Digitalisierung: Was die Manager der Zukunft anders machen

Digitalisierung: Was die Manager der Zukunft anders machen

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Digitale Macher brauchen vor allem Eines: Mut

von Kerstin Dämon

E-Commerce ist jetzt schon wieder Vergangenheit: Wer sein Unternehmen fit für die Zukunft machen will, braucht vor allem Mut. Was die Macher von morgen können und welche Probleme sie angehen müssen.

Auf einmal war es da, dieses Internet. Es veränderte das Leben der Konsumenten und ihre Konsumgewohnheiten. Und seitdem beschäftigen sich – notgedrungen – immer mehr Unternehmen mit der Digitalisierung. Denn ihre Kunden haben sich verändert. Doch nicht alle Branchen und Betriebe schaffen den Schritt in den digitalisierten Markt gleich gut. „Die Reisebranche ist fast schon durch mit der digitalen Disruption. Flüge und Hotels bucht man fast nur noch online oder per App“, sagt Jens Monsees, der schon für BMW und Google das digitale Marketing in die Hand genommen hat und jetzt bei der Dienstleistungsgesellschaft arvato als Leiter Solution Group Digital Marketing den weltweiten Auf- und Ausbau der digitalen Marketinggeschäfte verantwortet.

Zuerst habe die Medienbranche schmerzhaft erfahren müssen, dass das gute, analoge Printprodukt dem Leser nicht mehr reicht, dann blieben den Reisebüros die Urlauber fern und schließlich guckte auch der stationäre Handel in die Röhre. Wer seine Kunden erreichen will, muss sich bewegen. „Bei Pharma gibt es die Online-Apotheken und genauso gibt es bei Autohändlern Apps, Plattformen, Autobörsen“, so Monsees. Menschen wie ihn hat eine Studie der Personalberatung Russell Reynolds Associates als „produktive Disruptoren“ identifiziert: Umstürzler, die ihr Unternehmen auch gegen Widerstände aus den eigenen Reihen in die Zukunft führen.

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Vier Erfolgsmuster für Unternehmen im digitalen Wandel

  • Agilität

    Niemand kann zuverlässig voraussagen, welche Entwicklung sich wie auswirkt. Wer schnell auf Unvorhergesehenes reagieren kann, ist erfolgreicher als andere.

    Quelle: Studie "Produktive Disruptoren" der Personalberatung Russell Reynolds Associates

  • Offenheit

    Information kann schnell und einfach geteilt werden. Etwas geheim zu halten ist dagegen schwierig.

  • Vernetzung

    Mit anderen im Dialog zu stehen, Kontakte bewusst auszubauen, auch ohne dass man immer weiß, welchen konkreten Nutzen sie bringen, schafft die Grundlage für Schneeballeffekte.

  • Partizipation

    Mithilfe des Internets können Menschen ihr Wissen teilen und mehren – und somit altgediente Hierarchien und Systeme ergänzen oder gar überwinden.

Die Berater haben eine globale Kompetenzanalyse mit psychometrischen Profilen von 4958 Führungskräften erstellt und herausgefunden, was sie denn nun ausmacht, die Macher von Morgen. Dafür habe man sich zunächst gefragt, in welchen Branchen und Unternehmen Transformation erfolgreich stattgefunden hat und wo große Veränderungen angestoßen wurden, so Georgia Stegmann, Executive Director im Digital Transformation-Team der Personalberatung. Dann habe man untersucht, was diejenigen, die das analoge zum digitalen Geschäft gemacht haben, von denen unterscheidet, die weiterhin an Altvertrautem festhalten.

Fünf Merkmale machen den Digital Leader aus

Fünf Kernfähigkeiten seien es, die den Unterschied machen, so das Ergebnis der Studie: Innovationswille, der Mut, technologisches Neuland zu betreten, Führungsstärke und Zielstrebigkeit. „Ein hohes Maß an analytischer und intellektueller Unabhängigkeit sowie Leadership sind ausschlaggebend, um diese Innovationskraft zu entwickeln und um das Unternehmen, die Mitarbeiter und Partner bei diesem Transformationsprozess mitzunehmen“, fasst Joachim Bohner, der bei Russell Reynolds Associates für die Leadership Assessment Practice verantwortliche Partner, das Ergebnis zusammen. Ein Beispiel dafür seien Larry Page und Sergey Brin, die den ohnehin digitalen Suchmaschinengiganten Google mit dem radikalen Umbau zum Digitalkonglomerat Alphabet auf die nächste Stufe gehoben haben.


„Sie haben die gleichen Merkmale – Führungsstärke, Mut, Zielstrebigkeit – wie andere Führungskräfte, unterscheiden sich aber in ihrer sozialen Kompetenz von traditionellen Managern: Sie achten sehr viel weniger auf hierarchische Ebenen“, sagt Stegmann. Statt auf Abschlüsse, Biografien oder das entsprechende Lametta auf der Schulter zu achten, sagten sie stattdessen: „Ich brauche dich, um dieses Ziel zu erreichen. Sie holen sich junge, dynamische Leute in Projektaufgaben und Teams und geben ihnen die entsprechende Verantwortung, statt im Silo zu denken.“

Wie Ihr Unternehmen digital fit wird

  • Bewusstsein schaffen

    Machen Sie die Digitalstrategie zur Chefsache. Entwickeln Sie ein Gespür dafür, wie sich veränderte Kundenerwartungen auf Ihr Geschäft auswirken. Transportieren Sie dieses Bewusstsein ins Unternehmen.

  • Vision entwickeln

    Wie sieht Ihr Unternehmen in fünf Jahren in einer digitalisierten Welt aus? Machen Sie sich klar, wie Sie künftig mit Kunden interagieren, welche Innovationen Sie bis dahin eingeführt und wie sich Ihre internen Prozesse geändert haben müssen.

  • Schnell starten

    Sobald Sie Ihre Strategie entwickelt haben, starten Sie mit der Umsetzung – mit kleinen, schnellen Schritten und überschaubaren Projekten. Schaffen Sie Inseln mit optimiertem organisatorischem, technologischem und kulturellem Rahmen – inklusive neuer Anreizsysteme, die die Ziele Ihrer Digitalstrategie unterstützen.

  • Erfolge kommunizieren

    Messen Sie die Effekte Ihrer Projekte, und kommunizieren Sie Erfolge nach innen und außen.

Die aktuelle Manager-Generation ist für die akuten Herausforderungen jedoch schon biografisch nicht optimal aufgestellt und kann sich im besten Fall als ‚Half Digital Natives‘ bezeichnen. Das bestätigt auch Monsees. Er sagt: „Eines der größten Probleme dabei ist, dass viele Entscheider mit einem bestimmten klassischen Geschäftsmodell ihre Karriere gemacht haben. Nun sind aber in der Digitalen Disruption viele Mechaniken außer Kraft gesetzt und andere Kompetenzen und Talente in dieser Situation gefragt.“

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1 Kommentar zu Digitalisierung: Was die Manager der Zukunft anders machen

  • Die hier genannten Erfolgsmuster für Unternehmen im digitalen Wandel sind die großen Tugenden des Change Management: Bewußtsein schaffen für Dringlichkeit, Vision entwickeln, realistische und erreichbare Ziele definieren, Verantwortliche mit Veränderungsbereitschaft gewinnen, Erfolge feiern und Kommunikation. All das sind gute Voraussetzungen für den digitalen Wandel. Und mit Mut wird daraus ein Schuh... Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel! Mehr zum Thema Mut im Business finden Sie übrigens hier: http://www.clever-change.de/keine-angst-vor-der-wahrheit/
    Herzlichst Verena Czerny

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