Allianz Unwetter und schwache Fonds belasten Versicherer

Die Allianz hat im zweiten Quartal einen herben Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Europas größter Versicherer hält dennoch an seiner Jahresprognose fest.

Allianz Quelle: REUTERS

Unwetter, ein enttäuschendes Fondsgeschäft und Aufräumarbeiten in der Bilanz haben die Allianz im Frühjahr belastet. Unter dem Strich brach der Gewinn um 46 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro ein, wie Europas größter Versicherer am Freitag mitteilte. Das lag deutlich unter den Markterwartungen.

"Das zweite Quartal wurde insbesondere durch ausgesprochen hohe Schäden aus schweren Überschwemmungen und Stürmen in Europa geprägt", erklärte Vorstandschef Oliver Bäte. Außerdem hält die Schwäche der Vermögensverwaltung an. Die wichtige US-Fondstochter Pimco hat die erhoffte Trendwende noch nicht geschafft: Hier ziehen die Kunden unter dem Strich weiter Milliarden ab.

Am Jahresziel rüttelt die Allianz allerdings nicht: Der operative Gewinn soll bei zehn bis elf (2015: 10,7) Milliarden Euro liegen, bekräftigte der Konzern. Zum Halbjahr waren es 5,1 Milliarden - zum Vorjahr ein Rückgang um zehn Prozent. Die Allianz-Aktie verlor vorbörslich auf dem Handelssystem des Wertpapierhauses Lang & Schwarz 2,3 Prozent.

Umsatz der wichtigsten Allianz-Geschäftsfelder 2015

Die hohen Belastungen im angestammten Geschäft mit Sachversicherungen hatten sich abgezeichnet. Schon der französische Rivale Axa und die Hannover Rück hatten in dieser Woche erklärt, die Kosten für Schäden durch Naturgewalten seien zuletzt gestiegen. In Deutschland hatte es schwere Stürme gegeben, in Frankreich und Belgien Überschwemmungen, in Kanada wüteten Waldbrände.

Vermögensverwaltung ist Sorgenkind der Allianz

Bei der Allianz sank deshalb das operative Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung im zweiten Quartal um 37 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. In der Lebens- und Krankenversicherung zog das Ergebnis dagegen um 18 Prozent an auf eine Milliarde Euro.

Die tief in den roten Zahlen steckende Lebensversicherungs-Tochter in Südkorea zählt nicht mehr dazu - sie wird an den chinesischen Versicherer Anbang verkauft, wie die Allianz bereits im April mitgeteilt hatte. Die Münchner nehmen für die Trennung einen Verlust in Kauf: Die Belastung liegt bei 352 Millionen Euro.

Sorgenkind bleibt die Vermögensverwaltung. Hier schrumpfte das operative Ergebnis im zweiten Quartal um 1,4 Prozent auf 498 Millionen Euro. Zwar sanken die Kosten deutlich. Aber es gibt weiterhin Nettomittelabflüsse, insgesamt 19 Milliarden Euro. Das betraf hauptsächlich das Anleihehaus Pimco, wie die Allianz erklärte. Der Abzug von Kundengeldern verlangsamt sich zwar. "Jedoch sind wir dort noch nicht am Ziel", mahnte Bäte.

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