Gutachten: Thyssenkrupp gibt Stahltochter Finanzierungsversprechen für zwei Jahre
Ein Stahlarbeiter von Thyssenkrupp arbeitet am Hochofen 8 auf dem Werksgelände.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpaThyssenkrupp hat nach eigenen Angaben durch ein Gutachten einen positiven Ausblick für die krisengeschüttelte Stahlsparte erhalten. Das von der Thyssenkrupp AG und der Tochter Thyssenkrupp Steel Europe AG beauftrage IDW S11-Gutachten sei zu einer positiven Fortführungsprognose für die Stahlsparte des Konzerns gekommen, erklärte das Unternehmen am Sonntag.
Auf dieser Basis habe die Thyssenkrupp AG eine Finanzierungszusage getroffen, die die Liquidität des Stahlgeschäfts in den kommenden zwei Jahren sicherstelle. Damit herrsche nun Klarheit über die Finanzierungssituation des Stahlbereichs. Der Konzern bestätigte damit einen Vorabbericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“.
Das Gutachten ist die Grundlage für die Finanzierung der Stahltochter durch den Mutterkonzern für die nächsten zwölf bis 24 Monate. Es sollte eigentlich schon vor Monaten fertig sein. Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez will die Stahlsparte verselbstständigen und in ein 50:50-Joint-Venture mit der Holding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky führen.
Lopez hatte sich in der Frage der Mitgift mit dem damaligen Stahlchef Bernhard Osburg überworfen, der inzwischen zurückgetreten ist. Die Erkenntnisse des jetzigen Gutachtens sollen in eine breitere Untersuchung einfließen, die im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll.
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