Stahlindustrie: Thyssenkrupps Stahlchef: „Erholung ist nicht in Sicht“
Thyssenkrupps Stahlchef Dennis Grimm kündigt einschneidende Veränderungen an.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpaDennis Grimm, neuer Chef der Stahlsparte bei Thyssenkrupp, kündigt härtere Einschnitte an als bisher geplant. „Die aktuelle Marktlage hat sich in den vergangenen Monaten nochmal verschlechtert, und eine Erholung ist leider nicht in Sicht“, sagte Grimm der „WAZ“ (Samstag). Darauf müsse Deutschlands größter Stahlkonzern reagieren. Die Einschnitte könnten deshalb tiefer ausfallen als bisher geplant. Man müsse profitabler werden.
Derzeit werde ein neuer Geschäftsplan erarbeitet, sagte Grimm und bereitet die rund 27.000 Mitarbeiter von Thyssenkrupp Steel Europe auf einen Stellenabbau vor. „Wir können noch nicht genau beziffern, wie viele Menschen wir nach der Fertigstellung des Business-Plans und den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern beschäftigen werden“, sagte der Manager.
Grimm hat die Nachfolge von Bernhard Osburg angetreten, der im Streit mit Konzernchef Miguel Lopez um die Zukunft der Stahlsparte seinen Rücktritt erklärt hat. Lopez will die Produktionskapazitäten wegen der schwachen Nachfrage reduzieren und das Stahlgeschäft in ein 50:50-Joint Venture mit der Energieholding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky auslagern. Die Arbeitnehmervertreter befürchten den Verlust Tausender Jobs.
Den Stahlkochern machen eine schwache Nachfrage insbesondere der Automobilindustrie, hohe Energiekosten und die Billig-Konkurrenz aus Fernost zu schaffen.
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