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Gamescom Eine Nation vor dem Bildschirm

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Vom weltweiten Spiele-Boom profitiert auch Deutschland

Während Spieler vor einigen Jahren noch vor allem den Computer nutzten, haben nun Handy und Tablet die meisten Gamer (42 Prozent), gefolgt von Spielkonsolen mit 31 Prozent. Der Computer ist mit 27 Prozent auf dem letzten Platz. Aber die nächsten Plattformen sind schon in den Startlöchern - Brillen für Virtual und Augmented Reality.

Vom weltweiten Spiele-Boom profitiert auch die deutsche Games-Branche: Mit 2,74 Milliarden Euro Umsatz ist sie inzwischen eine der wichtigsten hiesigen Medienbranchen. Deutschlandweit gibt es etwa 650 Studios und Publisher, sie beschäftigen 14.000 Menschen. Dabei ist die Branche mittelständig geprägt: 89 Prozent der Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz von bis zu fünf Millionen Euro.

Besonders interessant für die deutschen Anbieter wird auf der Gamescom das internationale Publikum sein. Denn 42 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften sie außerhalb Deutschlands. Zum Vergleich: Die deutsche Musikindustrie kommt auf 9 Prozent. "Bereits heute schafft es keine andere Medienwirtschaft in Deutschland, ihre Produkte so erfolgreich im Ausland anzubieten, auch wenn der Abstand zu den weltweit erfolgreichsten Entwicklungsstandorten leider sehr groß ist", sagt Tobias Haar, Vorstandssprecher des BIU.

Gemeint ist damit vor allem der chinesische Markt, der 2017 rund 27,5 Milliarden Umsatz machen wird. Aber auch andere Nationen wie Kanada und Finnland ziehen nach. Sie investieren größere staatliche Fördersummen in den Aufbau ihrer Spielebranchen. Darum klagt der Branchenverband inzwischen regelmäßig über die vergleichsweise geringen Fördermittel in Deutschland.

Vielleicht hat sie diesmal ein Ohr bei der Bundesregierung gefunden: Bundeskanzlerin Angela Merkel kam am Dienstagmorgen erstmals vorbei, um die Computerspielemesse zu eröffnen. Ein “Wirtschaftsmotor allergrößter Bedeutung” sei die Spielebranche, lobte sie. Es ist Wahlkampf, natürlich. Aber vielleicht sollten Besucher im Bundestag nächstes Mal genauer hinschauen, welche App die Kanzlerin öffnet, wenn sie im Plenarsaal ihr iPad hervorholt.

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