Hans-Olaf Henkel: "Kommt eine neue Partei, dann bin ich dabei"

Hans-Olaf Henkel: "Kommt eine neue Partei, dann bin ich dabei"

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Hans-Olaf Henkel könnte sich vorstellen, wieder aus dem Schatten zu treten.

Warum sammelt niemand die Stimmen ein?

Wer das macht, wird sofort als Europa-Gegner in die rechte Ecke gestellt oder in die rechtsradikale. Sogar mir wird Rassismus unterstellt, weil ich einen Nord-Euro will. Allerdings sehe ich auch kein Südland, das die alten Stabilitätskriterien einhalten wollte. Deshalb erinnere ich daran, dass ich immer noch für den Beitritt der Türkei zur EU bin – dann stöhnen meine Zuhörer immer auf.

Der Erfolg der Piratenpartei zeigt, dass viele Wähler offen sind für neue Angebote. Klappt das auch auf dem konservativen Flügel?

Henkel: Ich will jetzt keine neue Partei, denn das ist extrem schwierig. Meine Strategie ist – bleiben wir im Jargon der Piraten –, die FDP zu entern, über den Mitgliederentscheid. Ich sehe die Chancen nicht so schlecht. Für die FDP-Wähler sind die Verstöße gegen ihre Überzeugungen beim Euro-Rettungskurs am deutlichsten. Jetzt die FDP mit neuen Mitgliedern zu unterwandern, dafür ist es zu spät, denn die Antragsunterlagen wurden schon verschickt. Also müssen wir die FDP-Mitglieder überzeugen. Wenn der Mitgliederentscheid in der FDP in die Hose geht, kommt eine neue Partei – und dann bin ich dabei.

Was braucht es dafür?

Die entscheidende Frage ist: Findet man Leute, die die Kraft haben, die bekannt genug sind und die die logistische Unterstützung finanzieren können. Ich habe eine Reihe von Gesprächen geführt mit Leuten, die sagen, ich solle eine Partei gründen. Das tue ich nicht, dazu bin ich mit 71 Jahren zu alt. Wenn Friedrich Merz sich das zutrauen würde, dann hätten wir die Partei sofort. Wolfgang Clement vielleicht, Thilo Sarrazin und ich, wir würden dann sagen: Sie sind die Nummer eins, wir helfen ihnen. Aber er macht es nicht. Herr Merz und viele andere warten wohl eher darauf, dass Frau Merkel 2013 weg ist und man die CDU neu ausrichten kann.

Potenzielle Geldgeber haben sich gemeldet?

Ja. Ich nenne keine Namen, aber es sind beispielsweise große Familienunternehmer, die sich immer schon engagiert haben. Die verzweifeln an der Euro-Politik und all den anderen Änderungen.

Wie viel Zustimmung bekommen Sie aus der CDU?

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Jede Menge. Unter vier Augen reden ganz viele wie Wolfgang Bosbach. Das gilt auch für manchen meiner Unternehmer-Kollegen. Die sagen zu mir: Toll, genau richtig, machen Sie weiter. Aber öffentlich sprechen sie sich für den Euro aus. Wir sind eine Vier-Augen-Gesellschaft, schrecklich politisch korrekt.

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