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Bestsellerautoren Matthias Weik und Marc Friedrich"Uns muss das Finanzsystem um die Ohren fliegen"

Marc Friedrich und Matthias Weik stehen mit ihrem Buch "Der Crash ist die Lösung" seit Monaten in den Bestsellerlisten. Im Interview erklären sie, warum das Geldsystem scheitern muss.Nadia Abdallah 10.07.2014 - 11:19 Uhr

Das Autorenduo Marc Friedrich (li.) und Matthias Weik im Interview mit WirtschaftsWoche.

Foto: WirtschaftsWoche

Herr Friedrich, Herr Weik, Sie propagieren den Zusammenbruch des Finanzsystems als Lösung. Wie kommen Sie denn darauf?

Das tun wir keinesfalls. Wenn jedoch kein Umdenken in der Finanzbranche und bei den Notenbanken stattfindet, wird der Crash die Lösung sein. Denn bisher wurde keines der Probleme gelöst, geschweige denn die Ursache der Probleme. Stattdessen wird schlichtweg volkswirtschaftliche Schadensmaximierung betrieben.

Hat die Marktwirtschaft ausgedient?

Wir leben längst nicht mehr im Zeitalter des Kapitalismus: Banken werden mit Steuergeldern gerettet oder gar verstaatlicht, Notenbanken greifen in die Märkte ein und Aktionäre werden enteignet.  Der real existierende Kapitalismus bedient sich Mittel des Kommunismus, um sich selbst zu retten. Wie im Kommunismus profitiert nur eine kleine Elite von diesem System. Mit Gelddrucken wurde bisher noch keine Krise gelöst. Was wir derzeit in Europa beobachten, ist weder im Sinne Europas noch entspricht es unserem Demokratieverständnis. Gesetze und Verträge werden auf oberster Ebene gebrochen und es wird krampfhaft an einer bereits gescheiterten Währung festgehalten - auf Kosten der Menschen und insbesondere auf Kosten der Jugend Europas. Geld, das wie der Euro gerettet werden muss, ist kein Geld.

Zu den Personen
Marc Friedrich studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre und beschäftigte sich intensiv mit der Wirtschaft und den Finanzmärkten. Während eines Arbeitsaufenthalts in Argentinien erlebte er 2001 einen Staatsbankrott und dessen verheerende Folgen selbst mit. In Großbritannien, der Schweiz und den USA sammelte Marc Friedrich wertvolle Arbeitserfahrungen. Gemeinsam mit Matthias Weik hält Marc Friedrich seit mehreren Jahren Seminare und Fachvorträge bei Unternehmen, Verbänden, Stiftungen, auf Kongressen, Fachmessen, sowie an Universitäten und Hochschulen. Marc Friedrich und Matthias Weik sind seit Jahren gern gesehene Wirtschaftsexperten bei Print, Funk und Fernsehen.
Matthias Weik hat “International Business“ in Australien studiert und erfolgreich abgeschlossen. Er befasst sich seit über einem Jahrzehnt eingehend mit der globalen Wirtschaft und ihren Finanzmärkten. Während seiner Tätigkeit für einen deutschen Konzern hat Matthias Weik einen berufsbegleitenden Masterstudiengang (MBA) abgeschlossen. Durch berufliche und studienbegleite Stationen in Südamerika, Asien und Australien sammelte Matthias Weik umfassende Einblicke in die internationale Finanz- und Wirtschaftswelt. Seine gemeinsam mit Marc Friedrich verfassten Bücher „Der größte Raubzug der Geschichte“ und „Der Crash ist die Lösung“  schafften es beide auf die Spiegel-Bestsellerliste.
Die beiden Ökonomen, Querdenker und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 zusammen den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. Seit April 2014 gibt es eine aktualisierte und überarbeitete Taschenbuchausgabe. Mit ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, haben sie es bis auf Rang 2 der Spiegel Bestsellerliste geschafft sowie auf Rang 1 im Manager Magazin und Handelsblatt. In ihm haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezins bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Der Crash ist die Lösung war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.deund bei Facebook.


Warum soll ein Crash die einzige Chance zu einem Neubeginn sein?

Der Mensch lernt offensichtlich zumeist durch Scheitern. Ein drastisches Beispiel ist die Energiewende in Deutschland – ob sie richtig oder falsch ist, sei dahingestellt. Nichtsdestotrotz musste erst eine Katastrophe in Japan geschehen, damit die Energiewende in Deutschland möglich war. Offensichtlich muss uns erst unser Finanzsystem um die Ohren fliegen, damit die Menschen zu der Erkenntnis gelangen, dass wir ein neues Finanzsystem implementieren müssen, welches allen Menschen dient und nicht nur einem kleinen Prozentsatz.

Was passiert nach einem Crash? Wie lange kann es dauern, bis sich die Gesellschaft von so einem Crash erholt?

Was exakt nach einem Crash geschieht, kann niemand sagen, weil niemand die Psychologie der Menschen vorhersagen kann. Niemand weiß, wie die Menschen reagieren, wenn sie vor verschlossenen Banken stehen und möglicherweise eines Großteils ihrer Ersparnisse beraubt werden. Es war noch nie mehr Geld im System, nie war die Wirtschaft aufgrund der Globalisierung so eng miteinander verwoben wie heute. Auch die Dauer, bis sich die Gesellschaft von einem Crash erholt hat, ist schwer zu prognostizieren, ohne zu wissen in welcher Intensivität der Crash stattfinden wird.

Matthias Weiks und Marc Friedrichs Buch "Der Crash ist die Lösung" ist Mitte Mai im Eichborn Verlag erschienen.

Foto: Presse

Wo wird sich der Crash – wenn er kommt, zuerst zeigen?

Es sind etliche Variablen im System, die es zum Kippen bringen können. Angefangen bei der katastrophalen Kamikaze-Politik Japans mit seiner horrenden Verschuldung über das extrem aufgeblähte Schattenbankensystem in China; drastische politische Verwerfungen im Mittleren Osten; der Ukraine-Konflikt; ein Flash Crash an den Börsen; eine große Bank, die umkippt; der Dollar- oder Eurocrash; der Staatsbankrott von Griechenland, Italien oder Spanien; oder der Staatsanleihen-Blase, die platzt. Fakt ist: Es ist nicht die Frage, ob der Crash kommt, sondern lediglich wann.

Niedrigzinsen

"Nicht der Staat geht Pleite, sondern seine Bürger"

Auf so einen Crash dürften die Eliten am besten vorbereitet sein.
Wir werden alle abgeben müssen. Vor allem der Mittelstand wird einen Großteil der Zeche bezahlen. Besitzer von Sachwerten sind erfahrungsgemäß durch große Krisen immer besser gekommen als Besitzer von Papierwerten. Denn Sachwerte können zweifellos im Wert fallen, sie können jedoch nicht wertlos werden. Leider lernt der Mensch nicht aus der Vergangenheit. Denn hätten wir unseren Großeltern zugehört, wüssten wir, dass eine Lebensversicherung nicht sinnvoll ist und auch das Geld auf dem Sparbuch das Risiko des Vermögensverlustes mit sich bringt.

Bricht das System erst nach einem starken Anstieg der Inflation oder schon vorher zusammen?
Beides ist möglich. Es könnte auch durchaus sein, dass wir zuerst einen deflationären Schock erleben, bevor die große Überraschung kommt. Der Ablauf ist nicht vorhersehbar.

Warum ist die Inflation bisher ausgeblieben?

Wenn wir betrachten, wie die Inflation anhand eines Warenkorbs berechnet wird, dann können wir nur mit dem Kopf schütteln. Der Warenkorb bildet nicht die Realität ab. Dass die Inflation bisher ausgeblieben ist, kann nur jemand behaupten, der keine Wohnung, keinen Strom und keine Heizung braucht, nicht tankt und auch nichts isst. Der durchschnittliche Bundesbürger aber gibt das meiste von seinem Einkommen aus für Wohnen, Energie und Essen aus.

Viele Crashpropheten schüren Ängste unter den Bürgern. Auch Sie verdienen Sie nicht schlecht am Verkauf ihrer Bücher.

Wir sind weder Crash-Propheten noch schüren wir Ängste. Als rational denkende Ökonomen und Realisten arbeiten wir rein faktenbasiert. Und wir sind nun mal aufgrund unserer gewonnenen Erkenntnisse überzeugt, dass Schulden auf Dauer nicht mit Schulden bezahlt werden können. Zweifellos schreiben wir unsere Bücher und halten unsere Vorträge aus missionarischem Eifer. Aber es ist eine Illusion, dass man als Autor mit dem Verkauf von Wirtschaftsbüchern reich wird. Die müssen wir Ihnen leider nehmen.

1. EU-weite Einführung von Vermögensteuer läutet Rückkehr zu einer Wirtschaft im Sowjetstil ein

Deflation und mangelndes Wachstum versetzen die EU-Kommission in Panik, vermutet die Saxobank. Eine Vermögensteuer für Ersparnisse von über 100.000 Euro bzw. US-Dollar soll helfen. Dies soll Ungleichheit abbauen und Mittel für einen „Krisenpuffer" schaffen. Laut Saxobank wäre das der letzte Schritt in Richtung eines totalitären europäischen Staates und der Tiefpunkt für individuelle und Vermögensrechte. Dann hieße es: „Hard Assets" wie beispielsweise Immobilien kaufen und Finanzanlagen verkaufen.

Quelle: Saxobank

Foto: dpa

2. Anti-europäische Allianz wird stärkste Fraktion im Europäischen Parlament

Aus den Wahlen zum Europaparlament im Mai geht eine transnationale anti-europäische Allianz als stärkste Kraft und größte Fraktion im EU-Parlament hervor. Ein EU-skeptischer Präsidenten wird vom Parlament ernannt. Zugleich gelingt es den europäischen Staats- und Regierungschefs nicht, sich auf einen Präsidenten der Europäischen Kommission zu einigen. Damit verfällt Europa wieder in politisches und wirtschaftliches Chaos.

Foto: dapd

3. Die "Fat Five" des Technologiesektors erwachen 2014 mit einem üblen Kater

Während die Aktien des amerikanischen IT-Sektors derzeit um rund 15 Prozent unter der aktuellen Bewertung des S&P 500 notieren, wird eine Handvoll von Technologieaktien mit einem massiven Aufschlag von ca. 700 Prozent über der Marktbewertung gehandelt. Diese „Fat Five" - Amazon, Netflix, Twitter, Pandora Media und Yelp - stellen sozusagen eine neue Blase innerhalb der alten Blase dar. Zu verdanken ist das dem Run von Anlegern auf seltene Wachstumstitel im Nachgang zur Finanzkrise.

Foto: dpa

4. Nachdem der Dollar auf unter 80 JPY fällt, bucht Bank of Japan Staatstitel aus

2014 erlahmt der globale Aufschwung. Die Kurse riskanter Assets purzeln, und Investoren sehen sich gezwungen, Yen zu kaufen. In der Folge fällt der USD/JPY-Wechselkurs unter 80. Daher greift die Bank of Japan zu einer verzweifelten Maßnahme und bucht ihre gesamten Staatstitelbestände aus ihrer Bilanz aus. Das ist ein ebenso simpler, wie unerprobter buchhalterischer Trick, der dem Land nervenaufreibende Ungewissheit und ein potenzielles Desaster mit ungeahnten Nebenwirkungen beschert.

Foto: dpa

5. US-Deflation: Bald auch in Ihrer Nähe!

Zwar mögen einige Indikatoren darauf hindeuten, dass die US-Wirtschaft sich erholt hat, doch der Häusermarkt bleibt schwach und die Löhne stagnieren. Für Januar steht im Kongress der zweite Akt der Tragikomödie „Wie man die US-Wirtschaft am besten sabotiert" auf dem Programm. Die Leidtragenden sind Investitionen, Beschäftigung und Zuversicht der Verbraucher. Im Ergebnis würde die Inflation sinken, und Deflation stände wieder ganz oben auf der Tagesordnung des Offenmarktausschusses der Fed.

Foto: dpa

6. Quantitative Lockerung erfasst sogar Hypothekenanleihen

Durch die quantitative Lockerung in den USA sind die Zinskosten gesunken und die Preise für riskante Assets in die Höhe geschnellt. Dadurch ist der trügerische Eindruck entstanden, die Wirtschaft erhole sich. Es gibt immer noch massive Probleme, vor allem am Häusermarkt, der künstlich gestützt wird. Daher wird der Offenmarktausschuss der Fed die dritte Runde seiner quantitativen Lockerung 2014 auf den Hypothekenanleihemarkt ausweiten. Anstatt mit dem Tapering zu beginnen, wird die Fed ihr nunmehr völlig auf Mortgage Bonds ausgerichtetes Ankaufprogramm auf ein Volumen von über 100 Milliarden US-Dollar pro Monat hochschrauben.

Foto: dpa

7. Brent Crude fällt infolge von Ölschwemme auf 80 Dollar/Barrel

Durch die zunehmende Ölförderung mit neuen Methoden und dem wachsenden Fördervolumen Saudi-Arabiens entsteht ein Überangebot am Markt. Erstmals seit vielen Jahren bauen Hedgefonds umfassende Short-Positionen auf. Im Ergebnis fällt der Preis für Brent Crude auf 80 Dollar pro Barrel. Sobald die Ölproduzenten ihren Output jedoch drosseln, wird der Ölpreis wieder in die Höhe schnellen. Letztlich wird die Branche realisieren müssen, dass hohe Preise durchaus nicht selbstverständlich sind.

Foto: dpa

8. Deutschland in der Rezession

Der anhaltende Aufwärtstrend in Deutschland wird 2014 enden und die Konsensprognosen widerlegen. Nach Jahren übertriebener Sparsamkeit in Deutschland wenden sich jetzt sogar die USA gegen Europas größte Volkswirtschaft. Es ist durchaus möglich, dass man gemeinsam mit anderen großen Volkswirtschaften einen koordinierten Plan ausarbeitet, um den übermäßigen Handelsüberschuss zu verringern. Hinzu kommen sinkende Energiepreise in den USA, die deutsche Firmen dazu veranlassen, ihre Produktion gen Westen zu verlagern. Weitere Faktoren sind sinkende Wettbewerbsfähigkeit infolge steigender Reallöhne, mögliche Forderungen der SPD, des Juniorpartners in der Großen Koalition, zur Verbesserung der Situation einkommensschwacher Schichten in Deutschland und zunehmende Konzentration auf die Binnennachfrage in China im Anschluss an das Dritte Plenum der KP.

Foto: dapd

9. Aufgrund der französischen Misere purzelt der CAC 40 um 40 Prozent

Der Aufwärtstrend bei den Aktienkursen findet ein jähes Ende und die Kurse gehen in den freien Fall. Grund: Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass das Einzige, was den Markt treibt, die Hoffnung ist, es finde sich bestimmt jemand, der eine überbewertete Aktie zu einem noch höheren Kurs kauft. Gleichzeitig vertieft sich die Misere in Frankreich infolge der Misswirtschaft der Regierung Hollande. Die Häuserpreise, die sich nach der Krise nie richtig erholt haben, rutschen ins Bodenlose. Das belastet Konsum und Zuversicht. Zum Jahresende bricht der CAC 40 Index gegenüber seinem Höchststand von 2013 um über 40 Prozent ein, als sich die Anleger scharenweise vom Markt verabschieden.

Foto: dpa

10. "Fragile Five" fallen um 25 Prozent gegenüber dem Dollar

In den USA führt der erwartete allmähliche Ausstieg aus der QE (Tapering) infolge steigender Zinsen zu höheren Grenzkosten für Kapital. In der Folge sinkt der Risikoappetit bei weiten Teilen der globalen Anlegerschaft. Davon sind insbesondere Länder mit wachsenden Leistungsbilanzdefiziten betroffen, die ihre Währung schließlich - vor allem gegenüber dem US-Dollar - abwerten müssen. Bei diesen sogenannten Fragile Five handelt es sich um Brasilien, Indien, Südafrika, Indonesien und die Türkei.

Foto: dpa

Bei ihren Argumenten besteht die Gefahr, dass rechtspopulistische und anti-europäische Gruppen und Parteien Sie vor den Karren spannen.
Nein, wir sind überzeugte Demokraten und überzeugte Europäer. Der Binnenmarkt ist eine große Errungenschaft, die bewahrt werden muss. Aber der Euro spaltet Europa, anstatt es zu einen. Wer gegen den Euro ist, muss nicht gegen Europa sein.

Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten EU-Partnerländer von Deutschland. Wie sehen Sie die Lage in Frankreich?
Die wirtschaftliche Lage ist verheerend. In Frankreich ist die Staatsverschuldung inzwischen auf über 94 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen. Mehr als jeder vierte Jugendliche ist dort ohne Arbeit, die Arbeitslosenquote hat mit über zehn Prozent ein Rekordhoch erreicht. Die Industrieproduktion ist zurückgefallen auf den Stand von vor 25 Jahren. Eine von Frankreichs Schlüsselindustrien – die Automobilindustrie – liegt am Boden und produziert nur noch halb so viel Autos wie 2005. Die Zahl der PKW-Zulassungen ist niedriger als Ende der Siebzigerjahre.

Was Investoren für die lukrativste Geldanlage halten
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt einmal jährlich im Auftrag von pro aurum die Deutschen nach ihren Anlagestrategien. Hier die Ergebnisse vom Juni 2015 - im Vergleich zu den Vorjahren. Zuerst wurden den Bürgern fünf Geldanlagen genannt, mit der Bitte, anzugeben, welche davon aus ihrer Sicht derzeit am besten als langfristige Geldanlage mit mindestens drei Jahren Laufzeit geeignet ist.
Gold platziert sich zum fünften Mal in Folge an erster Stelle, diesmal allerdings deutlicher vor Aktien, die seit 2011 Zuwächse erzielten, aber aktuell in der Anlegergunst gesunken sind: 30 Prozent der Bürger würden sich heute für Gold entscheiden, weil sie vermuten, dass diese Anlage nach mindestens drei Jahren Laufzeit im Vergleich zu den vier anderen Geldanlagen den meisten Gewinn bringt. Gold konnte somit um zwei Prozentpunkte zulegen.
Nur noch 23 Prozent halten Aktien für besonders lukrativ, wenn es um langfristige Geldanlagen geht. Im Vorjahr hatte dieser Wert mit 27 Prozent offenbar einen Gipfel erreicht.
Es folgen Fondsanteile mit zwölf Prozent. Fonds sind in der Gunst der Anleger wieder leicht gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 2013 hatte dieser Wert mit 13 Prozent noch ein Hoch erreicht, war aber 2014 auf elf Prozent zurückgefallen.
Fest- beziehungsweise Termingeld hielten sieben Prozent der Befragten für die lukrativste langfristige Geldanlage. Seit 2011 ist diese Anlageklasse deutlich ins Hintertreffen geraten, damals glaubten noch 22 Prozent der Befragten, Termin- und Festgelder würden auf drei Jahre betrachtet den meisten Gewinn abwerfen.
Drei Prozent nannten Anleihen als aussichtsreichste Anlageklasse, im Vorjahr waren es nur zwei Prozent. Anleihen spielen somit für Privatanleger praktisch keine Rolle. Ernüchternd: Knapp jeder vierte Bürger (24 Prozent) kann nicht sagen, welche dieser Anlagen am besten geeignet wäre, um langfristig möglichst viel Gewinn zu erzielen. Die Angaben "weiß nicht" oder "keine davon" kamen bereits in den Vorjahren ähnlich häufig vor.

Mit Italien ist noch ein weiteres EU-Schwergewicht in der Bredouille.
Dort sieht es noch katastrophaler aus. Die Staatsverschuldung beträgt über 2,15 Billionen Euro, das sind 127 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Euro-Ländern sind laut Maastrichter Vertrag aber nur 60 Prozent erlaubt. Die Arbeitslosenquote beträgt mittlerweile 12,6 Prozent - dies ist die höchste Arbeitslosenzahl seit Einführung der Statistik 1977. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt skandalöse 43,3 Prozent und die Industrieproduktion befindet sich auf dem Niveau von 1986. Auch bei den Kreditausfällen ist ein neuer Höchststand.


Zumindest in Spanien gibt es Anzeichen einer Besserung.

Nein, im Gegenteil. Der Niedergang der Immobilienpreise ist trotz eines Rückganges um 40 Prozent noch nicht gestoppt. Kredite im Volumen von fast 200 Milliarden Euro oder knapp 14 Prozent der Gesamtausleihungen des spanischen Bankensystems sind notleidend. Die Arbeitslosenquote befindet sich weiterhin bei 28 Prozent und knapp mehr als die Hälfte aller Jugendlichen ist ohne Job.

Sie betonen die Gefahr von Kreditausfällen. Könnte der Stresstest der Europäischen Zentralbank das Vertrauen in die Finanzinstitute zurückbringen?
Lassen wir uns überraschen. Wir geben nicht viel auf Stresstests. Im Sommer 2011 hat die belgische Großbank Dexia den EU-Banken-Stresstest mit Bravour überstanden. Nur drei Monate später stand Dexia de facto vor einem Zusammenbruch und musste mit Steuergeldern gerettet werden.

Sie raten Anlegern „Raus aus Papierwerten – rein in Sachwerte“. Auf welche sollten Anleger setzen?
Eine breite Streuung an Investments ist essenziell. Höchstens ein Drittel des Gesamtvermögens sollte in eine Anlageklasse investiert werden. Beispielweise ein Drittel Immobilien, ein Drittel Gold und ein Drittel Geld. Wir empfehlen eine wesentlich breitere Streuung über zehn und mehr Anlagen. Dann steht das Vermögen erheblich stabiler, auch wenn das eine oder andere Bein wegbrechen sollte. Auch Landbesitz kann interessant sein.

Bei Immobilien droht bereits eine Preisblase...

Eine eigengenutzte schuldenfreie Immobilie ist eine gute Sache, wenn noch ein finanzieller Puffer da ist, und zwar nicht nur für die Instandhaltung. Das Finanzministerium kann Immobilien durchaus heftig besteuern.

Wovon raten Sie Sparern und Anlegern generell ab?

Seitdem in Zypern die Bankkonten von Sparern drastisch rasiert wurden, um die dortigen Banken zu retten, wissen wir: Geld gehört überall hin, aber nicht auf das Konto. Das Geld auf dem Konto gehört der Bank. Ich gebe damit der Bank, die bis unters Dach verschuldet ist, einen äußerst günstigen Kredit, der nicht einmal dinglich abgesichert ist. Wenn die Bank Ihnen beispielsweise einen Kredit für den Erwerb einer Wohnung gewährt, lässt sie sich diesen durch ein Pfändungsrecht auf die Immobilie absichern. Wir sollten Bundesfinanzminister Schäuble genau zuhören, wenn er sagt, dass wir bei der nächsten Bankenrettung die Gläubiger mit an Bord nehmen müssen. Gläubiger sind nicht nur Aktien- und Anleihebesitzer, sondern eben auch die Sparer.

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