Geobra Brandstätter Zoff um die Betriebsratswahl bei Playmobil

Seit Monaten streitet der Playmobil-Produzent Geobra Brandstätter mit der IG Metall. Das Unternehmen hatte gehofft, mit der Betriebsratswahl kehrt endlich Ruhe ein. Doch während der Wahl entbrennt neuer Ärger.

Mit der Betriebsratswahl beim Playmobil-Produzenten Geobra Brandstätter sollte endlich Ruhe einkehren im Unternehmen. Allerdings ist davon in Zirndorf aktuell nicht viel zu bemerken. Seit dem 28. Juni laufen die Wahlen und gehen noch bis Donnerstagvormittag. Danach sollen die Stimmen öffentlich ausgezählt werden.

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Doch schon während der Wahlen kam es wieder einmal zu Streitigkeiten. Die IG Metall wirft Geobra Brandstätter abermals vor, die Wahl zu beeinflussen. Diesmal geht es um Sicherheitskräfte und firmeninterne Wahlbeobachter, die im Werk von Zirndorf von Geobra Brandstätter eingesetzt worden seien.

Ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber der dpa, die Firmenleitung habe die Wahl weder behindert noch beeinflusst. Die Sicherheitskräfte seien eingesetzt worden, weil es einen Tag vor der Betriebsratswahl zu Auseinandersetzungen zwischen Bewerbern unterschiedlicher Listen gekommen sei. Kandidaten hätten sich gegenseitig mit Gewalt und Strafanzeigen gedroht. Um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, habe die Firmenleitung schließlich einen Sicherheitsdienst angeheuert, so der Firmensprecher weiter.

Die IG Metall berichtete, Abteilungsleiter hätten Mitarbeiter als „Wahlbeobachter“ entsandt. Die Gewerkschaft habe dafür kein Verständnis. Für die ordnungsgemäße Durchführung der Betriebsratswahl sei allein der Wahlvorstand verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung der IG Metall.

Das Ganze ist ein weiteres Kapitel in der seit Monaten laufenden Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft und dem Unternehmen. Grund für die Auseinandersetzung ist die jüngste Betriebsratswahl. Die Gewerkschaft warf Geobra Brandstätter vor, die Kandidatenliste der IG Metall nicht zugelassen zu haben.

Aus Sicht der IG Metall habe das Bundesarbeitsgericht die Wahl deswegen für nichtig erklärt und eine Wiederholung angeordnet. Geobra Brandstätter hält dagegen: Die Wahl wurde für nichtig erklärt, weil die Frist zum Einreichen der Vorschlagslisten zu kurz gewesen sei.

Weiteren Zündstoff brachte im Mai dieses Jahres der Beitritt des Playmobil-Produzenten in den Verband der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Bayern (KVI). Der Arbeitgeberverband schließt Tarifverträge mit der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ab, die wie die IG Metall unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbunds sitzt. Für die IG Metall gibt es also Konkurrenz beim Werben um die Gunst der Mitarbeiter.

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Am 18. Mai dieses Jahres setzten sich Unternehmensvertreter mit den Bezirksleitern von IG Metall und IG BCE zusammen. „Das war der erste Schritt für eine gescheite Zusammenarbeit“, sagte IG-Metall-Vertreter Christian Baeder Anfang Juni gegenüber der WirtschaftsWoche. „Es gibt zwar immer noch unterschiedliche Interessen, aber wir versuchen, an einem Strang zu ziehen.“ Seit dem Gespräch sei es „ruhiger“ geworden im Unternehmen.

Die Ruhe hat scheinbar nicht allzu lange gehalten.

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