KI aus China: Datenleck bei KI-Start-up DeepSeek – Italien sperrt Zugang
Nach Unternehmensangaben ist die KI von DeepSeek ähnlich leistungsfähig wie die Konkurrenz– bei einem Bruchteil der Kosten.
Foto: APSicherheitsforscher aus den USA haben im Internet eine große Datenbank mit sensiblen Daten der chinesischen KI-Anwendung DeepSeek entdeckt. Forscher des Cloud-Sicherheitsunternehmens Wiz aus New York veröffentlichten einen entsprechenden Report. Daraus geht hervor, dass DeepSeek eine seiner wichtigen Datenbanken im Internet ungeschützt veröffentlicht hatte. Dadurch seien unter anderem Benutzereingaben – insgesamt mehr als eine Million Datensätze – für jeden offen einsehbar gewesen.
Nach dem Überraschungs-Erfolg gerieten US-Techkonzerne wie der KI-Chip-Spezialist Nvidia an der Börse unter Druck.
Keine offizielle Anlaufstelle
Nach der Entdeckung der ungeschützten Datenbank von DeepSeek hatten die Forscher von Wiz Probleme, überhaupt Sicherheitsexperten bei dem chinesischen Start-up zu erreichen, da es keine offizielle Anlaufstelle bei DeepSeek für Sicherheitshinweise gegeben habe. Daraufhin habe man die Sicherheitslücke an beliebige DeepSeek-E-Mail-Adressen und LinkedIn-Profile geschickt, die man gefunden oder erraten habe. Die Wiz-Forscher haben nach eigenen Angaben bislang keine Antwort von DeepSeek erhalten.
Italien sperrt DeepSeek-Zugang
Italiens Datenschutzbehörde Garante hat am Donnerstag den Zugang zur DeepSeek-App in Reaktion auf das Datenleck gesperrt. Die Behörde kündigte eine Untersuchung der Unternehmen hinter dem chinesischen Chatbot an. Garante hatte Antworten von DeepSeek in Bezug auf die Nutzung und das Speichern personenbezogener Daten zunächst für unzureichend befunden.
In einer Erklärung von DeepSeek hieß es, dass die Unternehmen nicht in Italien angesiedelt seien und „dass die europäischen Rechtsvorschriften nicht auf sie anwendbar sind“.
Datenbank inzwischen wieder gesperrt
DeepSeek habe aber offenbar auf die Hinweise reagiert und die Datenbank innerhalb einer halben Stunde gesperrt. Sie sei dann für nicht autorisierte Benutzer nicht mehr zugänglich gewesen. Ob zuvor jemand auf die Daten zugegriffen oder sie heruntergeladen hat, bleibe unklar.
Experten warnen ganz generell davor, sensible Daten einer Künstlichen Intelligenz in der Cloud anzuvertrauen. Trotzdem nutzen etliche User die KI dazu, um etwa ihre finanzielle Situation analysieren oder komplizierte Arztbriefe in verständliche Sprache übertragen zu lassen.
Lesen Sie auch: „Während der Westen noch über DeepSeek staunt, ist China schon weiter“