Heizungstechnik und Wärmepumpen hat im abgelaufenen Jahr 2022 vier Milliarden Euro erwirtschaftet.

Foto: Reuters

Das hessische Familienunternehmen Viessmann steht offenbar vor einem milliardenschweren Verkauf in die USA. Der Klimaanlagen-Hersteller Carrier Global aus Florida befinde sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Übernahme des Spezialisten für Heizungen, Klimageräte und Wärmepumpen aus Allendorf an der Eder, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Viessmann werde dabei mit mehr als zwölf Milliarden Dollar (umgerechnet elf Milliarden Euro) einschließlich Schulden bewertet, sagte einer der Insider gegenüber Reuters. Das „Wall Street Journal“ (WSJ) berichtete von rund 13 Milliarden Dollar. Die kleinere Kühltechnik-Sparte sei außen vor, sagte ein anderer Insider. Der Verkauf könne in dieser Woche offiziell werden.

Einem Reuters-Insider zufolge bekommt die Familie den Kaufpreis zum Teil in Aktien, zum Teil in bar. Viessmann wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Carrier war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Börsianer in New York reagierten negativ: Carrier-Aktien fielen um sieben Prozent. Der Konzern ist damit aber immer noch 35 Milliarden Dollar wert.

Viessmann

Hier gerät ein kleines Juwel in amerikanische Hände

Der überraschende Verkauf des Familienunternehmens Viessmann an die Amerikaner von Carrier Global ist ein Fanal für die Umbrüche am Heizungsmarkt – für Viessmann ist er aber fast typisch und folgerichtig.

von Horst von Buttlar

Wärmepumpen gelten gerade in Deutschland als bevorzugte Heizungsform der Zukunft, nachdem die Energiewende nach den Vorstellungen der Bundesregierung das Aus für Gas- und Öl-Heizungen bringen soll.

Das 1917 von Johann Viessmann gegründete Unternehmen hat im vergangenen Jahr den Umsatz nach eigenen Angaben um 19 Prozent auf vier Milliarden Euro gesteigert, gut die Hälfte davon wurde im Ausland erwirtschaftet. Sowohl der Vorstandsvorsitz als auch der Aufsichtsrats-Chefposten sind in Familienhand. Viessmann beschäftigt rund 14.500 Mitarbeiter.

Carrier Global will mit der Übernahme sein Geschäft internationalisieren. Von zuletzt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz kommen bisher 60 Prozent aus Nord- und Südamerika und nur 23 Prozent aus Europa. Das Unternehmen war 2020 entstanden, als der Mischkonzern United Technologies sich in drei Firmen für Flugzeugtechnik (Raytheon), Aufzüge (Otis) und Klimatechnik (Carrier) aufspaltete.

Lesen Sie auch: Warum der Verkauf von Viessmann zwar überrascht, aber fast typisch ist – und folgerichtig

rtr
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