Beben in Nordkorea: Nordkorea testet Wasserstoffbombe erfolgreich
Kim Jong-Un - Nordkorea
Den Schenkelklopfer der Woche haben wir der chinesischen Zeitung „People's Daily“ zu verdanken: Redakteure der staatlichen Gazette nahmen ein US-Satiremagazin für voll, das Nordkoreas Kim Jong-Un zum „Sexiest Man Alive“ gekürt hatte – und hofierten den Diktator mit dem Mondgesicht und respektabler Körperfülle in einer Bildergalerie. Kim Jong-Un ist das Nesthäkchen unter den Diktatoren der Gegenwart. Seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 regiert der wohlgenährte General als „Oberster Führer“ Nordkoreas. Er soll in der Schweiz zur Schule gegangen sein und kürzlich eine junge Frau geheiratet haben. Wie die heißt und wie sie aussieht, hat die Boulevardpresse bisweilen noch nicht final herausfinden können. Auf Fotos ist er meist auf Volksfesten und Militärparaden zu sehen, manchmal lächelt er sogar. Ob Kim Jong-Un zur Liberalisierung des verarmten Nordkoreas neigt oder wie sein Vater eher der Selbstinszenierung und militärischem Säbelrasseln anheim fällt, wird die Zukunft zeigen.
Foto: dapdGurbanguly Berdymuchammedow - Turkmenistan
Der Mann mit dem unaussprechlichen Nachnamen muss ein genialer Zahnarzt sein – jedenfalls reichte die Qualifikation als Leibarzt des Präsidenten, um zu dessen Nachfolger gekürzt zu werden. Das geschah in Turkmenistan im Dezember 2006, als Republikgründer Saparmyrat Nijassow verstarb. Wenige Wochen später wurde der heute 55-jährige Berdymuchammedow in Scheinwahlen zum Präsidenten gekürzt. Von seinem Vorgänger und früheren Patienten, der sich als 'Vater aller Turkmenen' anreden ließ“, musste sich der Neue distanzieren. Also ließ er das goldene Denkmal Nijassows abreißen, das sich im Licht der Sonne drehte. Inzwischen leistet sich der Turkmene ein Museum seiner selbst, im ganzen Land ziert sein Konterfei haushohe Plakate. In puncto Personenkult ist die Diktatur im Überwachungsstaat Turkmenistan kaum zu toppen.
Foto: REUTERSTeodoro Obiang – Äquatorialguinea
Der 70-Jährige ist der Weltöffentlichkeit kaum bekannt, dabei zählt er zu den dienstältesten Alleinherrschern auf dem Globus: Mit Hilfe der Sowjetunion kam der Militär Obiang 1979 über einen Putsch an die Macht in der ehemaligen spanischen Kolonie, die zwischen Gabun und Kamerun am Atlantik liegt. Seither hält er sich mit manipulierten Wahlen an der Macht; gelegentlich lässt er angebliche Putschisten hinrichten. Da Äquatorialguinea nach Nigeria und Angola der drittgrößte Erdölexporteur Afrikas ist, steht das Land trotz kleptokratischer Elite politisch und ökonomisch relativ stabil dar – zumal der Westen Obiang gewähren lässt.
Foto: REUTERSNursultan Nasarbajew - Kasachstan
Der Herrscher der kasachischen Steppe, die übrigens ordentliche Rohstoffvorkommen bereit hält, ist in der Analyse ein schwieriger Fall: Nasarbajew genießt bei den Kasachen durchaus Unterstützung – und man weiß nicht genau, ob seine Wahlsiege auf jahrelange Selbstinszenierung zurückgehen oder die Menschen ihrem Potentaten wirklich so viel zutrauen. Vielleicht hat Kasachstan auch einfach keine Alternativ-Politik im Angebot. Fest steht, dass der Reichtum Kasachstans durch den Export von Öl und anderen Rohstoffen eher in der Bevölkerung ankommt als in manchen Nachbarrepubliken. Gleichwohl lässt Nasarbajew, der die einstige Sowjetrepublik seit der Unabhängigkeit im Jahr 1990 führt, keinerlei Widerspruch zu: Das Parlament dominiert die einzige präsidiale Partei, Medien sind gleichgeschaltet – und als vor einem Jahr Ölarbeiter im Süden für mehr Lohn demonstrierten, ließen die Machthaber auf sie schießen. Es kam zu Toten und Verletzten.
Foto: dpa/dpawebPaul Kagame – Ruanda
Im Westen genießt der mondäne Präsident Ruandas viel Respekt, denn Kagame hat das kleine Land im Osten Afrikas nach dem Bürgerkrieg erfolgreich stabilisiert. Bei einem Völkermord an der Volksgruppe der Tutsi waren 1994 mindestens 800.000 Menschen ums Leben gekommen – teilweise unter den Augen von UN-Soldaten. Schon aus Scham unterstützt der Westen Kagame, obwohl er ein arg autokratischen Regierungsstil pflegt: Die Präsidentschaftswahlen finden unter Ausschluss der Opposition statt, etwaige Gegenkandidaten standen stets Kagame nahe. Derzeit unterstützt das Regime die Rebellion im rohstoffreichen Osten Kongos, wo Ruanda schon seit Längerem an illegaler Rohstoffförderung beteiligt sein soll. Das Land ist unter Kagame auf dem Weg in eine lupenreine Diktatur.
Foto: dapdKönig Mswati III. - Swasiland
Dieser Mann tut nicht einmal so, als sei seine Herrschaft irgendwie vom Volk legitimiert: Mswati Makhosetive zeichnet als König von Swasiland und steht damit einer der letzten absolutistischen Monarchien der Welt vor. Er war 18 Jahre alt, als er 1986 den Thron bestieg. Ein Parlament gibt es nicht in jenem Land mit 1,3 Millionen Einwohnern, das auf der Südhälfte des afrikanischen Kontinents liegt. Menschenrechtler schimpfen vor allem über die traditionelle Polygamie: Der Vater von Mswati III. soll mit seinen 120 Frauen mehr als 600 Kinder gezeugt haben. Der amtierende König selbst hat „nur“ 13 Mal geheiratet – nicht aus Liebe, sondern per königlichem Befehl. Einige seiner Damen sind vor dem Potentaten nach Südafrika ins Exil geflogen. Jenseits anarchisch-polygamer Traditionen lebt die korrupte Elite in Swasiland durchaus westlich: Der Präsident liebt die Karossen von Mercedes Benz und kauft auch seinen Mätressen gern mal einen Maybach.
Foto: REUTERSIslam Karimow - Usbekistan
Dank der Baumwoll- und Seidenproduktion, islamischer Kulturschätze in Samarkand und Buchara, sowie großer Erdgasvorkommen zählt Usbekistan zu den reicheren Ländern in Zentralasien. Die Bevölkerung profitiert von der Wirtschaftsentwicklung, auch wenn eine mittelständisch geprägte Wirtschaft für Beschäftigung sorgt. Politisch indes ist mit Islam Karimow (hier an der Seite von Russlands Präsidenten Wladimir Putin) seit 1991 ein Ex-Sozialist an der Macht, der das Land mit harter Hand führt: Oppositionelle werden verfolgt und bisweilen gar ermordet, Ausländer überwacht, ethnische Minderheiten nach Möglichkeit vertrieben. Da Usbekistan einen wichtigen Militärstützpunkt für die westlichen Truppen in Afghanistan beherbergt, geraten politische Schieflagen in westlichen Hauptstädten oft in Vergessenheit.
Foto: REUTERSAlexander Lukaschenko - Weißrussland
Es kommt selten vor, dass der grimmige Glatzkopf Alexander Lukaschenko mal lächelt. Und wenn, dann ist meistens sein lustiger Sohn Kolja in der Nähe. Neulich, berichten Medien, habe er sich im Anflug auf Minsk in einer Regierungsmaschine geweigert, sich anzuschnallen. Der Stewardess, die darauf bestand, soll er gedroht haben: „Wenn ich einmal Präsident bin, lasse ich dich erschießen.“ Lustig!
Die Menschen in Weißrussland haben indes nicht viel zu lachen. Weil Lukaschenko sein Land mit quasi-sozialistischer Planwirtschaft in Europa ökonomisch isoliert, geht es den Bewohnern durch hohe Inflation immer schlechter. Die Arbeitslosigkeit ist zwar niedrig, aber nur weil der Staat die Beschäftigung trotz niedriger Wettbewerbsfähigkeit kontrolliert. Das kann er sich indes nicht mehr lange leisten. Die Weißrussen spüren das – und demonstrieren gegen manipulierte Wahlen. Lukaschenko ließ das Militär auf Demonstranten schießen, seither ist Ruhe in Europas letzter Diktatur. Bis zur nächsten Krise.
Foto: dpa/dpawebRobert Mugabe – Simbabwe
Einreiseverbot in der Europäischen Union, Ausschluss aus dem Commonwealth, eingefrorene Gelder, internationale Ächtung – keiner mag Simbabwes Diktator Robert Mugabe, allenfalls die Chinesen. Dabei spielte sich der seit 1980 herrschende Politiker in den späten achtziger Jahren als Sprachrohr ganz Südafrikas auf. Allerdings haben Vetternwirtschaft und Korruption das Land an den Abgrund getrieben. Simbabwe hat immer wieder mit Hungersnöten zu kämpfen, denen Mugabe nicht Herr wird. Wiederstand, der sich unter seinen Landsleuten durchaus regt, begegnet der Potentat mit schärfster Waffengewalt. Tausende sind in Simbabwe zu Tode gekommen, weil der mit 88 Jahren älteste Diktator der Welt von der Droge der Macht nicht lassen kann.
Foto: dapdBaschar Hafiz al-Assad - Syrien
Im Jahr 2000, als al-Assad die Alleinherrschaft in Syrien übernahm, war man im Westen noch voller Hoffnung auf eine Liberalisierung: Der damals 35-Jährige hatte in London studiert, er ist Augenarzt, ein Humanist! Womöglich werde er einsehen, dass der Absolutismus im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß ist. Inzwischen steht al-Assad auf der Terroristenliste der Bundesrepublik; in Syrien führt al-Assad einen blutigen Bürgerkrieg, der bis dato mindestens 25.000 Menschen das Leben kostete. Ungeachtet wirtschaftlicher Sanktionen und politischer Isolation setzt al-Assad seinen Kampf gegen die syrische Opposition mit brachialer Gewalt fort. Die Öffentlichkeit hat sich so sehr daran gewöhnt, dass der tägliche Terror den Weg in die Nachrichten nicht mehr findet. Der einstige Hoffnungsträger ist derzeit der übelste Diktator der Gegenwart.
Foto: REUTERSAnzeichen für eine weitere Konjunkturabkühlung in China und ein Atomwaffentest in Nordkorea haben am Mittwoch die Aktienmärkte in Asien belastet. Die Abwertung der chinesischen Währung Yuan durch die Zentralbank wurde von vielen Händlern als ein Anzeichen dafür gesehen, dass die Wirtschaft in der Volksrepublik in einer schlechteren Verfassung ist als bislang angenommen. Der Schritt wurde von manchen als verzweifelter Versuch der Regierung gewertet, die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Ein schwächerer Yuan macht zwar chinesische Ausfuhren billiger und kurbelt damit den Export an, zugleich steigen aber die Kosten im Inland.
Für die Länder, die viele Waren nach China liefern, sind das schlechte Aussichten, denn ihre Produkte werden in der Volksrepublik teurer, was die Nachfrage dämpfen dürfte. Hinzu kam der Atomwaffentest Nordkoreas, der die Stimmung weiter belastete. Der Tokioter Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte ging ein Prozent tiefer aus dem Handel mit 18.191 Punkten.
"Ob es nur ein Säbelrasseln Nordkoreas ist oder nicht - der Zeitpunkt ist ungünstig, wenn man sich die gegenwärtigen Unsicherheiten in der geopolitischen Landschaft ansieht", sagte Gavin Parry vom Handelshaus Parry International Trading. Nordkorea hatte am Mittwoch nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet - derartige Sprengsätze haben eine höhere Sprengkraft als Atombomben herkömmlicher Bauart. Das stieß international auf Kritik.
In China dagegen festigten sich die Kurse. Der Leitindex CSI300 stieg um 1,8 Prozent. Der Index der Börse Shanghai legte 2,3 Prozent zu. Wie die Zeitung "Shanghai Securities News" berichtete, soll das Aktienverkaufsverbot für Großaktionäre von börsennotierten Unternehmen über den bislang vorgesehenen Fristablauf am Freitag hinaus aufrecht erhalten werden.
Es solle so lange gelten, bis die Regierung neue Regeln veröffentliche. Der Schritt stieß jedoch nicht nur auf Begeisterung. Er könnte längerfristig die Kurse dämpfen. "Es ist ein Damoklesschwert, das über unseren Häuptern schwebt. Am besten wäre es, alle Restriktionen zu beseitigen", sagte Shen Weizheng, Fondsmanager bei Ivy Capital. Der MSCI-Index für die Aktien aus der Asien/Pazifik-Region unter Ausschluss Japans sank um gut ein Prozent. Am Devisenmarkt kostete der Euro mit 1,0747 Dollar in etwa so viel wie am Dienstagabend in New York. Im Vergleich zur japanischen Währung notierte der Dollar schwächer bei 118,68 Yen.