Umgangsformen: Duzen – nein danke!

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Umgangsformen: Duzen – nein danke!

, aktualisiert 11. Oktober 2013, 07:03 Uhr
von Nora Jakob

Wann ist es angebracht zu siezen, wann wir geduzt? Das eine schafft Nähe, das andere Distanz. Beide Anredeformen haben ihre Tücken und sind einem ständigen Wandel unterworfen – und das weltweit. Ein Überblick.

Früher gab es noch Regeln, wer wem unter welchen Umständen das „Du“ anbieten darf: Der Ältere dem Jüngeren und der Höhergestellte dem Nachrangigen. Das scheint sich heute immer mehr aufzulösen. Plötzlich ist es in einigen Büros in Mode, sich direkt zu duzen – einfach so, vor allem in den Medien oder der Werbung. Im Bereich der Banken geht es weiterhin eher konservativ zu.

Die zehn Knigge-Basics

  • 1. Niesen

    Wer niesen muss, tut dies indem er den Handrücken der linken Hand benutzt und sich wegdreht. Hat sich durch die abrupte Bewegung jemand erschreckt, entschuldigt man sich. Daneben kann man in einer kleinen Runde "Gesundheit" wünschen, wenn aber beispielsweise bei großen Besprechungen jemand niest, wird das ohne Kommentar ignoriert.

  • 2. Am Telefon melden

    Wenn man sich am Telefon meldet genügt kein: Guten Tag oder Hallo. Man sollte zumindest den Familiennamen nennen. Außerdem empfiehlt es sich bei mehreren Personen im gleichen Alter, die in einem Haus wohnen, auch noch den Vornamen dazu zu nennen. Ein Gruß wie „Hallo“ oder „Guten Tag“ kann gerne nachgestellt werden, ist jedoch kein Muss.

  • 3. Zeiten in denen man Personen anrufen darf

    Nach 21.30 Uhr sollte man nur in äußersten Notfällen bei anderen Personen anrufen. Außerdem empfiehlt es sich, bei älteren Personen auf eine Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr zu achten, in denen ebenfalls das Telefon stumm bleiben sollte.

  • 4. Keine unangekündigten Besuche

    Auch wenn es manchen als spontan und nett erscheinen mag. Unangekündigte Besuche sollte man vermeiden um den Gastgeber nicht zu einer ungelegenen Zeit zu stören, empfiehlt Knigge-Expertin Tosca Freifrau von Korff. Ein Anruf, 30-45 Minuten vorher hilft um zu klären, ob ein kurzfristiger Besuch möglich ist.

  • 5. Die passende Kleidung

    Bei offiziellen Anlässen wie Taufen, Hochzeiten oder aber auch einem feinen Abendessen ist es sinnvoll, den Gastgeber vorher nach dem Kleidungswunsch zu fragen, wenn dies nicht auf der Einladung vermerkt ist. So vermeidet man unangenehme Ausrutscher in Sachen Kleidung.

  • 6. In ganzen Sätzen sprechen

    Egal, wie die Frage lautet oder wer sie stellt: Richtig antwortet man nur in ganzen Sätzen. So lautet die Antwort auf die Frage nach dem gewünschten Getränk im Flugzeug nicht „Tomatensaft“, sondern „Ich hätte gerne einen Tomatensaft.“

  • 7. Über andere lästern

    Schlecht über andere Personen reden empfiehlt sich generell nicht. Wer es dennoch nicht lassen kann, sollte das nur in einem ungestörten Umfeld tun, in dem keine Dritte zuhören. Das Bahnabteil oder den Bus zum Lästern nutzen ist also ein No-Go.

  • 8. Konflikte lösen

    Wer ernste oder problematische Dinge mit anderen zu besprechen hat, sollte den passenden Zeitpunkt abwarten, auch wenn manche Dinge dringend sind. So gehört das Besprechen von Konflikten nicht auf eine Hochzeit oder eine Geburtstagsfeier.

  • 9. Zu Gast bei anderen

    Wer irgendwo Gast ist muss abwarten, wo ihn der Gastgeber hinführt. Eine Besichtigungstour auf eigene Faust a la „Ich schaue mich mal ein wenig um“ ist nicht akzeptabel. Stattdessen lieber gleich den Gastgeber um eine Führung bitten.

  • 10. Hausschuhe anbieten

    Wer Gäste hat, muss ihnen gestatten ihre Schuhe anzulassen. Hausschuhe, die schon von anderen getragen wurden sind keine Alternative. Im Extremfall kann man seine Gäste drum bitten, des Bodens zur Liebe die Schuhe auszuziehen. Allerdings sollte ein aufmerksamer Gast bei schlechtem Wetter gleich ein zweites Paar Schuhe für den Innenraum mitbringen.

Langsam regt sich in den Büros Widerstand gegen Dauer-Duzer. Denn Duzen ist keine Pflicht. Es ist ein Angebot sich auf einen meist lockeren Umgangston zu verständigen. Es baut auch bestehende Distanzen ab, das sollte man sich vor Augen halten. Das wird vor allem in Situationen deutlich, die Konfliktpotential und Reibungspunkte bieten: Ein (beleidigender) Angriff fällt leichter, wenn die „Sie“-Barriere weg ist. Beim „Du“ ist es außerdem schwierig, Kritik wirklich zu äußern. Und schwierig wird es auch, wenn der Vorgesetzte Autorität zeigen muss. Allerdings können Sie sich nicht dagegen wehren, wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem das Duzen an der Tagesordnung ist. In dem Fall müssen Sie dem „Du“ auch keine weitere freundschaftliche Bedeutung zumessen – es ist dann etwa vergleichbar mit englischen „You“.

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Quelle: dpa

Ablehnen sollten Sie es hingegen in Fällen, wenn Sie sich überrumpelt fühlen – sollten dann aber klar machen, dass es nichts mit der Person des Gegenübers zu tun hat, sondern Sie sich mit dem „Du“ nicht wohlfühlen. Das gilt übrigens auch gegenüber dem Chef: Sie sollten sich allerdings schon im Vorfeld eine gute Erklärung überlegen. Es ist allerdings nicht so, dass es gar keine offiziellen Regeln mehr gibt.

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