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Paypal Analysten erwarten gutes Ergebnis von US-Bezahldienst

Paypal wird erstmals Zahlen für ein erstes Quartal als eigenständiges Unternehmen veröffentlichen. Die Analysten erwarten ein stabiles Ergebnis. In Deutschland muss Paypal einen leichten Marktanteilsverlust hinnehmen.

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Das Paypal-Hauptquartier in San Jose, Kalifornien. Quelle: AP

In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag (MEZ) wird der US-Bezahldienst Paypal das Ergebnis für das erste Quartal 2016 veröffentlichen. Der einstige Wachstumstreiber von Ebay wurde im Sommer vergangenen Jahres von der Mutter abgespalten und als eigenständige Gesellschaft an die Börse gebracht.

An der Wall Street erwarten die Analysten stabile Zahlen: Sie rechnen mit einem Gewinn von 35 Cent pro Aktie; den Umsatz schätzen sie auf 2,22 Milliarden Euro (2,51 Milliarden Dollar) – damit läge er immer noch höher als der der einstigen Mutter Ebay (2,14 Milliarden Dollar), wäre aber leicht zurückgegangen gegenüber dem vierten Quartal 2015.

Die Zahlen für das zweite Quartal auf eigenen Füßen, das vierte Quartal 2015, beeindruckten die Anleger: Die Erlöse kletterten um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert auf 2,4 Milliarden Euro (2,56 Milliarden Dollar). Der Quartalsgewinn stieg um 27 Prozent auf 443 Millionen Dollar. Die Zahl der Kundenkonten konnte im Vergleich zum Vorquartal um 6,6 Millionen auf 179 Millionen gesteigert werden.

Welche Zahlungsmittel Europäer bevorzugen
Das Geschäft mit dem Versenden von Geld über Smartphone-Apps lockt jetzt auch etablierte Banken an. Die Deutsche Kreditbank (DKB) kooperiert dafür mit dem Startup Cringle. Pro Monat kann ein Nutzer bis zu 100 Euro über die Cringle-App verschicken, abgewickelt wird die Zahlung per Lastschrift von der DKB. Pro Transaktion werden 20 Cent fällig, zum Start wurde die Gebühr auf 10 Cent gekappt. Das neue Angebot trifft bereits auf Wettbewerb im Markt. So bietet der Online-Bezahldienst PayPal seit Juli das Versenden von Geld über seine Smartphone-App in Deutschland an. Für Kunden, die ihren PayPal-Account mit einem deutschen Bankkonto verknüpft haben, ist das Angebot kostenlos, bei Kreditkarten wird eine Gebühr fällig. In vielen europäischen Ländern tun sich moderne Bezahlsysteme jedoch noch so schwer... Quelle: dpa
ÖsterreichOhne Bargeld geht in Österreich gar nichts. 86 Prozent bezahlen an der Kasse in bar, 12 Prozent mit EC-Karte. Eine Kreditkarte kommt nur in einem Prozent der Fälle zum Einsatz. Auf sonstige Alternativen wie Schecks, PayPal, Lastschrifteinzug oder Ähnliches entfällt insgesamt nochmal ein Prozent. Quelle: Deutsche Bundesbank; Europäische Kommission; Deloitte (Stand: 2014) Quelle: dpa
PolenIn Polen werden 80 Prozent der Bezahlvorgänge an der Kasse bar beglichen. Eine EC-Karte nutzen –ähnlich wie in Österreich – 13 Prozent der Bevölkerung. Immerhin werden auch drei Prozent der Bezahlvorgänge durch Kreditkarten abgewickelt. Auf die alternativen Zahlungsmittel entfallen vier Prozent. Quelle: dpa
DeutschlandAuch die Deutschen haben ihr Geld beim bezahlen lieber in fester Form in der Hand – in 79 Prozent der Fälle wird bar bezahlt. Zwölf Prozent der Käufe werden mit der EC-Karte beglichen, weitere sechs Prozent per mit Lastschrifteinzug, Scheck und anderen alternativen Zahlungsmethoden. Quelle: dpa
ItalienZwar ist Bargeld mit 69 Prozent noch immer das beliebteste Zahlungsmittel in Italien, aber auf Platz zwei kommen auch schon alternative Zahlungsmittel mit 17 Prozent. So sind Schecks, Kundenkarten, PayPal und andere Alternativen zusammen genommen bei den Italienern beliebter als die EC-Karte mit neun Prozent und die Kreditkarte mit sechs Prozent. Quelle: dpa
Sagrada Familia Quelle: AP
London Tower Bridge Quelle: dpa

In Deutschland hat das einstige Unternehmen von Elon Musk, das er 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an Ebay verkaufte, einen Marktanteil von 19,6 Prozent, wie das EHI in seiner Studie „Online-Payment 2016“ vorrechnet, die am 27. April vorgestellt wird. Im Vorjahr hatte der US-Bezahldienst noch 20,2 Prozent der E-Commerce-Umsätze hierzulande beglichen.

Ein Grund dafür ist laut EHI, dass marktführende Online-Shops wie Amazon zunehmend Marktanteile im E-Commerce-Bereich gewinnen, aber keine Zahlungen mit Paypal anbieten. Der US-Bezahldienst wickelt nach wie vor den Großteil der Zahlungen auf Ebay ab, öffnet sich aber als eigenständiger Konzern für neue Partnerschaften. Infrage kommen damit auch Anbieter, die den Dienst bisher mieden, weil sie sich als Konkurrent von Ebay sehen.

Paypal arbeitet mit verschiedenen Apps und der Sparte Braintree intensiv an der Entwicklung innovativer Zahlungsmethoden vor allem im Mobilbereich. Braintree ist mittlerweile in diversen Apps verankert – etwa im Facebook Messenger oder in der Starbucks App.

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