3D-Druck für jedermann: So schafft es der 3D-Drucker ins Wohnzimmer

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Interview3D-Druck für jedermann: So schafft es der 3D-Drucker ins Wohnzimmer

von Susanne Kutter

Der Aachener Informatik-Professor Jan Borchers will Unternehmen und Studenten den 3D-Druck nahe bringen und die Technik bedienbar machen für jedermann.

Wirtschaftwoche: Professor Borchers, Sie haben gerade vom Land Nordrheinwestfalen eine Förderung von insgesamt vier Millionen Euro für ein  3D-Kompetenzzentrum für digitale Fabrikation zugesprochen bekommen. Was verbirgt sich dahinter?

Jan Borchers: Wir wollen in diesem Projekt drei Hochschulen miteinander vernetzen, die bereits sogenannte FabLabs betreiben. Dort – bei uns an der RWTH Aachen im bundesweit ersten FabLab und in den etwas neueren FabLabs an den Hochschulen Ruhr-West in Bottrop und Rhein-Waal in Kamp-Lintfort können sich interessierte Menschen die 3D-Drucktechnik schon jetzt beibringen lassen. Die Hochschule Rhein-Waal koordiniert das Ganze.

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Auswahl von 3D-Druck-Verfahren

  • Thermischer 3D-Druck

    Ähnlich der "Heißklebepistole" wird Material aufgetragen, das anschließend aushärtet.

  • Polyjet

    Ähnlich wie beim Tintendrucker wird Material tröpfchenweise aufgebracht und ausgehärtet - zum Beispiel wird Kunststoff durch UV-Strahlung polymerisiert.

  • 3D-Druck

    Ein Bindematerial wird auf eine Materialschicht (zum Beispiel Sand) aufgebracht - später wird das ungebundene Material abgenommen und die gewünschte Kontur bleibt stehen.

  • Selektives Laser-Sintern

    Eine Pulverschicht wird durch Wärme (Laser) verschweißt. Nach dem schichtweisen Aufbau kann das lose Material abgenommen werden und es bleibt die gewünschte Kontur stehen.

  • Laser-Sintern

    Direktes Materialschmelzen - ähnlich dem Pulverbett-Schmelzen, allerdings wird das Material bereits gezielt am gewünschten Ort aufgetragen und verschmolzen.

Eine Art Volkshochschule für 3D-Druck?

Ja, so in etwa. Jeder, der ein 3D-Projekt im Kopf hat, kann zu uns kommen, und wir helfen ihm dabei, es umzusetzen. Der Haken an der Sache ist: Bisher nutzen eben nur solche Studenten, Unternehmer, Designer oder Künstler unsere FabLabs, die schon eine Idee davon haben, was sie mit dem 3D-Druck anstellen könnten.

3D-Druck in der Medizin Ein Brustbein aus dem Drucker

Weltweite Premiere: Ein spanischer Lungenkrebspatient bekam ein bewegliches Brustbein aus Titan eingesetzt, das ein australisches Unternehmen individuell für ihn per 3D-Druck-Verfahren angefertigt hatte.

So sieht das Brustbein aus Titan aus. Quelle: CSIRO

Deshalb wollen wir nun das Ganze noch breiter aufstellen, um allen Studenten eine Art Grundausbildung in 3D-Druck anbieten zu können. Außerdem wollen wir gezielt kleine und mittelständische Unternehmen ansprechen und sie darauf aufmerksam machen, was sie mit 3D-Druck alles anstellen könnten, um neue Produkte zu erfinden, die bisherigen zu verbessern oder die Produktion besser, schneller oder kostengünstiger zu machen.

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