Versicherer: Konsortium um Allianz schluckt Viridium für 3,5 Milliarden Euro
Der Münchner Versicherer, der in der Lebensversicherung in Deutschland die unangefochtene Nummer eins ist, setzt dabei vor allem auf die Verwaltung der Kapitalanlagen von Viridium. Der Abwickler hat die Vermögensverwaltung schon bisher an Dritte ausgelagert, unter anderem an seine künftigen Eigner Allianz, Blackrock und Generali. Einen Verkauf eigener Bestände der Stuttgarter Allianz Leben an einen Abwickler hat Allianz-Chef Oliver Bäte mehrfach ausgeschlossen.
„Cinven ist sehr stolz darauf, Viridium von Grund auf aufgebaut und gemeinsam mit dem Management zur führenden deutschen Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungen entwickelt zu haben“, erklärte Cinven-Partner Bruno Schick.
Der Weiterverkauf dürfte für den Investor sehr lukrativ sein, obwohl er seit zwei Jahren unter Druck stand, seine Beteiligung zu verkaufen. Denn Cinven war wegen seines Verhaltens bei der Rettung des italienischen Lebensversicherers Eurovita bei den europäischen Aufsichtsbehörden in Ungnade gefallen. Dort war der Investor als Eigentümer nicht bereit gewesen, so viel Geld nachzuschießen wie von den Behörden gefordert.
Das hatte auch die geplante Übernahme eines Portfolios von 700.000 Policen der Zurich-Tochter Deutscher Herold durch Viridium vereitelt. Mit einem neuen Eigentümer könnte Viridium einen neuen Anlauf nehmen. Dresig wollte sich dazu konkret nicht äußern. „Wir können jetzt wieder mit Interessenten sprechen. Wir sehen sehr viele Chancen“, sagte er. Die neue Eigentümerstruktur stärke das Profil von Viridium als unabhängigem Bestandsverwalter.
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