Schick und Strathmann scheiden aus: "Bei manchen Besetzungen kann ich nur den Kopf schütteln"

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InterviewSchick und Strathmann scheiden aus: "Bei manchen Besetzungen kann ich nur den Kopf schütteln"

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Marion Schick ist eine von vielen Frauen, die in den vergangenen Jahren in die Vorstände gehievt wurden und nun doch ausscheiden

von Kristin Schmidt

Warum Frauen in Vorstandspositionen so häufig scheitern und welche Lehren Unternehmen daraus ziehen sollten, erklärt Headhunter Heiner Thorborg.

Wieder zwei Frauen weniger in Dax-Vorständen. Marion Schick scheidet aus gesundheitlichen Gründen bei der Deutschen Telekom aus. Continental verlängert den Vertrag mit  Personalvorstand Elke Strathmann nicht. Überrascht Sie das, Herr Thorborg?

Nicht besonders. In den vergangenen Jahren wurden sehr viele Frauen in Dax-Vorstände berufen. Ich bin von Anfang an davon ausgegangen, dass etwa die Hälfte schnell wieder ausscheidet.  Sieben Frauen haben sich in den vergangenen zwei Jahren verabschiedet.

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Das ist eine Menge. Aber fällt das bei Frauen nur besonders auf, weil alle Welt auf sie blickt?

Nein. Damit hat das nichts zu tun. Eine Ausfallquote von 50 Prozent gibt es bei Männern nicht.

Woran liegt das?

Heiner Thorborg

Heiner Thorborg sieht die Ursache für das Scheitern vieler Frauen auch bei den Männern

Unternehmen und Personalberatungen sind bei der Auswahl nicht sorgfältig genug. Da gibt es Besetzungen, bei denen kann ich nur den Kopf schütteln. Es werden Frauen in Vorstandspositionen gehoben, die dafür nicht qualifiziert sind. Männer mit gleicher Qualifikation würden nicht einmal zum persönlichen Interview eingeladen.

Warum tun Unternehmen das?

Sie fühlen sich anscheinend stark unter Druck gesetzt. Vorstandsvorsitzende mutieren zu kleinen Jungs, die unbedingt als erste eine Frau in der ersten Führungsebene haben wollen. Eine Art Wettrennen.

Erkennen die Frauen selbst diese Beförderungspraxis nicht oder überschätzen sie sich auch?

Einen Vorstandsposten in einem Dax-Konzern schlägt man nicht so einfach aus. Die Bezahlung ist gut und natürlich wird da auch das weibliche Ego gepackt und will sich unbedingt beweisen. Es gibt ja durchaus auch sehr gute Frauen, die sich im Dax etabliert haben. Frau Suckale zum Beispiel.

Im Falle von Frau Strathmann heißt es in Medienberichten, Conti wolle sich aus „atmosphärischen“ Gründen von ihr trennen. Kommen Männer vielleicht einfach nicht mit starken Frauen klar und fühlen sich von ihnen schneller auf die Füße getreten?

Das glaube ich nicht. Es ist immer eine Frage der Persönlichkeit. Es gibt sowohl Männer als auch Frauen, die nicht in den jeweiligen Vorstand passen. Allerdings glaube ich, dass bei Frauen weniger hinterfragt wird, ob sie ins Team passen.

Warum?

Da ist man froh, dass eine Frau von der Papierform her einigermaßen passt. Das überschattet alles andere.  

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Bei Continental soll wieder eine Managerin den Posten des Personalvorstands übernehmen. Ist eine solche Festlegung eine gute Idee, solange die potenzielle Nachfolgerin den Vertrag noch nicht unterschrieben hat?

Unternehmen sollten sich nach qualifizierten Nachfolgern umsehen und sich nicht selbst unter Druck setzen, in dem sie verkünden eine Frau zu holen. Wenn eine Managerin am besten für den Posten geeignet ist, ist das toll. Wenn nicht, sollte man den Mann einer Fehlbesetzung vorziehen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass Continental-Aufsichtsratschef Reitzle so etwas gesagt haben soll.

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