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Personal: Wie deutsche Konzerne internationaler werden

von Ruth Lemmer

Chinesen im Vorstand, Projektteams mit französischen Nachwuchsmanagern, Trainees aus Pakistan: Weil deutsche Unternehmen immer globaler handeln, müssen auch Chefetagen und Mitarbeiter internationaler werden.

Pakistani Emad Shahid mit Traineekollegen aus acht Ländern Quelle: Stefan Kröger für WirtschaftsWoche
"In diesem internationalen Umfeld fühle ich mich als hoch geachtete Person" Pakistani Emad Shahid (23, 1. Reihe, 4. v.l.) mit Traineekollegen aus acht Ländern Quelle: Stefan Kröger für WirtschaftsWoche

Emad Shahid hat mit seinen 23 Jahren schon viel von der Welt gesehen: Geboren wurde er in Abu Dhabi, während sein Vater dort als Banker arbeitete. Aufgewachsen ist er mit seinen vier Brüdern in Karatschi, der größten Stadt Pakistans – hier ist die Heimat seiner Eltern. Fünf Jahre lebte die Familie in Warschau, als Shahids Vater von der Bank dorthin geschickt wurde. Zum Ingenieurstudium schließlich ging Shahid junior nach Atlanta. Nach Bachelor und Master in den USA arbeitet der Pakistani nun seit zwei Monaten in Hannover – als Trainee beim Automobilzulieferer Continental.

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Auch wenn die beschauliche Stadt an der Leine nicht mithalten kann mit den Metropolen, in denen der 23-Jährige bisher lebte – Shahid fühlt sich in der Stadt, die für die kommenden 18 Monate seine Wahlheimat sein wird, pudelwohl. Unter anderem deshalb, weil er in seiner Traineegruppe mit Mitstreitern aus acht verschiedenen Nationen gemeinsam lernt. "Ich fühle mich hier nicht als Exot", erzählt Shahid. "Täglich treffe ich Kollegen aus unterschiedlichen Ländern – das ist hier wie auf einer internationalen Insel."

"Zu deutsch, zu weiß, zu männlich"

Konzerne wie der Automobilzulieferer Continental, die ihre Märkte international beackern – also vor Ort nicht mehr nur auf Kundenfang gehen, sondern dort auch Materialien einkaufen, die sie in den jeweiligen Regionen benötigen, um dort Waren für die lokalen Märkte zu produzieren –, globalisieren nun auch intensiv ihre Personalarbeit. Was Siemens-Chef Peter Löscher schon bei seinem Amtsantritt im Sommer 2008 moniert hatte – ihm war seine eigene Führungsriege "zu deutsch, zu weiß, zu männlich" – setzt sich sukzessive bei immer mehr Unternehmen durch.

Laut einer Befragung der Unternehmensberatung ECA International unter 290 weltweit verstreuten Unternehmen aller Größen und Branchen ist nicht nur die Zahl der weltweit Entsendeten in den zurückliegenden zehn Jahren um 25 Prozent gestiegen. Allein in den vergangenen beiden Jahren nahm die Bereitschaft, Mitarbeiter auf mehrjährige Auslandseinsätze zu schicken, bei 61 Prozent der befragten Firmen weiter zu. Und 62 Prozent gehen davon aus, dass dieser Trend angesichts der weiter voranschreitenden Globalisierung zunehmen wird.

Elite direkt von der Hochschule

Gleichzeitig steigt mit der Qualität ihrer Ausbildung auch die Zahl lokaler Manager, die das Auslandsgeschäft ihrer Arbeitgeber organisieren – weil sie die Gepflogenheiten ihrer alten Heimat viel besser kennen. Immer öfter entdecken Unternehmen die ausländische Elite auch für Positionen in Deutschland. Und das nicht mehr nur für zweitrangige Posten mit Feigenblattfunktion: Sie rekrutieren Absolventen mit Spitzennoten frisch von der Hochschule weg, schicken Manager aus dem Mittelbau durch die Welt, bilden internationale Teams in Geschäftsfeldern, die ebenfalls grenzüberschreitend organisiert sind.

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