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Yahoo Marissa Mayer - die unverhoffte Retterin

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Kopfschmerzen bei Facebook

Die Fakten zum Microsoft-Tablet
Das Surface stellt eine Zäsur in der Geschichte von Microsoft dar. Statt nur die Software zu liefern, bietet Microsoft jetzt auch gleich das Gerät mit an. Das tat Microsoft bisher nur in Ausnahmefällen wie Eingabegeräten und der Spielekonsole Xbox. Doch was kann das Tablet? Die Fakten im Überblick. Quelle: Reuters
Grundsätzlich kommt das 10,6 Zoll große "Surface" in zwei verschiedenen Versionen auf den Markt. Eine für Heimanwender mit ARM Prozessor und in der reinen Tablet-Version des neuen Betriebssystems Windows 8 - RT genannt. Das Modell für professionelle Nutzer ist mit 13,5 Millimeter etwas dicker (einfache Variante: 9,3 Millimeter), hat aber auch einen deutlich leistungsfähigeren i5-Prozessor von Intel und die Pro-Variante von Windows 8. Größtes Plus der Variante mit i5-Prozessor: Auch normale Windows-Software läuft auf dem Gerät. Quelle: dapd
Ein weiterer Hardware-Unterschied zwischen der RT genannten Einsteiger-Version und dem Pro-Modell sind die Anschlüsse. Das Surface RT muss mit einem USB 2.0-Anschluss und einem MicroSD-Slot auskommen, während das Surface Pro einen Anschluss mit USB 3 und einen microSDXC-Karten-Slot bietet. Einen Mini-Display-Port hat ebenfalls nur das Pro-Modell. Beide Varianten werden mit 32 oder 64 Gigabyte internem Flash-Speicher angeboten. Quelle: AFP
Eine Besonderheit gegenüber anderen Tablets, die beide Versionen des Surface haben: Der ausklappbare Ständer. Die 0,7 Millimeter dicke Metallklappe ist mit drei Scharnieren am Body befestigt und soll so laut Microsoft auch auf längere Zeit ausreichend Stabilität bieten. Quelle: AFP
Neben zwei Leistungs-Versionen gibt es auch zwei Varianten des Covers. Diese werden ähnlich wie das SmartCover bei Apples iPad magnetisch an dem Tablet befestigt. Doch die Microsoft-Cover sollen nicht nur das Display schützen, sie haben auch beide eine Tastatur integriert. Hier kommt auch der Unterschied: Das drei Millimeter dicke TouchCover (auf dem Bild in pink) hat keine fühlbaren Tasten, sondern reagiert nur auf Druck. Das TypePad (im Bild schwarz) ist mit fünf Millimetern zwar etwas dicker, hat aber im Gegensatz zum TouchCover richtige Tasten, die bis zu 1,5 Millimeter nachgeben. Quelle: dapd
Das Gehäuse beider Modelle ist aus einer Magnesium-Legierung, die Microsoft "VaporMg" nennt. Mit einem Gewicht von 676 Gramm liegt die RT-Version auf dem Niveau des iPad 3, das Pro-Modell wiegt mit 903 Gramm deutlich mehr. Allerdings soll sich das Surface Pro auch von seinen Leistungsdaten her gegen die Ultrabooks als gegen das iPad positionieren. Quelle: dapd
Zudem lässt sich das Surface Pro auch mit einem Stift bedienen. Quelle: dapd

Facebook und dessen Verbündeten Microsoft wird der Wechsel an der Yahoo-Spitze arges Kopfzerbrechen bereiten. Denn im Silicon Valley erwartet man, dass Mayer enger mit Google kooperieren wird. Wirtschaftlich macht das Sinn. Die Stärken von Google sowohl bei der Vermarktung von suchbasierten Anzeigen als auch bei Online-Bannerwerbung würden Yahoo schnell wieder auf die Füße helfen. Dafür müsste sie allerdings die Allianz mit Microsoft kündigen, was mit Zugeständnissen an den Softwarekonzern verbunden wäre.

Rückhalt der Yahoo-Gründer

Den Segen von Jerry Yang und David Filo hätte sie. Die Yahoo-Gründer hatten nach der gescheiterten Übernahme durch Microsoft ohnehin zunächst den engeren Kontakt mit dem großen Nachbarn gesucht, der als Dienstleister von Yahoo einst seinen ersten großen Durchbruch feierte. Doch die US-Wettbewerbsbehörde machte unmissverständlich klar, dass sie eine Allianz mit Google nicht genehmigen würde. Der im Juni 2008 geschlossene Deal wurde wieder aufgehoben.
Seitdem hat Yahoo mächtig Federn gelassen. Bei der Online-Bannerwerbung im Kernmarkt USA, wo das Medienunternehmen jahrelang Marktführer war, ist es mittlerweile von Facebook und Google abgehängt. Laut Schätzungen des Beratungsunternehmens eMarketer führt dort Google mit 16,8 Prozent knapp vor Facebook. Yahoo hat nur noch 8,1 Prozent des Marktes. Noch schlimmer sieht es bei der Internet-Suche aus. Die im Juli 2009 mit Microsoft geschlossene Allianz entpuppte sich als wahres Gift für Yahoo. Seit Sommer 2010 betreibt Microsoft die Suchmaschine von Yahoo und entwickelt sie weiter.

Zwar garantiert der Softwarekonzern Mindestumsätze für Yahoo, egal wie gut oder schlecht die Geschäfte laufen. Aber dafür hat Yahoo Marktanteile an Microsofts Suchmaschine Bing abgegeben und vor allem sein Schicksal eng mit dem Softwarekonzerne aus Redmond verknüpft. Dessen Chef Steve Ballmer steht selber in der Kritik, weil seine Internet-Sparte auf keinen grünen Zweig kommt und in den vergangenen zehn Jahren rund zehn Milliarden Dollar Verluste produziert hat. Erst kürzlich musste Microsoft eine Abschreibung in Höhe von 6,2 Milliarden Dollar in seiner Internet-Sparte bekanntgeben. Schlimmer noch als die Rekordsumme war das damit einhergehende Eingeständnis, dass die Pläne bei der Online-Bannerwerbung nicht aufgegangen sind. Dort hat Microsoft in den USA laut eMarketer einen kläglichen Marktanteil von 4,4 Prozent.

Kündigt Mayer die Microsoft Allianz?

IT



Die damals gefeierte Allianz mit dem Softwarekonzern hat Yahoo in die missliche Lage gebracht, im lukrativen Geschäft mit suchbasierten Anzeigen von Microsoft abhängig zu sein. Einen gänzlichen Ausstieg aus der Internet-Suche kann sich Ballmer aus strategischen Gründen zwar nicht leisten. Verliert der Konzern allerdings die Lust am Geschäft und kürzt an seinem Budget für das Weiterentwickeln der Such- und Vermarktungstechnologie, würde das auch Yahoo treffen. Dort hatte man ohnehin schon argwöhnisch die engere Kooperation mit Facebook beobachtet. An dem sozialen Netzwerk ist Microsoft nicht nur beteiligt, sondern bindet auch dessen Inhalte in seine Suchmaschine Bing ein. Ballmer ist ein großer Fan von Zuckerberg.

Für Mayer wird nun die erste Herausforderung die Neudefinition der Partnerschaft mit Microsoft sein. Einen allzu engen Schulterschluss mit Google darf sie allerdings auch nicht wagen, weil die US-Wettbewerbsbehörden mit Sicherheit ihr Veto einlegen würden. Mit Facebook darf sie es sich auch nicht verscherzen, weil das soziale Netzwerk vieler seiner Nutzer an Yahoo weiterleitet und somit für Traffic sorgt. Eins ist klar: Yahoo ist dank der Wahl seiner neuen Chefin wieder interessant geworden. Mayer muss nun dafür sorgen, dass sie schnell ihren neuen Kurs absteckt. Die Kritiker werden ihr trotz aller Verdienste nicht viel Zeit geben.

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