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PreisfrageDie Ökonomie eines Festivals

Sommer ist die Jahreszeit der Festivals. Aber wie verteilen sich die Kosten der Veranstaltungen? Und wofür geben die Veranstalter am meisten aus? Eine Beispielrechnung.Leonard Frick 27.08.2024 - 19:34 Uhr
Foto: dpa Picture-Alliance

wDie Festivalsaison ist im vollen Gange und nach mehreren finanziell schwierigen Pandemie-Jahren hat sich die Branche einigermaßen erholt. Gab es im Jahr 2020 nur eine halbe Milliarde Euro Umsatz auf dem Markt für Live-Musik in Deutschland, waren es im Jahr 2023 bereits wieder 1,9 Milliarden und damit nur etwas weniger als noch vor der Pandemie. Aber wofür geben Konzert- und Festivalveranstalter eigentlich Geld aus?

Die „Nation of Godwana“, ein Musikfestival in der Nähe Berlins, veröffentlicht jedes Jahr eine Kostenkalkulation. Diese zeigt exemplarisch, wie sich die Kosten aufteilen.
Am meisten haben die Veranstalter für die Organisation und Durchführung ausgegeben. Darunter fallen unter anderem Kosten für den Auf- und Abbau, Lager und Logistik, Mieten und die Lohnkosten. Rund 29 Prozent der Gelder werden hierfür aufgewendet.

24 %

Künstlerische Gestaltung

+

26 %

Infrastruktur

+

29 %

Organisation & Durchführung

+

14 %

Pacht, Versicherung, Genehmigungen, Reinigung

+

7 %

Sonstiges

Bild: Picture-Alliance/dpa
Quelle: Nation of Godwana


Der nächstgroße Posten, rund 26 Prozent, ist die Infrastruktur. Die Gäste müssen Anreisen, Übernachten und Abreisen und die Veranstalter müssen dafür sorgen, dass keine Schwierigkeiten entstehen. In die Kosten für die Infrastruktur rechnet das Festival beispielsweise Sicherheitseinrichtungen und -personal, Stromnetz, Sanitäreinrichtungen und Fahrzeugmieten.

Der letzte große Kostenpunkt ist die künstlerische Gestaltung, die rund 24 Prozent der Gesamtausgaben ausmacht. Darunter fällt unter anderem die Gage der Künstler und Künstlerinnen, Reisekosten, sowie Licht- und Tontechnik.

Nicht unerheblich, mit etwa 14 Prozent, fallen Pacht, Versicherung, Genehmigungen und Reinigung zubuche. Darin sind beispielsweise auch die Kosten für die GEMA, also die Gebühr für die Musikrechte, enthalten.

Letztlich bleiben Reinigung, Entsorgung, Versandkosten, Werbung und ähnliches, was etwa sieben Prozent der Gesamtausgaben ausmacht.

Die insgesamt aufgewendete Summe beläuft sich auf 2.183.648 Millionen Euro für das Festival im Jahr 2024. Diese Summe ist vollständig aus Ticketverkäufen finanziert, unabhängig von Sponsorengeldern. Ein Ticket verkaufen die Veranstalter für rund 208 Euro. Der Gastronomiebetrieb auf dem Gelände ist größtenteils nicht eingerechnet.

Lesen Sie auch: Wirtschaft von oben – wie die Wirtschaft von der Festivalsaison profitiert

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