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Darktrace Ex-Spione machen mit der Cyberabwehr Geschäfte

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NSA, GCHQ, MI5

Das weckt Misstrauen: Bleiben die im Geheimdienst sozialisierten Abwehrspezialisten nicht auch in ihrer neuen Rolle letztlich immer NSA, GCHQ und MI5 verbunden? Einmal Schnüffler, immer Schnüffler, das stecke doch tief drin, meinen Kritiker. „Jeder, der mit ihnen spricht, wird Angst vor der Zusammenarbeit haben, weil man weiß, woher sie ursprünglich kamen“, sagt Cyberabwehrexperte Christoper Richardson, Leiter der Abteilung Cybersecurity an der Universität Bournemouth und ehemals Mitglied der britischen Luftwaffe.

Bisher fanden solche Wechsel in die Privatwirtschaft meist erst nach langen Jahren geheimdienstlicher Tätigkeit statt. Die Führungsriege angelsächsischer Nachrichtendienste startet dann gerne eine zweite Karriere als Berater oder rückt in die Aufsichtsräte von IT-Sicherheitsfirmen ein. Bei Darktrace ist das anders. Hier quittierte erstmals eine Gruppe junger, hoch versierter Cyberspezialisten den Dienst und wagte den Sprung in die Selbstständigkeit.

Welche Sicherheitsmaßnahmen die Unternehmen verstärken

Mehr als 50 Kunden

Die Bilanz des ersten Jahres kann sich sehen lassen: Neben dem Firmensitz in der Universitätsstadt Cambridge unterhält Darktrace Büros in London, Mailand, New York, Paris, San Francisco und Washington. Bald wolle man auch nach Deutschland expandieren, kündigt Palmer an.

Zu den Kunden zählt das Start-up unter anderem den britischen Kraftwerksbetreiber Drax, mehrere Finanzdienstleister, Einzelhandelsunternehmen, Mineralölunternehmen in Texas und seit Anfang Oktober die Eisenbahngesellschaft Virgin Trains, Teil von Richard Bransons Virgin Group. Unter den mehr als 50 Kunden sind auch staatliche. Welche das sind, will Palmer nicht verraten.

Welche Konsequenzen dt. Unternehmen aus dem Abhörskandal ziehen

Der britische Staat hält keine Anteile am Unternehmen

Der britische Staat, darauf legt man bei Darktrace großen Wert, hält keine Anteile am Unternehmen. Offizieller Mehrheitseigentümer ist das Investmentvehikel Invoke Capital, gegründet vom früheren Chef des britischen Softwarehauses Autonomy, Mike Lynch. Rund zehn Millionen Dollar steckte Invoke Capital in Darktrace.

Gut möglich, dass es auch versteckte Geldquellen gibt. Denn Darktrace startete nicht wie Pendants im kalifornischen Silicon Valley mit der mickrigen Ausstattung einer Garagenfirma. Das Londoner Büro etwa residiert nobel im Haus 80 Pall Mall, um die Ecke von St. James’s Palace, wo früher Prinz Charles mit seinen Söhnen lebte.

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