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IT und Datenproduktion

Daten müssen strategischer Teil des Geschäfts werden

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"Ideengenerierungsmaschine"

Um derart agil zu werden wie Autoscout24, brauchen Unternehmen eine Art „Ideengenerierungsmaschine“ – warum also nicht das Erfolgsrezept der industriellen Fertigung und Grundsätze des Qualitätsmanagements auf die Erstellung von Software übertragen? Gerade deutsche Industrieunternehmen besitzen jahrzehntelange Fertigungskompetenz. Sie sollten ihr Möglichstes tun, dieses Wissen an allen relevanten Stellen erfolgreich auf ihre IT und insbesondere die Softwareentwicklung zu übertragen.

In vielen Unternehmen hat sich das interne IT-Knowhow in den vergangenen Jahren nicht schnell genug weiterentwickelt – im Gegensatz zu den technologischen Möglichkeiten. Kunden geben online sofort nach dem Kauf Feedback, Echtzeit-Analysen sind über Big Data möglich und über die Cloud werden täglich Software-Updates generiert. Die IT-Organisation und die damit verbundenen Prozesse konnten damit vielfach nicht Schritt halten. Das Ergebnis: Fachabteilungen sollen mit Strukturen von gestern die Kundenanforderungen von morgen erfüllen. Innovative Produkte und Services schnell auf den Markt zu bringen, ist mit langfristigen IT-Beschaffungszyklen nicht möglich.

Kein Wunder, dass viele versuchen, die eigene IT-Abteilung zu umschiffen, indem sie zum Beispiel Aktivitäten in die Cloud verlagern, die eine Fülle von mächtigen IT-Bausteinen über einfach zu nutzende APIs anbieten, für die Unternehmen früher aufwändige Software und Infrastruktur betreiben mussten. Diese dezentralisierte „Schatten-IT“ bringt keine Verbesserung. Insgesamt erhöht sich dadurch die Komplexität im System, was nicht effizient ist. Dieses Muster gilt es zu durchbrechen. Development und Operations müssen Hand in Hand zusammenarbeiten, statt wie in der alten Welt – sequenziell hintereinander. Und das idealerweise in einer Vielzahl von Projekten parallel.

Das sind die innovativsten Unternehmen der Welt
48. Platz: BayerDas führende private Wirtschaftsforschungsinstitut der Schweiz, Bakbasel, hat mit Hilfe des Schweizer Patentamts und dessen globalen Datensätzen die Qualität der weltweiten Patente gemessen – und nach Regionen, Ländern und Unternehmen gerankt. Bayer hat insgesamt 2830 solcher Weltklassepatente. Die Leverkusener fokussieren sich immer stärker auf pharmazeutische Produkte. Der Chemieanteil wird dementsprechend kleiner. Quelle: Bakbasel, IGE Quelle: REUTERS
45. Platz: VolkswagenDie Wolfsburger sind mit 3037 Patenten der innovativste Autobauer, wenn es um Weltklassepatente geht. Aber die Nummer eins ist VW nur in Deutschland. Andere Hersteller wie Toyota, Nissan, Honda, ja sogar GM und Ford haben sehr viel mehr Weltklassepatente, als Volkswagen. Quelle: REUTERS
43. Platz: ContinentalReifen sind noch immer das Brot-und-Butter-Geschäft des Autozulieferers. Doch Continental hat sich frühzeitig auf hoch-elektronische Systeme rund ums Auto konzentriert und mischt beim autonomen Fahren, den Hybrid- und Elektroantrieben und der wichtigen Batterietechnik mit. Zahl der Weltklassepatente: 3169. Quelle: dpa
33. Platz: SiemensDer Münchener Elektronikkonzern meldet zwar deutschlandweit die meisten Patente an, ist aber mit 4356 Patenten auf Weltklasseniveau „nur“ die Nummer drei in Deutschland. Quelle: dpa
22. Platz: BASFDer Chemiehersteller hat seinen Schwerpunkt in der branchenübergreifenden Grundchemie und entwickelt neue Materialen beispielsweise in der Batterietechnik, der Carbon- und Nanotechnologie. Mit 5076 Weltklassepatenten ist BASF die Nummer zwei in Deutschland. Quelle: AFP
10. Platz: BoschInnovativstes europäisches Unternehmen ist Bosch mit 8827 Weltklassepatenten. Der Zulieferer dominiert nicht nur in der Automobilindustrie, beispielsweise mit Benzin-Einspritzpumpen und optischen Sensoren, wie sie in Windschutzscheiben eingebaut werden, sondern auch in der Vernetzung von Haus (Smart House) und Städten (Smart City), bei Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Waschmaschinen. Weit vorne mischt Bosch auch in der Batterieforschung mit, etwa bei Systemen, die sich im laufenden Betrieb austauschen lassen. Quelle: REUTERS
9. Platz: IntelDer Halbleiterhersteller ist vor allem durch seine PC-Microprozessoren bekannt – der Weltmarktanteil liegt bei 80 Prozent. Intel stellt Microchips für Computer her, zum Beispiel Chipsätze für Mainboards, WLAN und Flash-Speicher. Zahl der Weltklassepatente: gut 9000. Quelle: dpa

Unter dem Stichwort DevOps – dies umschreibt die Kombination aus „Development“ und „Operations“ – hat IT-Guru Gene Kim Grundpfeiler dieser Maschinerie beschrieben.

Den „Flow“ sichern

Kim argumentiert, dass die Organisation um den Kundennutzen gebaut werden und der Fluss von Projekten so reibungslos und optimal wie möglich gestaltet werden muss. Hürden, die dem Kundennutzen im Weg stehen, gilt es zu identifizieren und zu beseitigen. Das beginnt damit, grundsätzlich funktionsübergreifende und interdisziplinäre Teams zusammenzustellen. Auch sollten diese, um agil zu bleiben, eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Bei uns gilt zum Beispiel die Regel, dass Teams nur genau so groß sein dürfen, dass ihnen zwei (große!) Pizzen reichen, um satt zu werden. Eine solche Herangehensweise verringert die Anzahl der notwendigen Übergaben, erhöht die Verantwortung und ermöglicht den Teams, dem Kunden Software schneller bereitzustellen.

Feedback aufnehmen

Je früher Kundenfeedback in den „Produktionsprozess” einfließt, desto besser. Außerdem müssen Unternehmen sicherstellen, dass jegliches Feedback in allen Folgeprojekten Anwendung findet. Damit man sich nicht in unendlichen Feedbackschleifen verliert, muss das schlank organisiert sein: Das Einholen von Feedback interner und externer Stakeholder darf den Entwicklungsprozess an keiner Stelle hemmen.

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