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Samsung und Apple Aneinander gekettete Feinde

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Apple ist Samsungs wichtigster Auftraggeber

Samsung Galaxy Tab Apple iPad Quelle: dapd

„Üblicherweise verlässt sich Apple auf mehr als einen Lieferanten“, sagt Jim McGregor, Chefanalyst beim US-Marktbeobachter In-Stat. Speicherchips etwa beziehe das US-Unternehmen auch von Elpida in Japan und Hynix aus Südkorea. „Nur beim Prozessor funktioniert das nicht.“

Das wird für Apple zum Problem, seit Samsung mit seiner Galaxy-Reihe und dem Betriebssystem Android des Apple-Rivalen Google eine preiswerte Alternative zu iPhone und iPad im Programm hat. Doch der schnelle Abschied von den Koreanern fällt schwerer als gedacht.

So hat Apple laut Branchengerüchten aus Asien zwar die Fühler in Richtung alternativer Lieferanten ausgestreckt. Angeblich haben die Amerikaner mit dem taiwanischen Auftragsfertiger TSMC über die Produktion des A6-Prozessors verhandelt, der in die nächste iPhone-Generation eingebaut werden soll. Sogar eine Testproduktion des A6 soll es bei TSMC gegeben haben. Doch offenbar hat die Chipqualität Apple bisher nicht überzeugen können. Wie nun durchsickerte, hat Samsung daher doch wieder den Zuschlag für die Lieferung des A6-Chips bekommen.

Damit bleibt Apple bis auf Weiteres der größte Auftraggeber von Samsung überhaupt. Laut Schätzung der Investmentbank HMC Investment Securities haben die Koreaner im vergangenen Jahr Bauteile im Wert von 5,7 Milliarden Dollar an die Amerikaner geliefert, rund vier Prozent des Gesamtumsatzes. Im ersten Quartal 2011 stieg der Anteil dank des Booms bei iPhone und iPad auf 5,8 Prozent; aufs Jahr bezogen, könnte das Geschäftsvolumen sogar auf acht Milliarden Dollar anschwellen. „Aus diesem Grund ist die größte Sorge von Samsung, dass Apple seine Aufträge reduzieren könnte“, sagt HMC-Analyst Nho Geun-chang. Als Lieferant käme etwa der japanische Konzern Toshiba infrage.

Wegen der guten Geschäfte mit Apple hatten die Koreaner lange Zeit gezögert, im Patentkrieg zurückzuschlagen. Aber weil Apple Verkaufsverbote für die neuesten Samsung-Produkte vor Gericht erstreiten will, gingen die Koreaner zum Gegenangriff über. Denn die Prozesshanselei von Apple droht die Samsung-Konzernkasse empfindlich zu treffen. Immerhin steuern Smartphones und Tablet-Rechner laut Fitch-Analyst Lim bereits 30 Prozent des Umsatzes und 45 Prozent des Betriebsgewinns von Samsung bei. Dagegen schwächelt das traditionelle Geschäft mit Speicherchips, Bildschirmen und Fernsehern.

Entsprechend aggressiv treten die Südkoreaner in der Öffentlichkeit gegenüber ihrem Frenemy in den USA auf. „Apple ist zu weit gegangen“, sagt Samsung-Manager Kim. Apple sei nach Samsung ein „Spätstarter in der Telekommunikation“, habe „hier gar kein Know-how“ und müsse deshalb „vorhandene Technik nutzen“.

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