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MetallindustrieIG Metall bringt 28-Stunden-Woche ins Spiel

Die IG Metall will darüber diskutieren, ob Beschäftigte für einen bestimmten Zeitraum, das Recht bekommen, die Arbeitszeit auf 28 Stunden zu verkürzen. Einen ausreichenden Lohnausgleich müsse es allerdings geben.Bert Losse 23.06.2017 - 08:00 Uhr

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann.

Foto: dpa

Die IG Metall will in der kommenden Tarifrunde nicht nur mehr Geld, sondern auch Änderungen bei der Arbeitszeit für die 3,8 Millionen Beschäftigten der Branche durchsetzen. „Wir brauchen Arbeitszeiten, die sich an den Lebensphasen der Menschen orientieren“, sagte der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann im Interview mit der WirtschaftsWoche. Seine Gewerkschaft diskutiere daher, „ob die Beschäftigten für einen bestimmten Zeitraum das Recht erhalten sollten, für Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen die Arbeitszeit zu verkürzen, etwa von 35 auf 32 oder 28 Stunden. Diese Arbeitszeitverkürzung muss dann auf jeden Fall mit einem ausreichenden Lohnausgleich durch die Arbeitgeber einhergehen.“

Zudem will die IG Metall eine Entlastung für Schichtarbeiter durchsetzen. Diese sollen laut Hofmann die Möglichkeit erhalten, eine Arbeitszeit unterhalb von 35 Stunden zu wählen. Generell fordert der IG-Metall-Chef von den Arbeitgebern mehr Selbstbestimmung der Beschäftigten bei ihrer Arbeitszeit. Hofmann: „Man könnte etwa festschreiben, dass jeder Schichtarbeiter eine bestimmte Zahl von Schichten im Jahr frei wählen kann.“

Hofmann betonte, dass sich die IG Metall in der im Herbst beginnenden Tarifrunde die Arbeitszeitforderungen nicht durch einen höheren Lohnabschluss abkaufen lassen wolle. „Wir wollen qualitative Forderungen durchsetzen, und wir haben eine konjunkturelle Großwetterlage, die nicht für Entgeltzurückhaltung spricht. Insofern sind sowohl spürbare Lohnerhöhungen als auch Arbeitszeitreformen finanzierbar“, sagte er der WirtschaftsWoche. Hofmann deutete an, dass die IG Metall für ihre Arbeitszeitwünsche notfalls streiken werde: „Nach unserer Erfahrung lassen sich die Mitglieder für qualitative Forderungen besonders stark mobilisieren. Da haben sich die Interessen deutlich verändert.“

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