1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Patentstreit Biontech vs. Curevac: Erst kaufen, dann einigen

PatenteBiontech vs. Curevac – erst kaufen, dann einigen

So schnell kann es gehen: Erst kündigt Biontech die Übernahme des Konkurrenten Curevac an, dann einigen sich beide im Patentstreit. Gut so. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Jürgen Salz 08.08.2025 - 11:51 Uhr
Zukunftshoffnung: Im Labor arbeiten sowohl Biontech als auch Curevac an Medikamenten auf mRNA-Basis. Foto: PR

Der Coup ist erst wenige Wochen her: Mitte Juni kündigte Biontech an, den Tübinger Konkurrenten Curevac für gut eine Milliarde Dollar – im Zuge eines Aktientauschs – zu übernehmen. Beide Unternehmen hatten einst während der Coronapandemie einen Impfstoff entwickelt – Biontech war erfolgreich, Curevac scheiterte.

Beide arbeiten mit der mRNA-Technologie: einer Art Bauplan, die im Körper die Abwehr des Immunsystems aktiviert. Offensichtlich ging es Biontech bei der Übernahme jedoch nicht nur um die technologische Zusammenarbeit zweier mRNA-Spezialisten, sondern auch darum, ein ernsthaftes juristisches Problem vom Tisch zu bekommen. Denn Curevac hatte Biontech wegen der Nutzung mehrerer Patente verklagt.

Curevac forscht bereits seit 2000 an mRNA-Präparaten, Biontech stieg erst 2008 ein. Ein langjähriger Rechtsstreit wäre langwierig und womöglich teuer geworden.

Biontech hat Wichtigeres zu tun: Krebs bekämpfen

Noch bevor die Übernahme endgültig vollzogen ist, haben beide Unternehmen Rechtssicherheit geschaffen, wie Curevac am Freitagmorgen mitteilte. Curevac und sein britischer Partner GlaxoSmithKline erhalten von Biontech insgesamt 740 Millionen US-Dollar sowie eine Lizenzgebühr im einstelligen Prozentbereich auf den künftigen Verkaufserlös von Corona-Impfstoffen in den USA. Gleichzeitig schaffen beide Unternehmen einen Rahmen, um auch Patentstreitigkeiten außerhalb der USA beizulegen – so ist unter anderem noch ein Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig.

Biontech

Mehr Umsatz, weniger Verlust – und eine große Hoffnung

Außerdem wird Curevac Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Lizenz erteilen, um bestimmte mRNA-Präparate herzustellen, zu verwenden, in die USA zu importieren und zu verkaufen.

Inwieweit die Details der Einigung sinnvoll sind, darüber mögen sich Juristen den Kopf zerbrechen. Wichtig ist, dass der Rechtsstreit bald vom Tisch ist. Denn Biontech hat Wichtigeres zu tun – nämlich Krebs zu bekämpfen. Dazu gibt es schon einige aussichtsreiche Medikamenten-Kandidaten.

2026 will das Mainzer Biotechunternehmen sein erstes Krebsmedikament auf den Markt bringen. Die Zeit läuft. Ein unkalkulierbarer Rechtsstreit hätte da nur unnötig Management-Kapazität gebunden.

Lesen Sie auch: Big Biontech

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick