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Enthüllungen: Menschliche Abgründe bei Microsoft

Schuften wie im Arbeitslager, kaltes Geschäftsgebaren – und geniale Ideen: Mitbegründer Paul Allen hat den Aufstieg von Microsoft von der ersten Stunde an miterlebt. In seiner Biografie beschreibt er die Schattenseiten der Zusammenarbeit mit Bill Gates.

Bill Gates Paul Allen Quelle: ap
Bill Gates Paul Allen im Jahr 1981 Quelle: ap

Als ich mich eines Nachmittags im Dezember 1974 auf den Weg zum Harvard Square machte, hatte ich nicht die leiseste Ahnung, dass sich mein Leben schon bald drastisch ändern sollte. Es war ein kalter Wintertag, es schneite, ich war gerade einmal 21 Jahre alt. Damals gab es in meinem Leben nur eine einzige Konstante: einen Harvard-Studenten namens Bill Gates.

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Seit dem Tag, an dem wir uns (sechs Jahre zuvor) in der Lakeside School über den Weg gelaufen waren, waren wir unzertrennlich; obwohl er erst in die achte Klasse ging und ich in die zehnte. Dort hatten Bill und ich gelernt, wie man Quellcodes analysiert. Wir suchten fieberhaft nach einem Projekt, mit dem sich damit Geld verdienen ließ. Letztlich einigten wir uns auf das Schreiben von Programmen.

Bei belegten Baguettes oder einer Salamipizza im Harvard House of Pizza malten wir uns in schillerndsten Farben unsere Zukunft als Unternehmer aus. Eines Tages sagte ich zu Bill: „Stell dir vor, alles klappt, wie wir uns das vorstellen. Wie groß soll unsere Firma einmal werden?“

Ehrgeizige Vorhaben

„Ich gehe mal davon aus, dass wir eines Tages bis zu 35 Programmierer beschäftigen“, gab er zur Antwort. Ein in meinen Augen ziemlich ehrgeiziges Vorhaben.

Im Oktober 1976 war Microsoft so groß geworden, dass wir es nicht mehr von unserem Wohnzimmer aus betreiben konnten. Wir bestellten Bürostühle und Tische bei einem Billiganbieter und bezogen unseren ersten richtigen Firmensitz, ein gemietetes Büro mit vier Räumen.

1977 vollzog sich ein unumkehrbarer Wandel im Markt für Personal Computer. Innerhalb von sechs Monaten kamen drei Geräte der zweiten Generation auf den Markt, die als Dreifaltigkeit von 1977 bezeichnet wurden: Apple II, Commodore PET und Tandy TRS-80. Bei allen handelte es sich um fertig montierte Computer von der Stange mit eingebauter Tastatur.

1977 vollzog sich ein unumkehrbarer Wandel im Markt für Personal Computer. Innerhalb von sechs Monaten kamen drei Geräte der zweiten Generation auf den Markt, die als Dreifaltigkeit von 1977 bezeichnet wurden: Apple II, Commodore PET und Tandy TRS-80. Bei allen handelte es sich um fertig montierte Computer von der Stange mit eingebauter Tastatur.

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4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.07.2011, 00:26 UhrAnonymer Benutzer: deserteur

    @Macuser

    Auch Apple hat viel dürftige Software entwickelt bzw. auf seinem System. Zu behaupten das nur Mac-Software etwas leistet, ist auch nicht gerade ein beweis für den blick über den Tellerand.

    Viele erfolgreiche Programme sind auf Microsoft gewachsen und dann portiert wurden(andersherum natürlich auch).

    beide Systeme haben sowohl Vor- als auch Nachteile.
    Gut, das man heute nach eigenem gusto wählen kann.

    P.S. und glücklicherweise nicht nur zwischen diesen beiden^^

  • 02.07.2011, 18:38 UhrAnonymer Benutzer: MacUser

    der größte Fehler hat doch offenbar ibM gemacht und hat selbst seine PC Produktion und sein eigenes betriebssystem aufgegeben. Dabei wissen die wenigsten das Excel für den Mac entwickelt wurde.
    Ob die Welt produktiver geworden ist darf bezweifelt werden. Denn heute sind bei manchen EDV-Projekten mehr externe Mitarbeiter an bord wie das ganze Unternehmen überhaupt hat. Unglaublich diese Unwirtschaftlichkeit. Durch den Standardgedanken hat es bis heute gedauert das einige User über den Tellerrand hinaussehen und erkennen das Software die für den Mac entwickelt wurde einfach viel besser und produktiver ist.

  • 02.07.2011, 15:38 UhrAnonymer Benutzer: Phil Don Bosco

    @ interessant -

    ansprechender Kommentar, den Sie hier verfasst haben, anschaulich nachvollziehbar, pragmatisch und einsichtig!

    Nur: Sie plädieren für eine Vereinfachung, Relativierung und Eingrenzung der informationstechnologien (Rückkehr zu Papier und bleistift) und vertreten in der Essenz Haltungen, die ebenso Joseph Weizenbaum (Ex MiT-Forscher) noch kurz vor seinem Tode bekräftigte und angesprochen hatte, indem er ebenso zusehend bedauerte, das grundsätzliche, humane Erkenntnissfähigkeiten und Formulierungs-Kompetenz mit dem Anwachsen der Computer Technologie verloren gehen würden.

    Nur wieso ist dann die von ihnen zitierte MiNT Kompetenz so erheblich und elementar? bedeutet MiNT doch ebenso:
    das Themen aus dem bereich der Naturwissenschaften und die sich mit Technik befassen Vorrang erhalten, wobei die einzelnen inhalte auch stärker mathematisiert und mit Hilfe von informationstechnologien aufbereitet werden müssen?

    Für mich ein eklatanter Widerspruch!?
    Was noch zur Aufstiegsgeschichte von Gates und Microsoft zu anzumerken wäre, es ist auch hier besonders plakativ zu sehen, das dieser Aufstieg mit weltweiten Jobverlusten in den entsprechenden konventionell arbeitenden Jobspektren zu bezahlen war und ist.
    industrieller Gewinn und Aufschwung durch informatons-Technologien wurde auch hier mit einer Ausweitung der Geschäftsfelder auf Gebiete bezahlt, die vorher eher an der beschäftigung humaner Ressourcen ausgerichtet waren.

    Die Ausweitung der Geschäftsbereiche hat hier ebenso keine wirklich "neuen Märkte" geschaffen, sondern vorhandene umstrukturiert und wie in anderen Hochtechnologie-Sektoren MiT-geholfen menschliche Arbeitskraft abzubauen (und das bei einer rasant wachsender bevölkerung) ohne die entsprechend abgezogenen "Gewinne" an diese Menschen zu verteilen und sie daran partizipieren zu lassen.

    industriell gesteuerte Verwertung as usual.

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