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  3. Tesafilm: Wie das Klebeband erfunden und ein Jahrhunderterfolg für Beiersdorf wurde

Der Heureka-Moment eines Unternehmens ist oft die Basis seiner größten Erfolge. Das Beispiel Tesafilm zeigt, dass auch eine zunächst gescheiterte Idee zum Durchbruch führen kann.

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WiWo History DurchbruchTesa: Wie Beiersdorf zum Klebeband kam – und einen Jahrhunderterfolg erzielte

Der Heureka-Moment eines Unternehmens ist oft die Basis seiner größten Erfolge. Das Beispiel Tesafilm zeigt, dass auch eine zunächst gescheiterte Idee zum Durchbruch führen kann.Nora Sonnabend 30.09.2023 - 13:29 Uhr

Eigentlich sollten Pflaster die Haut schützen. Doch der selbstklebende Wundverband, den Oscar Troplowitz Ende des 19. Jahrhunderts auf den Markt bringen wollte, bewirkte das Gegenteil: Er reizte sie.

Der Apotheker hatte 1890 das Labor seines Kollegen Paul C. Beiersdorf übernommen und ließ sich von dessen Zusammenarbeit mit dem Dermatologen Paul Gerson Unna inspirieren. Die beiden hatten herausgefunden, dass in Salbe getränkter Mull besser auf der Haut befestigt werden kann, wenn dazu noch eine Schicht flüssiger Guttapercha, eine Art Kautschukgummi, aufgetragen wird.

Troplowitz kam auf die Idee, dass auch Pflaster ohne Salbe hilfreich sein könnten, um Wunden abzudecken. Er beauftragte den Chemiker Isaac Lifschütz damit, einen Klebstoff zu entwickeln. Dieser klebte hervorragend – war aber nicht hautverträglich.

Foto: WirtschaftsWoche

So entstand das erste technische Klebeband. Es wurde ein Vorläufer des bekannten Tesafilms. Dessen Name geht auf die Sekretärin Elsa Tesmer zurück:

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Bei einem internen Wettbewerb reichte sie die Wortneuschöpfung aus den Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens und den beiden letzten Buchstaben ihres Vornamens ein. Sowohl eine Zahnpastatube als auch eine künstliche Haut für Wurst mit dem Namen Tesa floppten aber. 1936 kam schließlich der Tesa-Klebefilm auf den Markt, später nur Tesafilm genannt.

Dass heute fast jeder Tesa kennt und den Namen als Synonym für Klebeband verwendet, hat das Unternehmen wohl dem Kaufmann Hugo Kirchberg zu verdanken. Der Beiersdorf-Mitarbeiter hatte ein Händchen für Marketing und erfand ständig neue Einsatzmöglichkeiten.

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1941 wurde das Malerband Tesakrepp eingeführt, Tesa wurde zur Dachmarke aller selbstklebenden Produkte des Unternehmens. Weil nach dem Zweiten Weltkrieg viele Gebäude beschädigt, Baumaterialien aber Mangelware waren, entwickelte das Unternehmen 1954 außerdem ein selbstklebendes Abdichtungsprofil aus Kunststoffschaum (Tesamoll).

Heute stellt Tesa, eine hundertprozentige Tochter des Dax-Konzerns Beiersdorf, rund 7000 Produkte her. Etwa 5000 Menschen arbeiten für das Unternehmen, das seine Existenz einer reizenden Panne verdankt.

Foto: WirtschaftsWoche

Dieser Artikel erscheint in unserer neuen Reihe WiWo History.

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