Apple-Projekt "Titan": Bob Mansfield wird Chef des Auto-Projekts
Bob Mansfield ist Apple-Veteran. Er war für die technische Entwicklung diverser Produkte des Konzerns verantwortlich - etwa für das Macbook Air.
Foto: AppleApple hat laut Medienberichten das Projekt zur Entwicklung eines Autos in die Hände eines seiner erfahrensten Managers gelegt. Der neue Chef sei Firmen-Veteran Bob Mansfield, der die technische Entwicklung diverser Produkte wie das dünne Notebook Macbook Air und der eigenen Prozessoren geleitet hatte, berichteten das "Wall Street Journal" und die "Financial Times" in der Nacht zum Dienstag.
Apple hat die Entwicklung eines eigenen Autos nie offiziell bestätigt, nach diversen Medienberichten und Hinweisen gilt das jedoch als offenes Geheimnis. Zuvor soll das Projekt "Titan" von Steve Zadesky geleitet worden sein, der einst auch bei Ford gearbeitet hatte. Anfang des Jahres hatte Zadesky den IT-Konzern jedoch "aus persönlichen Gründen" verlassen.
Mansfield gilt als enger Vertrauter des früheren Apple-Chefs Steve Jobs und gehörte zu dessen Führungszirkel. 2012 zog sich Mansfield jedoch aus dem operativen Geschäft zurück und wurde ein Jahr später Berater des neuen CEO Tim Cook. Laut den WSJ-Quellen sei es Apple-Angestellten aufgefallen, dass die wichtigen Manager des Auto-Projekts seit einigen Wochen an Mansfield berichten. Ob das Apple-Urgestein das Auto-Projekt jedoch nur übergangsweise führen oder bis zur Marktreife bringen soll, ist nicht bekannt.
Mansfield ist offenbar nicht der einzige Personalwechsel im "Titan"-Projekt: Auch der Autoingenieur Chris Porritt soll nach Informationen des Automagazins Electrek von Telsa Motors zu Apple gewechselt sein. Jonathan Cohen von Nvidia ging ebenfalls zu Apple.
Auto-Projekt soll Apple neues Wachstum bringen
Apple sucht im Automarkt nach Einschätzung von Branchenbeobachtern Raum für neues Wachstum. Vergangene Woche hatte jedoch das Tech-Portal "The Information" berichtet, dass sich die Entwicklung verzögere und mit einem Start nicht vor 2021 zu rechnen sei.
1976: der erste Apple-Computer
Die Firmengründer Steve Jobs (rechts) und Steve Wozniak bauen in einer Garage die ersten Apple-Computer. Die Geräte, die sie für 666,66 Dollar verkaufen, bestehen nur aus der Hauptplatine, ohne Gehäuse oder Tastatur. Mit Apple beginnt die Ära der Personal Computer, während meist noch Großrechner verwendet werden. Erster Geldgeber ist der ehemalige Intel-Manager Mike Markkula.
1977: der Heimcomputer Apple II
Mit dem Apple II bringt das Unternehmen einen fertigen PC im Plastikgehäuse und mit einer Farbgrafikkarte auf den Markt. Im ersten Jahr werden 2500 Stück verkauft, im Folgejahr schon 8000 und darauf über 30.000 Exemplare. Bis 1993 wird der Apple II über zwei Millionen Mal verkauft.
1980: der Börsengang
1980 geht Apple mit einem Jahresumsatz von 118 Millionen US-Dollar an die Börse und macht den 25-jährigen Jobs zum Multimillionär mit einem Vermögen von rund 200 Millionen US-Dollar.
1984: Jobs macht die PC-Bedienung per Maus massentauglich
1982 holt Jobs den deutschen Designer Hartmut Esslinger und sein Team nach Kalifornien, um das Aussehen der Apple Computer neu zu definieren. 1984 stellt Jobs den Macintosh-Computer vor, mit dem eine grafische Benutzeroberfläche und die Bedienung per Maus populär werden.
1985: Machtkampf bei Apple
Steve Jobs sucht den Machtkampf mit CEO John Sculley, der in Jobs Rauswurf endet. Er gründet danach die Computer Firma Next und führt das Animations-Studio Pixar. Next entwickelt eine Workstation. Das Start-up wird sofort von Apple verklagt.
Next ist in Technik und Design seiner Zeit voraus, allerdings so teuer, dass nur ein paar zehntausend Computer verkauft werden. Schließlich wird die Hardwareproduktion eingestellt und nur noch Software entwickelt.
1991: der erste Laptop
Apple bringt seinen ersten erfolgreichen Laptop auf den Markt, das PowerBook 100.
Foto: AP1993: PDA Apple Newton floppt
Im Jahr 1993 stellt das Unternehmen den PDA Apple Newton vor (auf dem Foto ein Vorserienmodell). Die Entwicklung des Persönlichen Digitalen Assistenten (PDA) startet 1987 unter dem damaligen Apple-Chef John Sculley. Das Gerät, mit dem man unter anderem Notizen aufzeichnen, E-Mails versenden und Online-Dienste wie AOL nutzen konnte, erntet aber durchweg kritische Reaktionen in der Öffentlichkeit, weil manche Merkmale wie eine Handschriftenerkennung nicht zuverlässig funktionieren. Das Resultat: Das Gerät verkauft sich schlecht.
Foto: dpa1997: Apple holt Jobs zurück
Wegen minimaler Anteile im PC-Geschäft und zu hohen Entwicklungskosten ist Apple so stark in der Krise, dass die finanziellen Mittel knapp werden. Daraufhin holt das Unternehmen Steve Jobs zurück. Mit dem Kauf von Next für über 400 Millionen Dollar wird das bei Next entwickelte Betriebssystem zur Grundlage des Mac-Systems OS X, das heute noch eingesetzt wird.
Foto: AP1997: Jobs macht Ive zum Chefdesigner
Eine folgenreiche Entscheidung, die sich für Apple kurz- und langfristig von zentraler Bedeutung herausstellen wird: Steve Jobs macht den Briten Jonathan Ive zum Chefdesigner von Apple.
1998: Apple stellt iMac vor
Jobs und Ive stellen im Mai den iMac vor, der mit seinem modernen, farbenfrohen Design viel Aufmerksamkeit auf Apple lenkt. Er läutet die Wiedergeburt des IT-Konzerns ein.
1999: das erste iBook
Mit dem iBook folgt eine farbenfrohe Notebook-Version des erfolgreichen iMac.
2001: iPod wird zum Verkaufsschlager
2001 eröffnet Apple den ersten Apple Store im US-Bundesstat Virgina. Im Oktober wird der MP3-Spieler iPod vorgestellt, der zum am schnellsten verkauften Unterhaltungselektronikprodukt aufsteigt. Von Kritikerin wird das Geräts anfangs als zu teuer abgetan.
Weiterhin stellt sich Apple rund um die sogenannte Digital Hub Strategie auf, in dem der Computer als die zentrale Station für das Konsumieren von digitalen Medien fungiert.
Foto: AP
2003: iTunes-Store geht online
Der iTunes Store wird gestartet, über den sich der Online-Verkauf von zunächst Musik und dann auch Apps etabliert.
Foto: APDas erste iPhone
Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk.
Foto: AP2008: Laptops werden kompakter
Apple stellt das besonders dünne Notebook Macbook Air vor. Es löst den Trend zu kompakteren Laptops aus.
Foto: gms2010: Das iPad kommt auf den Markt
Steve Jobs präsentiert im Januar 2010 den Tablet-Computer iPad. Mit dem iPad kann Apple den totgeglaubten Markt für Tablet-Computer wiederbeleben, an dem sich andere Hersteller zuvor die Zähne ausgebissen haben.
2011: Apple erreicht die Spitze
Apple überrundet Microsoft als wertvollstes Technologie-Unternehmen.
2011: Tim Cook wird neuer CEO
Jobs stirbt an den Folgen einer Krebserkrankung im Alter von 56 Jahren. Die Führung des Unternehmens übertrug er wenige Wochen davor an Tim Cook.
Foto: rtr2012: iPad im Miniformat
Neben dem iPhone und dem iPad erfindet Apple noch eine Größe. Erstmals stellt das Unternehmen das iPad Mini vor. Sieben Zoll groß ist der Bildschirm, ein Format, das der verstorbene Apple Gründer Steve Jobs sicherlich verspottet hätte.
Foto: dapd2015: die Geburtsstunde der Apple Watch
Mit der Computer-Uhr Apple Watch stößt der Konzern erstmals seit Jobs' Tod eine neue Produktkategorie vor und wird laut Analysten auf Anhieb zum Marktführer mit einem Anteil von rund 60 Prozent.
Foto: dpa2016: eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz
An seinem 40. Geburtstag ist Apple das wertvollste und profitabelste Unternehmen der Welt. Das iPhone (hier das iPhone SE) ist das entscheidende Produkt für das Geschäft des IT-Giganten geworden. Insgesamt ist weltweit rund eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz, die meisten davon sind iPhones.
Foto: AP
Mansfield war in seiner Funktion als Hardware-Chef einer der wenigen Apple-Manager neben Design-Chef Jonathan Ive, der auch in den sorgfältig inszenierten Produktvideos auftrat – das Bild zu diesem Artikel stammt beispielsweise aus dem Promo-Video für das iPhone 5.
Zuletzt sanken die iPhone-Verkäufe in einem insgesamt abgekühlten Smartphone-Markt. Auch bei den am späten Dienstag (gegen 22.30 MESZ) anstehenden Zahlen für das vergangene Quartal werden deutliche Rückgänge erwartet.