1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Geldanlage
  4. Nach der Fed-Entscheidung: Kommt die Trendwende beim Gold?

Nach der Fed-EntscheidungKommt die Trendwende beim Gold?

Gold findet in jeder Markphase Abnehmer – das macht Goldinvestments zu einer Versicherung. Die Entscheidung der US-Notenbank, die Geldschleusen offen zu lassen, könnte den Goldpreis neu beleben.Andreas Toller 20.09.2013 - 16:43 Uhr

Prognosen für den Goldpreis

Viele Analysten der Banken haben ihre Schätzung zum Goldpreis im Laufe des Jahres gleich mehrfach angepasst – teilweise in großen Schritten. Privatanleger lässt das bislang überwiegend kalt: Sie kaufen weiter physisches Gold. Anders als viele Analysten halten sie den niedrigen Goldpreis für eine Kaufgelegenheit. Nachfolgend die Goldpreisprognosen der Banken.

Foto: dpa

Goldman Sachs

Der Goldpreis wird im kommenden Jahr wahrscheinlich um mindestens 15 Prozent sinken. Zu dieser Einschätzung kommen die Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. Sie sehen trotz eines beschleunigten US-Wirtschaftswachstums erhöhte Abwärtsrisiken für Rohstoffe. Die Preise für Gold, Kupfer und Sojabohnen werden demnach auf das niedrigste Niveau seit 2010 sinken. Die Goldman-Sachs-Analysten gehen beim Goldpreis von einem Rückgang bis Ende nächsten Jahres auf 1050 Dollar je Unze aus.

Stand: 22. November 2013

Foto: REUTERS

UBS

Die Schweizer Bank UBS prognostiziert im Jahresdurchschnitt für 2013 einen Goldpreis von 1440 Dollar je Unze. 2014 soll dann ein Durchschnittspreis von 1325 Dollar je Unze erreicht werden. Damit nahm die Bank ihre Prognose für das laufende Jahr um zehn und für das kommende Jahr um 18 Prozent zurück.

Stand: 25. Juni 2013

Foto: REUTERS

Morgan Stanley

Für 2013 geht die US-Bank nun von 1409 Dollar je Unze aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren. Für 2014 rechnen sie mit 1313 Dollar je Unze, zuvor waren es 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück.

Stand 25. Juni 2013

Foto: dapd

HSBC

Die größte Bank der Welt senkte ihre Prognose für den Goldpreis auf einen Jahresdurchschnitt von 1396 Dollar je Unze in 2013 und 1435 Dollar für 2014. Damit senkte sie ihre alten Prognosen um neun bzw. zehn Prozent.

Stand: 25. Juni 2013

Foto: REUTERS

RBC Capital

 

Prognose am 1. Januar: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1275 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

 

Alle Prognosen beziehen sich auf den erwarteten Goldpreis im vierten Quartal 2013.

Quelle: Bloomberg; Stand: 28. Mai

Foto: REUTERS

Danske Bank

Prognose am 1. Januar: 1775 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1400 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1325 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: PR

LBBW

Prognose am 1. Januar: 1850 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1850 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1350 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Société Générale

Prognose am 1. Januar: 1750 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1375 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1375 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Prognose am 27. Juni: 1200 Dollar je Unze (Goldpreis am 27. Juni: 1233 Dollar / Unze)

Foto: dpa

UniCredit

Prognose am 1. Januar: 1950 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1750 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1400 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Citigroup

Prognose am 1. Januar: 1720 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1455 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Toronto-Dominion Bank

Prognose am 1. Januar: 1950 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1550 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1460 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

National Australia

Prognose am 1. Januar: 1460 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1500 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1500 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

Barclays

Prognose am 1. Januar: 1845 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1500 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: AP

Deutsche Bank

Prognose am 1. Januar: 2100 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 2000 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1525 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dpa

Credit Suisse

Prognose am 1. Januar: 1880 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1540 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1540 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Prognose am 25. Juni 2013: 1250 Dollar / Unze (Goldpreis am 25. Juni: 1275 Dollar / Unze)

Goldpreis auf Sicht von zwölf Monaten prognostiziert Credit Suisse einen Preis von 1150 Dollar / Unze, für das zweite Halbjahr 2014 lautet die Prognose auf 1150 Dollar je Unze.

Foto: dpa

Westpac

Prognose am 1. Januar: 1700 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1589 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1589 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: AP

DZ Bank

Prognose am 1. Januar: 2100 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1860 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1600 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Commerzbank

Prognose am 1. Januar: 2000 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1800 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

Intesa Sanpaolo

Prognose am 1. Januar: 1700 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1650 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

Nord/LB

Prognose am 1. Januar: 1950 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1825 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1750 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: dapd

Standard Chartered

Prognose am 1. Januar: 1900 Dollar / Unze (Goldpreis am 1. Januar: 1675 Dollar / Unze)

Prognose am 11. April: 1900 Dollar / Unze (Goldpreis am 11. April: 1561 Dollar / Unze)

Prognose am 28. Mai: 1800 Dollar / Unze (Goldpreis am 28. Mai: 1383 Dollar / Unze)

Foto: REUTERS

Die Börse in Stuttgart feiert einen goldenen Geburtstag. Ein Jahr ist es her, dass Gold auf der Handelsplattform für Derivate EUWAX als an der Börse handelbarer Rohstoff sein Debüt feierte. Das EUWAX-Gold ist eine Inhaberschuldverschreibung. Eine handelbare Einheit wird dabei zu 100 Prozent mit einem Gramm physischem Gold unterlegt. Dass es seit Auflage des sogenannten Gold-ETC (Exchange Traded Commodity) in Stuttgart nicht einen Handelstag gab, an die Zahl der Verkäufe die der Käufe überstiegen hätte, wertet der Chef der zuständigen Tochtergesellschaft der Börse Stuttgart, Rupertus Rothenhäuser, als einen Erfolg beim kleinen Mann: „Wie zahlreiche kleine Orders zeigen, schätzen insbesondere Privatanleger die Vorzüge von EUWAX Gold.“ Der Vorteil: Der Handel mit Gold ist bequem, kostengünstig und unkompliziert, trotzdem geht es um physisches Gold, für dass Anleger sonst erst eine Bank oder einen Goldhändler aufsuchen müssten.

Der konstante Nachfrageüberhang des Gold-ETCs belegt auch, was in den vergangenen Monaten bei fallenden Goldpreisen zu beobachten war: Während sich institutionelle Investoren von Gold und trennten, griffen die Privatanleger weiter munter zu. Sie setzen weniger auf Spekulationsgewinne, sondern mehr auf den Versicherungsaspekt von Gold. Denn Gold wird immer einen Wert haben, egal wie sich Währungen und die übrigen Anlageklassen entwickeln, weil es ewig haltbar, endlos und vollständig wiederverwertbar und knapp ist. Ein universelles und ultimatives Zahlungsmittel.

Die wichtigsten Fakten zu Gold
Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.Quelle: World Gold Council
Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.
Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.
Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).
Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.
Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).
Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Geologen schätzen, dass weltweit noch Goldvorräte von etwa 52.000 Tonnen in der Erde ruhen - besonders in Australien (7400 Tonnen), Südafrika (6000 Tonnen) und Russland (5000 Tonnen). Die USA verfügen mit gut 8100 Tonnen über die höchsten staatlichen Goldreserven, gefolgt von Deutschland mit 3400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit etwa 2800 Tonnen. China ist der größte Goldproduzent. Die verborgenen Schätze zu heben, ist allerdings nahezu unmöglich und schon gar nicht wirtschaftlich. Schließlich kann die Produktion von Gold inklusive Verwaltungskosten, Abschreibungen und Steuern nach Angaben des Goldhändlers Degussa in einzelnen Minen durchaus 1360 Euro pro Unze betragen.

Die oberirdisch Verfügbare Goldmenge steigt somit nur vergleichsweise langsam, die Nachfrage bleibt jedoch global betrachtet hoch. Gold bleibt ein knappes Gut und wird daher auch immer einen Wert haben. Seit dem Jahrestief bei 1234 Dollar je Feinunze im Juli hat sich das Edelmetall wieder auf einen Preis von rund 1350 Dollar hochgearbeitet. Den jüngsten Schub verlieh dem Goldpreis der verschobene Ausstieg der US-Notenbank Fed aus ihrer Krisenpolitik des extrem billigen Geldes. Die Gelddruckmaschinen dürften somit in den USA, der Eurozone und Japan noch eine ganze Weile laufen – und die Inflationsgefahren steigen lassen.

Das wiederum dürfte den Goldpreis nach Einschätzung von Analysten weiter anziehen lassen. Denn Gold gilt immer noch als beste Versicherung gegen wertloses Papiergeld, Börsencrash und den Verlust von monetären Werten schlechthin. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Änderung in der Haltung der Fed die Trendwende bei Gold, Rohstoffen und Sachwerten bringen könnte“, sagte Commerzbank-Rohstoffexperte Eugen Weinberg am Freitag in Frankfurt. Die nach wie vor weit geöffneten Geldschleusen und die Erwartung einer steigenden Inflation sprächen „eher für einen langfristigen Anstieg der Goldpreise“.

1980

Zu Beginn des Jahres 1980 steigt der Goldpreis erstmalig auf 850 US-Dollar (inflationsbereinigt 2.100 US-Dollar). Steigende Ölpreise und die damit verbundene hohe Inflation, der sowjetische Einmarsch in Afghanistan und die Revolution in Iran sorgen weltweit für Verunsicherung.

Goldpreis am Ende des Jahres:

589,8 US-Dollar
392,4 Euro
119.823,1 Yen
246,7 Pfund
1.047,8 Schweizer Franken

Foto: ap

1997

Die Finanz- und Wirtschaftskrise der Tigerstaaten von 1997-1998 (Asienkrise) ließ einen Großteil Asiens in eine Rezession verfallen. Gründe für die Krise waren exzessive Kreditaufnahme und maßlose Investitionen der Tigerstaaten. Die asiatischen Banken nahmen Kredite in US-Dollar auf und vergaben Kredite in inländischen Währungen. Das ging aber nur so lange gut, so lange der Dollar gegenüber dem Yen und anderen asiatischen Währungen schwach war. Als der Dollar ab 1995 anfing aufzuwerten, hatten die asiatischen Institute Probleme ihre Schulden zurückzuzahlen. Als die Gläubiger dies witterten zogen, sie ihr Kapital im großen Stil aus Asien ab, was wiederum die asiatischen Währungen schwächte. Eine sich selbst verstärkende Kapitalflucht ließ die Wirtschaft der Tigerstaaten einknicken.

Goldpreis am Ende des Jahres:

290,2 US-Dollar
266,1 Euro
37.733Yen
176,4 Pfund
423,3 Schweizer Franken

Foto: ap

1998

Wirtschaftliche Probleme kamen in Russland bereits nach der Asienkrise 1997 auf. Doch als dann 1998 massiv Kapital, unter anderem auch von asiatischen Investoren, abgezogen wurde, brach die Wirtschaft Russlands endgültig ein. Der Rubel geriet massiv unter Druck und Unternehmen konnten ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen, weil sie für die Waren kein Geld mehr bekamen. Der Großteil der Bürger konnte keine Steuern mehr zahlen. Folge: Russland wurde zahlungsunfähig.

In den USA erholt sich dagegen die Wirtschaft und die Inflation des US-Dollars lässt nach. Dies drückte in den vorangegangenen Jahren den Goldpreis deutlich nach unten.

Goldpreis am Ende des Jahres:

287,8 US-Dollar
245,1 Euro
32.463,8 Yen
173,0 Pfund
395,3 Schweizer Franken

Foto: Reuters

1999

Gordon Brown verkaufte von 1999 bis 2002 systematisch einen Großteil der Goldbestände Großbritanniens - und das obwohl der Goldpreis bei einem 20-Jahres-Tief lag. Zu der Zeit war er noch Schatzkanzler. Als er später Premierminister wurde, holte ihn die Vergangenheit ein: er erntete viel Kritik wegen der Goldverkäufe. Doch eine Schädigungsabsicht konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Großbritannien sind durch die Auktionen, verglichen mit dem heutigen Goldpreis, mehr als sieben Milliarden Dollar entgangen -der Goldpreis hat sich seit dem vervierfacht

Brown wird deshalb vorgeworfen Großbritannien bewusst geschädigt zu haben. Zumal er die Verkäufe im Vorfeld ankündigte, was den Preis bereits vor der Auktion fallen ließ und ihm eine schlechte Verhandlungsposition einräumte. Es gibt Gerüchte, dass Brown vor der Einführung des Euro mithelfen wollte den Goldpreis zu drücken. Diese These konnte aber bisher niemand beweisen.

Insgesamt verkaufte Gordon Brown 395 von 715 Tonnen. Die Zeit wird in England als „Gordon Bottom“ bezeichnet. Bis heute ist dieses Kapitel nicht endgültig durchleuchtet - die Motivation Browns bleibt damit ein Rätsel.

Goldpreis am Ende des Jahres:

290,3 US-Dollar
289,6 Euro
29.708 Yen
180,1 Pfund
464,6 Schweizer Franken

Foto: dapd

2000

Im März des neuen Jahrtausends platzte die Dotcom-Blase. Anleger waren die Jahre zuvor nahezu versessen in Aktien von Internetunternehmen. Firmen mit nur einem PC und einem Büro hatten plötzlich einen höheren Börsenwert, als Firmen mit ganzen Lagerhallen, die materielle Güter produzierten.

Grund war die Annahme, dass ein neues Zeitalter angebrochen sei: die New Economy. Man dachte, dass Produktion und Material weniger wert würden und Ideen das Gut der Zukunft seien. Aktien von Internet-Start-Ups waren deshalb teurer, als die von Traditionsunternehmen. Doch der Irrtum flog auf, als die ersten Internetfirmen Insolvenz anmeldeten und Anleger scharenweise aus Internetaktien flüchteten und die Blase zum platzen brachten.

Der Goldpreis fiel in den Neunzigerjahren stetig. Vor allem wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung (auch dank der New Economy) der USA von 1994 bis 2001. Anleger misstrauten Aktien nach der Dotcom-Blase und begannen in ein altbewährtes Gut zu investieren: Gold. Der Goldpreis wird seitdem rapide steigen.

Goldpreis am Ende des Jahres:

274,5 US-Dollar
292,3 Euro
31.342 Yen
183,7 Pfund
444,7 Schweizer Franken

Foto: ap

2001

Am 11. September 2001 stürzten wegen eines Terroranschlags die Zwillingstürme des World-Trade-Centers ein. Die westliche Welt wurde grundlegend erschüttert und das Sicherheitsgefühl vieler Menschen zerstört. Die wachsende Unsicherheit schlug sich auch im Goldpreis nieder, der seit 2001 nur noch eine Richtung kannte: aufwärts.

Für den ständig ansteigenden Goldpreis ist auch die Geldpolitik der USA verantwortlich, die mit ihrer Politik des billigen Geldes seit 2000 die Finanzmärkte mit Geld überflutete. Grund war der Versuch das Leistungsbilanzdefizit durch eine Entwertung des Dollars zu reduzieren. Folge des billigen Geldes war, dass Finanzinstitute exzessiv (Immobilien-)Kredite vergaben und diese Privatschulden schließlich an Investoren weiterverkauften - die perfekte Blase wuchs und wuchs, bis sie schließlich 2007 platzte.

Goldpreis am Ende des Jahres:

276,5 US-Dollar
310,5 Euro
36.238 Yen
190 Pfund
459,1 Schweizer Franken

Foto: dpa

2008

Am 15.September 2008 beantragte die US-Bank Lehman Brothers das Insolvenzverfahren. Da die US-Regierung vorher bereits drei großen Banken geholfen hatte, tat sie dies bei Lehman nicht mehr. Die Pleite blieb nicht ohne Folgen: Banken fingen an sich gegenseitig kein Geld mehr zu leihen, Anleger zogen ihr Geld von Banken ab. Die Finanzkrise, die 2007 als Immobilienkrise begann, spitzte sich daraufhin weiter zu.

Goldpreis am Ende des Jahres:

869,8 US-Dollar
625,7 Euro
78.842 Yen
604,9 Pfund
925,7 Schweizer Franken

Foto: dapd

2009

Die Finanzkrise weitet sich aus und droht zu einer Wirtschaftskrise zu werden. Der Goldpreis stellt einen Rekord nach dem anderen auf. Im Februar 2009 steigt der Goldpreis erstmals über die Marke von 1.000 US-Dollar. Dagegen geht es an den Aktienmärkten deutlich bergab - der Dax verlor seit Ende 2007 bis Anfang 2009 gut 4.000 Punkte. Anleger flüchteten in den als sicher geltenden goldenen Hafen.

Während die Fed weiterhin billiges Geld verteilt, kritisiert China die Geldpolitik der USA. Die globale Erholung sei gefährdet. Experten warnten daher vor einer drohenden "Mega-Blase" an den Finanzmärkten.

Goldpreis am Ende des Jahres:
1.087,5 US-Dollar
758,0 Euro
101.240 Yen
673,3 Pfund
1.124,2 Schweizer Franken

Foto: ap

2010

Die Finanzkrise mündet in eine Staatsschuldenkrise. Im Mai 2010 beginnen europäische Notenbanken Staatsanleihen zu kaufen - damit brechen sie ein traditionelles Tabu. Mit von der Partie ist auch die EZB, die beim Anleihemarkt mitmischt um die „Liquidität und Tiefe“ bestimmter Märkte zu sichern. Medien bezeichnen dies als „den ersten Sündenfall“ der EZB - denn mit dem Kauf von Staatsanleihen verlor die EZB einen Teil ihrer Unabhängigkeit. Die EZB selbst hielt dagegen und versuchte die eigene Unabhängigkeit herbeizureden: Politischer Druck sei nicht der Grund gewesen.

Die Notenbanken signalisierten mit ihrer Aktion, dass viele Staaten auf der Kippe stehen. Staatsanleihen wurden damit unattraktiver und Anleger entschieden sich immer öfter für Gold.

Goldpreis am Ende des Jahres:

1.405 US-Dollar
1.047 Euro
113.993 Yen
897,7 Pfund
1.310 Schweizer Franken

Foto: dpa

2011

Griechenlands Schuldenkrise erreicht immer weiter neue Höhen. Schließlich bleibt die letzte Hoffnung Griechenlands ein Schuldenschnitt bei den griechischen Staatsanleihen. Anfang 2012 kam er dann schließlich und erleichterte Griechenlands Schuldenlast. Doch schnell kamen andere Länder als Pleitekandidaten in Betracht. Aus der Schuldenkrise wird eine Euro-Krise, weil bereits der Zusammenbruch des Euro-Raums diskutiert wird.

Die Fed kauft 2011 weiterhin fleißig US-Staatsanleihen und pumpt somit Geld in den Markt. Außerdem hält sie an der Niedrigzinspolitik fest und belässt den Leitzins bei 0,25 Prozent. Motiv sei laut Bernanke die hohe Arbeitslosigkeit der USA - 2011 gab die Fed außerdem die erste Pressekonferenz ihrer Geschichte. Der Kurs der Fed wird sich so schnell nicht ändern, da die US-Wirtschaft immer noch stottert. Dass der Dollar noch nicht an hoher Inflation leidet, hat die US-Währung unter anderem der Euro-Krise zu verdanken. Dieser misstrauen Anleger noch mehr als der US-Geldpolitik.

Goldpreis am Ende des Jahres:

1.531 US-Dollar
1.179 Euro
117.795 Yen
985,1 Pfund
1.431 Schweizer Franken

Foto: dpa

Fed-Entscheidung

Bernanke macht Rückzieher - billiges Geld bleibt

von Saskia Littmann

Die US-Notenbank hatte am vergangenen Mittwoch die Märkte damit überrascht, dass sie ihre monatlichen 85 Milliarden Dollar schweren Anleihenkäufe zur Stützung der Konjunktur vorerst unverändert beibehält. Die Mehrheit der Analysten und Beobachter hatte mit dem Gegenteil gerechnet, da die US-Notenbankchef Ben Bernanke Wochen zuvor bereits signalisiert hatte, dass die Fed allmählich ein Ende des Krisenkurses einläuten könnte. Die aufgeschobene geldpolitische Wende sorgte für ein Kursfeuerwerk an den Börsen. Und folgerichtig schoss auch der Goldpreis nach der Fed-Entscheidung zwischenzeitlich auf mehr als 1370 US-Dollar je Feinunze (31 Gramm) nach oben.

In diesem Jahr, so Weinberg, sei die Goldpreisentwicklung in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Zum einen dürfte der Goldpreis erstmals seit dem Jahr 2000 zum Jahresschluss im Minus liegen. Zum anderen, weil die Wahrscheinlichkeit eine deutlichen Preisrückgangs um neun Prozent oder mehr an einem Tag beim Gold nach seiner Analyse mikroskopisch klein sei. In der Betrachtung der Tagespreisveränderungen seit 1975 sind solche Ausschläge praktisch nicht existent. Dennoch ist genau das passiert. Die Gründe dafür seien einerseits die charttechnische Lage, nach der in diesem Jahr ein langfristiger Aufwärtstrend und eine mittelfristige Unterstützung bereits gefallen seien. Dementsprechend sind vor allem Spekulanten aus dem Goldmarkt ausgestiegen. Gleichzeitig entwickeln sich die Realzinsen – etwa in Form von US-Staatsanleihen – positiv und die Inflationsängste nehmen wieder ab. Drittens können Anleger derzeit mit Aktien gutes Geld verdienen und gehen zunehmend höhere Risiken ein. Dazu passe auch, dass sich die börsengehandelten Fonds großenteils aus dem Goldmarkt verabschiedet haben.

Doch wie geht es nun weiter? Für eine Erholung des Goldes spricht neben der genannten Fed-Entscheidung und der anhaltenden expansiven Geldpolitik der großen Industriestaaten die steigende Goldnachfrage vor allem aus China, die bereits für erhöhte Goldexporte nach Fernost sorgt. Zudem sind in den vergangenen Jahren die Goldkäufe der Zentralbanken massiv gestiegen. Würde China seine Goldreserven über Käufe am freien Markt auf fünf Prozent seiner gesamten Devisenreserven erhöhen wollen, bräuchte das Land dazu unter den heutigen Gegebenheiten 13 Jahre, so Weinberg in seiner Präsentation. Eine Trendwende beim Goldpreis scheint also durchaus möglich.

Mit Material von dpa.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick