Elektromobilität: Belgier entwickeln Motoren ohne Seltene Erden

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Elektromobilität: Belgier entwickeln Motoren ohne Seltene Erden

von Silke Wettach

Eine neue Generation von Motoren könnte der Elektromobilität auf die Sprünge helfen: Sie kommen ohne die teuren Seltenen Erden aus. Wie die Innovation eines Startups bei den deutschen Autobauern ankommt.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hat eine Vision: Bis 2050 will er benzin- und dieselgetriebene Autos von Europas Straßen verbannen. Der Este schwärmt von der hohen Lebensqualität, die dann erreicht würde: Er sieht Städte mit sauberer Luft und ohne Lärm vor sich. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Gerade 12.000 Elektroautos sind auf Europas Straßen unterwegs. Die Hersteller hängen bei der Einführung von Serienmodellen ihren Plänen weit hinterher.

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Um das Geschäft endlich in Gang zu bringen, startet Kallas gerade eine Initiative, die mehr Ladestationen für Elektroautos schaffen soll. Doch elektrisch getriebene Vehikel haben ein schlechtes Image: Die Reichweite von gängigen Modellen liegt im Schnitt nur bei etwa 150 Kilometer. Zudem sind für Batterie, Elektromotoren und die Batterie-Autos erforderlichen Steuergeräte immer noch sehr teuer.

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Ohne Seltene Erden - Inverto-Forschungschef und sein neuer Elektro-Motor

Ohne Seltene Erden -

Inverto-Forschungschef und sein neuer Elektro-Motor

Das könnte sich bald ändern. Im flämischen Evergem, knapp eine Autostunde westlich vom Amtssitz des rührigen Brüsseler Kommissars, arbeitet ein kleines Team von Ingenieuren um John De Clercq an einem Motor, der die Zukunft der E-Mobilität stärker prägen könnte als alle Hilfsversuche der Politik.

De Clercq und sein Team beim Technikspezialisten Inverto haben einen Elektromotor für Hybridfahrzeuge und E-Autos entwickelt, der - anders als bisher dominante Antriebe, die mit Dauermagneten arbeiten – deutlich billiger ist. Denn der sogenannte Reluktanzmotor der Belgier kommt ohne Dauermagnete aus, in denen teure Seltenen Erden stecken.

Der bewegliche Rotor - das Herzstück des Elektromotors - besteht bei den Belgiern aus Eisen. Angetrieben wird er nicht von Dauermagneten, sondern von Spulen, die nur magnetisch werden, wenn Strom durch sie fließt. Damit ist der neue Motor nicht nur billiger, sondern verbraucht auch weniger Energie und erhöht zudem den Fahrspaß, weil höhere Drehzahlen schnittiges Überholen möglich machen sollen.

Inverto, als Ausgründung der Universität Gent gestartet, ist nicht das einzige Unternehmen, das an solchen Reluktanzmotoren arbeitet. Doch die Belgier sind laut Experten am weitesten. "In der zweiten Jahreshälfte testen wir die Motoren auf der Straße", kündigt De Clercq an.

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1 Kommentar zu Elektromobilität: Belgier entwickeln Motoren ohne Seltene Erden

  • "...Schraubt China die Preise weiter hoch, verteuert das die Elektromobilität erheblich...."

    es gibt auch ausserhalb chinas seltene erden aber wegen zu geringen preisen wurden die förderstandorte dicht gemacht. steigt der preis ändert sich das auch wieder.

    e-autos sind zu teuer wegen der preise für batterien und der explodierenden strompreise.
    ein e-auto damit eh träumerei. das passiert eben wenn planwirtschaft eingeführt wird...

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