1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Mittelstand
  4. Berufe der Zukunft - Menschen mit diesen Jobs haben auch in Zukunft gute Karten

Heißbegehrte JobsBerufe mit Zukunftsgarantie

Im Jahr 2030 haben BWLer mit dem Schwerpunkt Marketing genauso schlechte Karten wie Kaufmänner, Lehrer und Wirtschaftswissenschaftler. Welche Jobs in Zukunft noch gefragt sein werden - und wo. 16.04.2015 - 12:25 Uhr
Foto: dpa

Kaufmännische Berufe sind out

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat zusammen mit dem Bundesinstitut Berufsbildung (BBB) den Arbeitsmarkt der Zukunft analysiert. Schlechte Nachrichten haben die Experten für Arbeitskräfte in kaufmännischen Dienstleistungsberufen, Kaufleute im Handel, Lehrer und Ausbilder sowie für die rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Berufe. In diesen Sektoren kommt es bis 2030 zu einem deutschlandweiten Überangebot. Heißt: Die Chancen auf einen Job und ein gutes Gehalt sind eher gering.

Foto: dpa

Gesuchte Handwerker und Techniker

Wenn sich die bisherigen Trends in der Zukunft fortsetzen, wird es besonders bei den klassischen Ausbildungsberufen im technischen Sektor eng. Laut der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektion wird es 2030 deutschlandweit zu einem Engpass an Fachkräften mit einer dualen Berufsausbildung kommen. "Auf der beruflichen Ebene ergibt sich in 15 von 20 untersuchten Berufshauptfeldern in mindestens einer Region ein rechnerischer Arbeitskräfteengpass", heißt es in der Studie. "Bei den technischen Berufen sind die Engpässe flächendeckend." Stattdessen erwarten die Experten eine Akademiker-Flut.

Foto: dpa

Engpässe in der Gesundheitsbranche

Auch Krankenpfleger und -schwestern, Fachkräfte aus der Altenpflege und sonstigen Gesundheitsberufen werden im Jahr 2030 Mangelware sein. Allein in der Pflege sollen bundesweit 155.000 Kräfte fehlen. Wer in diesem Sektor ausgebildet ist, hat also auch in Zukunft keine Probleme einen Job zu finden. Die Regionen Nord (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) und Nordrhein-Westfalen werden deutschlandweit die einzigen Regionen mit einem Überangebot an Arbeitskräften bei den Gesundheitsberufen sein, so die Prognose. In Nordrhein-Westfalen wird es jedoch in den meisten Berufsfeldern ein Überangebot an Arbeitskräften geben.

Foto: dpa

Nordrhein-Westfalen

Berufe, die 2030 in Nordrhein-Westfalen gesucht sein werden, sind laut der Prognose Medien-, geistes- und sozialwissenschaftliche Berufe (voraussichtlich 3000 unbesetzte Stellen), Berufe im Waren- und Einzelhandel (4.000 unbesetzte Stellen), technische Berufe (6000 unbesetzte Stellen) und Bauberufe, Holz-, Kunststoffbe- und verarbeitung (20.000 unbesetzte Stellen). Außerdem gehen die Experten von einem Mangel an Wach- und Sicherheitsleuten aus.

Foto: AP

Baden-Württemberg

In Zukunft entscheidet aber nicht nur der gelernte Beruf über die eigenen Jobchancen, sondern auch die Region - beziehungsweise die Bereitschaft, umzuziehen. In Baden-Württemberg wächst laut den Experten die Bevölkerung weiter - anders als in den anderen Bundesländern. Dort wird auch 2030 das Verarbeitende Gewerbe der Motor des wirtschaftlichen Wachstums sein. In den Maschinen und Anlagen steuernden und wartenden Berufen sowie den akademisch geprägten IT- und naturwissenschaftlichen Berufen wird es zu einem Überangebot an Fachkräften kommen. Was klassische Ausbildungsberufe angeht, wird Baden-Württemberg die einzige Region sein, in der es laut Prognose nicht zu einem Mangel an Kräften kommen wird, da der Abschluss einer Berufsausbildung dort traditionell eine hohe Bedeutung hat. Doch auch hier wird es an rund 70.000 Fachkräften aus dem Gesundheitswesen fehlen.

Foto: REUTERS

Ostdeutschland

Ganz anders sieht es im Osten der Republik aus: Die neuen Bundesländer, inklusive Berlin, haben deutschlandweit den größten Bevölkerungsrückgang bis 2030 zu verzeichnen. Entsprechend ist dies auch die einzige Region, in der die Autoren einen Engpass bei Akademikern voraussagen. Doch auch an anderer Stelle wird es knapp - mit entsprechendem Nutzen für Fachkräfte aus diesen Branchen.

So werden 45.000 Stellen in Verkehr-, Lager- und Transportberufen unbesetzt bleiben, 35.000 im Gesundheitssektor, 28.000 in Reinigungs- und Entsorgungsberufen, 25.000 in technischen Berufen, 24.000 Stellen im Bereich der Maschinen- und Anlagensteuerung und -Wartung, es fehlen außerdem 22.000 Hilfskräfte und Hausmeister, 16.000 Kräfte aus der Metallverarbeitung, dem Anlagenbau beziehungsweise -montage oder der der Anlagenelektronik, außerdem fehlen jeweils 8000 Kräfte in der Gastronomie und 8000 in Sozialberufen sowie 6000 in be- und verarbeitenden Berufe sowie Instandsetzung.

Foto: dpa

Bayern

In Bayern wird - wie auch in Baden-Württemberg - das Verarbeitende Gewerbe der Motor des wirtschaftlichen Wachstums bleiben. Entsprechend hoch wird auch dort die Nachfrage nach Maschinen- und Fahrzeugbauern sowie IT- und naturwissenschaftlichen Berufen sein. Bayern ist laut den Experten die Region mit den wenigsten Berufsfeldern, in denen mit einem Fachkräfteengpass zu rechnen ist.

Wer im Jahr 2030 in der Gastronomie (voraussichtlich 14.000 unbesetzte Stellen), dem Gesundheits- oder Mediensektor (zusammen circa 66.000 unbesetzte Stellen), einem geistes- und sozialwissenschaftlichen oder künstlerischen Beruf tätig ist, hat jedoch in Bayern die besten Chancen, eine gutbezahlte Stelle zu finden.

Foto: dpa

Norddeutschland

In Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind vor allem Fachkräfte aus dem landwirtschaftlichen Bereich, Logistik und Verkehr gefragt. Allerdings gehen die Experten davon aus, dass Jobangebot und -nachfrage in Zukunft ausgeglichen werden. Wer in diesen Branchen tätig ist, bekommt also einen Job, wird aber nicht heißumkämpft. Anders sieht es dagegen bei den Rohstoff gewinnenden Berufen aus (voraussichtlich 30.000 unbesetzte Stellen). Ingenieure und Ingenieurinnen für Rohstoffgewinnung und -aufbereitung sollten spätestens in 15 Jahren ihre Koffer packen und sich auf den Weg in den Norden machen. Hier winken Jobs und gutes Geld.

Foto: dpa

Region Mitte-West

In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist die Wirtschaftsstruktur durch die Bankenmetropole Frankfurt auch 2030 geprägt vom Finanz- und Versicherungssektor. In den besonders vorherrschenden Bereichen der kaufmännischen Berufe und rechts - und wirtschaftswissenschaftlichen Berufe wird es zu einem Überangebot an Fachkräften kommen. Für Angestellte aus diesen Branchen gibt es dort also wenig zu holen. Anders sieht es bei den Fachkräften aus dem Gesundheitswesen aus: Hier fehlen voraussichtlich 37.000 Kräfte. Bei den technischen Berufen sollen im Jahr 2030 rund 9000 Stellen unbesetzt und bei den Wach- und Sicherheitsleuten werden 7000 Kräfte fehlen.

Foto: AP

Mobilität und Flexibilität helfen

Die gute Nachricht ist: Es handelt sich bei dem Ausblick von IAB und BIBB um eine Prognose. Diese Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt. In den Projektionen erscheinende Engpässe oder Überhänge seien nicht als unausweichlich aufzufassen. "Die unterschiedliche demografische Entwicklung und die Wirtschaftsstruktur in den untersuchten Regionen geben die Richtung für die zukünftige Entwicklung des Arbeitskräfteangebots und -bedarfs nach Berufen und Qualifikationen vor", so die Forscher. Die Autoren erläutern: "Die Projektionen zeigen, auf welchem Entwicklungspfad wir uns bis zum Jahr 2030 befinden, wenn sich die bisherigen Trends in der Zukunft fortsetzen." Mehr regionale Mobilität und berufliche Flexibilität könnten beispielsweise Fachkräfteengpässe und –angebote teilweise ausgleichen.

Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick