Linde Belloni will Anlagenbau im Konzern halten

Exklusiv
Der Linde-Standort in Leuna Quelle: dpa

Linde-Chef Aldo Belloni ändert seinen Pläne: Anders als bislang vorgehsehen soll die Sparte Anlagenbau nun offenbar doch integrierter Bestandteil des Konzerns bleiben.

Anders als geplant soll die Sparte Anlagenbau nun doch integrierter Bestandteil des Münchner Gasekonzerns bleiben. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen. Bei Verhandlungen über ihre Fusion hatten sich Linde und US-Konkurrent Praxair darauf verständigt, für den Anlagenbau ein Carve out, also eine rechtliche Verselbstständigung, anzustreben. Diese ist auch in der Fusionsvereinbarung festgeschrieben. „Aldo Belloni will den Carve out aber nicht mehr“, heißt es jetzt in Konzernkreisen. Der Linde-Chef versuche, die Sparte im Konzern zu halten.

Der Anlagenbau steuerte 2016 2,35 Milliarden Euro zum Linde-Gesamtumsatz von 17 Milliarden Euro bei. Gegenüber 2015 waren Umsatz und Ergebnis der Sparte um fast zehn Prozent geschrumpft. Die Geschäftszahlen für 2017 wird Linde am 8. März vorlegen. Der Anlagenbau, heißt es in Unternehmenskreisen, habe sich mit dem Ölpreis deutlich erholt.

Linde-Arbeitnehmervertreter wissen von Bellonis Überlegungen, sind aber skeptisch, ob die Sparte langfristig Teil des fusionierten Konzerns bleiben wird. „Vielleicht, so lange Wolfgang Reitzle an Bord ist“, heißt es in Arbeitnehmerkreisen, „aber danach ist die Sparte weg.“ Die Amerikaner schauten vor allem auf die Gewinnmarge, und die werde durch den Anlagenbau nach unten gezogen. Mit dem Gasegeschäft lassen sich generell höhere Margen erzielen als mit dem Anlagenbau. Linde-Chefaufseher Wolfgang Reitzle soll Chairman des fusionierten Unternehmens werden.

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