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„Unterschiedliche Auffassungen“ZF-Chef Holger Klein verlässt den Zulieferer

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen steckt mitten in der Krise. Jetzt verlassen Vorstandschef Holger Klein und Vorstand Peter Laier das Unternehmen. 11.09.2025 - 13:28 Uhr
Holger Klein scheidet als Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG vorzeitig aus. Foto: Felix Kästle/dpa

Der kriselnde Autozulieferer ZF Friedrichshafen wechselt seine Führungsspitze aus: Vorstandschef Holger Klein scheide „einvernehmlich“ vorzeitig zum 30. September aus, erklärte das Unternehmen am Donnerstag.

Sein Nachfolger werde Mathias Miedreich, der seit Januar dem Vorstand angehört und die Division für Elektroantriebe leitet. Klein führte den Stiftungskonzern seit 2023. Zuletzt verschärfte sich wieder die Auseinandersetzung mit den Arbeitnehmervertretern über den massiven Stellenabbau bei ZF.

Auch Nutzfahrzeug-Vorstand Peter Laier verlässt das Unternehmen. Hier gebe es „unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens“.

Mathias Miedreich

Das ist die Strategie des neuen ZF-Chefs

von Annina Reimann

ZF in der Krise – Sorge bei den Mitarbeitern

Der Neue an der ZF-Spitze hat eine schwere Aufgabe vor sich: Die Zahnradfabrik Friedrichshafen – kurz ZF – mit Sitz am Bodensee kämpft schon seit Jahren mit schlechten Ergebnissen. Auch für dieses Jahr werden wieder rote Zahlen erwartet. Die rund 50.700 Beschäftigten in Produktion und Verwaltung machen sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Tausende Jobs stehen in den kommenden Jahren auf dem Spiel. ZF hat neben Automatik- und Schaltgetrieben unter anderem Fahrwerkskomponenten, Lenksysteme, Antriebe, Bremsen und Sicherheitstechnik im Angebot.

Im Interview, das die WirtschaftsWoche kurz vor Bekanntgabe der Entscheidung mit Mathias Miedreich führen konnte, räumte dieser klar ein: „Bei der Wettbewerbsfähigkeit können und müssen wir besser werden.“

Ein Knackpunkt in der Neuausrichtung des Konzerns ist derzeit die Sparte für Antriebe – intern „Division E“ genannt. Sie ist in Teilen nicht wettbewerbsfähig. Dieser Bereich, der nicht nur elektrische, sondern auch hybride Antriebe und Verbrenner umfasst, leidet besonders unter dem verzögerten Anlauf der E-Mobilität sowie unter hohen Kosten und geringen Margen im traditionellen Getriebegeschäft. Weltweit ist in der Division etwa jeder fünfte ZF-Beschäftigte tätig. 2024 wurde hier knapp ein Viertel des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. ZF und Arbeitnehmervertreter wollen in den kommenden Wochen über die Neuausrichtung der kriselnden Kernsparte verhandeln.

Dass es zu schmerzhaften Einschnitten kommen wird, ist absehbar. Im Interview mit der WirtschaftsWoche skizziert Miedreich drei Elemente, mit denen der Turnaround gelingen soll: „Die Basis ist die harte Restrukturierung. Zweitens: Die strategische Ausrichtung auf Systemgeschäfte – weil das unsere Stärke ist. Drittens: Die Suche nach Partnern geht weiter.“

rtr, dpa, sha
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