Induktives Laden: Endlich Schluss mit dem Kabelsalat

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Induktives Laden: Endlich Schluss mit dem Kabelsalat

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Kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen. Induktionstechnologien machen es möglich.

von Matthias Hohensee

Nie mehr Steckdosen suchen. Nie mehr verhedderte Kabel. Smartphones und Elektroautos bekommen ihre Energie künftig über die Luft. Die Induktionstechnologie erlebt jetzt ihren Durchbruch.

Nicht! Schon! Wieder! Der Akku des Smartphones ist leer. Ausgerechnet jetzt, als wir den Anruf des Chefs erwarten. Als wir die wichtige E-Mail an den Kunden schreiben wollen. Als unser Lieblingsclub um den Sieg kämpft. Die Verwünschungen, die in solchen Momenten lautstark ertönen, sind schlicht nicht druckbar.

Die geringe Ausdauer vieler Handys ist ein Ärgernis, das wir zähneknirschend hinnehmen. Auch, weil es nicht wirklich eine Alternative gibt – und weil sich zur allergrößten Not auf Handy oder Notebook auch mal ein Stündchen verzichten lässt.

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Bei Elektroautos dagegen ist die begrenzte Kapazität der Batterien ein massives Verkaufshindernis. Der E-Flitzer i3 von BMW zum Beispiel hat nach Angaben der Münchner eine Reichweite von 160 Kilometern und benötigt sechs bis acht Stunden, um 80 Prozent seines Akkus zu füllen. Da kommt manch potenzieller Kunde ins Grübeln, wie alltagstauglich solch ein Fahrzeug ist.

Strom per WLAN So wird der Router zum kabellosen Ladegerät

Das Handy einfach über das WLAN-Netz aufladen? Ein sehr praktischer und innovativer Gedanke. Genau das soll laut US-Wissenschaftlern schon heute möglich sein - und zwar mit überraschend geringem Aufwand.

Quelle: Fotolia

Doch mit dem Ladefrust wird bald Schluss sein, weil Smartphones, Tabletcomputer und Elektroautos dann schnurlos ihre Energie tanken: anfangs noch in der Nähe spezieller Ladestellen, die in den Schreibtisch eingebaut oder in der Garage installiert sind. In ein paar Jahren sollen die Batterien dann über Meter hinweg kabellos Strom bekommen. Dann lädt das Handy im Vorbeigehen, das Auto auf der Fahrt über die Autobahn.

Setzt sich diese Technik durch, wird sie unseren Umgang mit allen elektrischen Geräten radikal verändern.

Apple, Ikea und Starbucks sind dabei

Das physikalische Prinzip hinter dem schnurlosen Laden ist bereits seit mehr als 100 Jahren bekannt: Ein elektrischer Wechselstrom in einer Spule erzeugt ein pulsierendes Magnetfeld, das in einer anderen, entfernten Spule wiederum Strom fließen lässt. Das funktioniert in jeder elektrischen Zahnbürste. Und auch Nachrüstsysteme für Smartphones sind schon länger auf dem Markt. „2015 scheint nun den Durchbruch für das schnurlose Laden zu bringen“, beobachtet David Green, für die Technik zuständiger Analyst bei der US-Marktforschung IHS. Die weltweiten Umsätze mit dieser Technik sollen dieses Jahr 1,7 Milliarden Dollar erreichen, mehr als drei Mal so viel wie 2014. Und das enorme Wachstum soll weiter anhalten (siehe Grafik unten).

Weltweite Nachfrage nach schnurlosen Ladesystemen

Weltweite Nachfrage nach schnurlosen Ladesystemen (zum Vergrößern bitte anklicken)

So vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein namhaftes Unternehmen ankündigt, die Technik nutzen zu wollen. Apple lädt seine Uhr schnurlos. Bei Samsungs Spitzen-Smartphone S6 geht das genauso. Ikea bietet seit Kurzem Beistelltische und Lampen mit Ladefeldern für Handys an. Autobauer integrieren das System in der Mittelkonsole.

Wie weit die neue Ladefreiheit schon in den Alltag vorgedrungen ist, zeigt ein Besuch der Starbucks-Filiale am Union Square im Herzen San Franciscos: In diesem Treffpunkt der digitalen Bohème sind auffällig viele Smartphones zu sehen, die ihre Besitzer auf Metallplatten abgelegt haben. Auf denen laden sie ihre Handys kostenlos, so wie sie umsonst per WLAN im Internet surfen dürfen. In vielen weiteren Filialen in den USA geht das auch schon, Europa und Asien sollen folgen. Die Fast-Food-Kette McDonald’s hat schon nachgezogen, und auch die Fluggesellschaft Emirates rüstet Lounges entsprechend aus.

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