IT-Lösungen für den Mittelstand: Aus dem Keller in die Cloud

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IT-Lösungen für den Mittelstand: Aus dem Keller in die Cloud

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Vorbei sind die Zeiten, als Unternehmens-EDV als heterogenes Sammelsurium verschiedener Systeme ein ungestörtes Kellerdasein fristete. Immer mehr Mittelständler trauen sich in die Cloud. Doch nicht für jeden ist die Datenwolke die passende Lösung.

Leistungsfähiger, flexibler und zugleich kostengünstiger: In Sachen IT steht der Mittelstand vor Herausforderungen, die sich mit reinem Inhouse-Betrieb kaum mehr lösen lassen.

Wachsende Nachfrage hier, stagnierende Volumen dort. Automobilzulieferer wie Automotive Lighting, Hersteller von Scheinwerfern und Rückleuchten, müssen heute flexibel auf wechselnde Marktanforderungen reagieren können. Das zeigt sich auch bei der IT: Seit die heute an 21 Standorten weltweit tätige Unternehmensgruppe 1999 als Joint-Venture von Bosch K2 Lichttechnik und Magneti Marelli gegründet wurde, setzt man für die EDV in der Firmenzentrale im baden-württembergischen Reutlingen neben Inhousebetrieb auch auf Outsourcing-Lösungen: Die EDV-Infrastruktur befindet sich in Rechenzentren externer Anbieter, die sich auch um den Support kümmern – was die Personalkosten für interne IT-Mitarbeiter beim Automobilzulieferer erheblich senkt.

Für Teile der ERP-Unternehmenssoftware und Datentransfers via EDI-Schnittstellen greift Automotive Lighting heute sogar auf ein Cloud-Modell zurück: Die Anwendungen liegen in einer sogenannten Private Cloud, einer auf das Unternehmen zugeschnittenen Datenwolke, die Datensicherheit bei gleichzeitig hoher Stabilität und Flexibilität garantieren soll. „Die zugesicherte Stabilität ist einer der wichtigsten Vorteile dieser Lösung“, sagt Bernhard Winkler, IT-Verantwortlicher in der Reutlinger Firmenzentrale. „Allein ein einstündiger Ausfall der EDV wäre bei uns schon sehr kritisch.“

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Schlank, schnell und günstig

Kostenoptimierung, Stabilität, Standardisierung, Automatisierung und Datensicherheit heißen die Schlagworte, die Mittelständler beim Thema IT aktuell bewegen. Treibender Grund für Veränderungen ist vor allem der Kostenfaktor: Vorbei sind die Zeiten, als Unternehmens-EDV als heterogenes Sammelsurium verschiedener Systeme ein ungestörtes Kellerdasein fristete und von Geschäftsführung und Controlling geflissentlich ignoriert wurde. IT wird heute als Kostenstelle mit messbarem Wertbeitrag gesehen. Für den, stark vereinfacht, die Formel gilt: Je schlanker, flexibler und effektiver die unternehmenseigene Datenverarbeitung gehalten wird – und vor allem je weniger Mitarbeiter hier gebunden sind – desto größer ist der Kostenvorteil. Ohne Outsourcing lässt sich das kaum erreichen. IT muss heute in aller Regel im 24/7-Betrieb funktionieren, was bei reinen In-House-Lösungen enormen personellen Aufwand bedeutet. Dazu kommen Anforderungen durch immer komplexere Technologie oder gesetzliche Bestimmungen, etwa Datenschutz, die sich oft nur noch mit Hilfe externen Know-hows bewältigen lassen.

Studie zu Datenqualität Das große Datenchaos deutscher Unternehmen

Alle Welt redet von Big Data und dem Wettbewerbsvorteil, den die Analyse von Stammdaten mit sich bringt. Doch deutsche Unternehmen haben in Sachen Datenpflege riesigen Aufholbedarf. Über das Chaos mit den Daten.

Viele deutsche Unternehmen kämpfen mit der Qualität ihrer Daten. EIn täglicher Kampf für die IT-Chefs um Geld, Ressourcen und Verständnis. Quelle: Fotolia

Im welchem Umfang Mittelständler IT outsourcen ist individuell verschieden: „Die wenigsten lagern die EDV komplett aus“, sagt Michael Illig, Geschäftsführer des Systemhauses Bükotec IT-Solutions. Vor allem im Support-Bereich gebe es jedoch kaum noch ein Unternehmen, das ohne externe Dienstleister auskomme. Viele nutzten einen sogenannten First-Level-Support, bei dem es einen IT-Ansprechpartner im Unternehmen gibt, die Problembehebung aber vom Systemhaus übernommen wird. „Arbeit und Risiko werden so nach außen verlagert“, erklärt Illig. „Wenn ein System ausfällt, kann man eine andere Firma dafür regresspflichtig machen.“

Auch auf technischer Seite sind die Möglichkeiten, um EDV aus dem eigenen Unternehmen auszulagern, heute so vielfältig wie nie. Neben dem klassischem Outsourcing von eigener Hardware in externe Rechenzentren ist Cloud-Computing, also die Nutzung von Infrastruktur und Software via Internetzugriff aus der Wolke, auch im Mittelstand auf dem Vormarsch.

Doch Wolke ist nicht gleich Wolke: So gibt es die Public Cloud, bei der Nutzer Infrastruktur wie Software oder Datenspeicher bedarfsabhängig mieten und per Internet darauf zugreifen – und wenig bis keine Informationen darüber haben, wo ihre Daten liegen und mit wem sie sich die Hardware teilen. Diese Nachteile entfallen bei klar abgegrenzten Private Clouds oder Hybriden Clouds, bei denen sich ein Netzwerk von Unternehmen einer Branche, etwa Krankenhäuser, eine bestimmte Cloud-Infrastruktur teilt.

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