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kolumne Innovation der Woche: Bakterienkiller für unterwegs

Kolumne von Susanne Kutter

Ideal für die Reise: Mit einer UV-Lampe im Taschenschirmformat lassen sich Krankheitserreger wie Viren und Bakterien auch auf Flächen abtöten, die nicht abgewischt werden können – etwa dem abgetretenen Teppichboden vor dem Hotelbett oder der speckigen Computertastatur im Internetcafé.

UV-Stab Quelle: Pressebild
Ein Keimkiller fürs Handgepäck. Der UV-Stab tötet zuverlässig Bakterien, Viren und Pilzsporen ohne Feuchtigkeit auf Oberflächen ab Quelle: Pressebild

Man muss kein Hypochonder sein, um sich auf Urlaubs- oder Geschäftsreisen gelegentlich gehörig ekeln zu können. Denn nicht jede Restaurant-Toilette oder Hoteldusche entspricht den eigenen hygienischen Vorstellungen. Doch während sich glatte, keramische Flächen recht einfach mit Desinfektionssprays aus Hosen- oder handtaschentauglichen Fläschchen säubern lassen, war das bisher bei vielen anderen, mindestens ebenso keimbelasteten Oberflächen nicht möglich. Teppiche, Polstersitze, Sessel, TV-Fernbedienungen oder Computertastaturen würden die feuchte Behandlung mitunter sehr übel nehmen.

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Eine praktisches kleines Gerät, das Bakterien, Viren und Pilzsporen ohne Feuchtigkeit auf genau solchen Flächen abtötet, ist jetzt auch in Deutschland zu haben: Eine batteriebetriebene, taschenschirmgroße UV-C-Lampe des US-Herstellers Verilux hat seit kurzem der Versender Pro-Idee für 39,95 Euro im Angebot. Die Bedienung des Keimkillers ist kinderleicht: Lampe anknipsen und mit dem ultravioletten Lichtschein langsam 20 bis 30 Sekunden lang über die zu reinigenden Flächen fahren. Damit das für die Augen schädliche UV-Licht niemanden verletzt, schaltet das Gerät automatisch ab, wenn der Lichtstrahl nicht nach unten gerichtet ist.

Handlich und reisetauglich

Der Trick bei der UV-Bestrahlung: Das sehr kurzwellige Licht aus dem sogenannten UV-C-Spektrum zerstört die Erbsubstanz – die Nukleinsäuren – und macht so Keimen und Pilzen den gar aus oder verhindert zumindest ihr Wachstum sehr stark. Das Verfahren ist deshalb seit Jahren bei der Wasserentkeimung im Einsatz. Auch in Kliniken oder Lebensmitteltheken eliminieren UV-Lampen an der Decke oder über Wurst und Salaten krankmachende Keime. Und Reptilienfreunde kennen solche Lampen, um Terrarien samt Inventar wie Sand, Ästen oder Steinen zu desinfizieren. Handlich und für Reisen tauglich waren diese Lampen aber bisher nicht.

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Der UV-Stab von Verilux passt dagegen mit seinen 26 Zentimetern Länge, vier Zentimetern Durchmesser und 235 Gramm Gewicht selbst ins Tagesreise-Gepäck. Obwohl er so klein ist, konnten Wissenschaftler, die das Gerät testeten, die Zahl gefährlicher Mikroorganismen wie multiresistenter Bakterien oder Grippe-Viren um 99,9 Prozent reduzieren. Auch die Eier von Flöhen und Hausstabmilben überlebten die UV-Bestrahlung nicht. Und sogar die Zahnbürste lässt sich damit von sämtlichen Bakterien befreien, die Karies oder Paradontose verursachen.

Damit ist die mobile UV-Quelle auch für den Einsatz zu Hause oder am Arbeitsplatz bestens geeignet. Wer Hausstaubmilben-Allergiker in der Familie hat, kann das UV-Licht auf potenzielle Milben-Quartiere richten: Vom Bettzeug über die Matratze bis zum Kuscheltier. Aber auch für Toiletten, Badezimmer und Küchen aller Art ist das Gerät ideal. Wer hätte sich einen solchen Keimkiller nicht schon einmal herbeigesehnt, wenn Kollegen ihr Sandwich im gemeinsamen Kühlschrank mal wieder verschimmeln ließen. Ich weiß jedenfalls, was ich in Zukunft mache, wenn es mich mal wieder vor der Computertastatur am Kollektiv-Arbeitsplatz graust – selbst nachdem ich alle Kekskrümel herausgeschüttelt und die Kaffeeflecken abgewischt habe: UV-Stab anschalten und draufhalten.

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4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.06.2012, 21:10 UhrSusanne_Kutter

    Lieber Kritiker,

    interessanterweise dokumentiert der selbe Test, den Sie zitieren, dass Telefone und Klobrillen auch mit dem Winz-Gerät schon in weniger als einer Minute von Krankheitserregern befreit sind - oder zumindest die Keimzahl um mindestens 90 Prozent reduziert wurde. Da es bei einer Ansteckung ganz wesentlich auf die Menge der Keime ankommt, die den Körper entern, senkt das die Gefahr, zu erkranken, in jedem Fall deutlich.

    Ich halte das für plausibel - während Sie nach dem Haar in Suppe suchen.

    Tatsächlich hatte ich nicht vor, ein ganzes Kingsize-Bett samt Bettzeugs und Bezügen mit dem Lämpchen von hartnäckigen Hausstaubmilben zu befreien. Mir würde es schon reichen, wenn ich den Kopfbereich der Matratze clean bekommen würde - dort, wo mein allergischer Sohn den Milbendreck einatmet. Denn während Bettbezüge, Kopfkissen und Schlafsack transportabel sind, paßt eine Matratze nun wirklich nicht ins Reisegepäck. Und seine milbendichten Encasings haben leider noch nie auf eine Hotel- oder Appartementmatratze gepaßt.

    Wie gesagt, ich werde es testen. Falls es nicht klappt werde ich auch darüber gerne berichten. Ich finde es allerdings einen Versuch wert.

    Dass Schwarzlichtlampen übrigens genau dasselbe sind, wie sie behaupten, kann ich leider nicht schreiben. Denn es ist schlichtweg falsch. Schwarzlicht liegt im sogenannten "nahen" UV-A-Bereich mit einer Wellenlänge von 380–315 Nanometern und hat eine relativ geringe Photonenenergie. Das Licht, das diese UV-Lampe erzeugt, liegt im "fernen" UV-C-Bereich zwischen 280–200 Nanometern und hat eine deutlich höhere Photonenenergie.

    Und zur Rubrik im Allgemeinen: Wir stellen hier innovative Produkte vor, die unserer Meinung nach interessant und eine Betrachtung wert sind. Ob und wieviel UV-C-Licht solch eine Lampe tatsächlich emittiert und wieviele Keime dadurch den Tod finden können wir leider nicht in eigenen wissenschaftlichen Studien überprüfen, sorry!

    Mit freundlichen Grüßen
    Susanne Kutter

  • 26.06.2012, 19:22 UhrDer_Kritiker_mit_dem_Wissen

    Natürlich hat Pro Idee einen Test gemacht. Das ist mir auch klar. Aber den haben die auch bezahlt ... und ich glaube, dass die Begeisterung etwas geringer wäre, wenn man dabei hätte zuschauen dürfen.
    Allein die Energie, die aus einer Taschenlampenbatterie kommt, kann rein physikalisch nur geringste Mengen UV Licht erzeugen. Diese "harte Strahlung" ist damit eine ziemlich "weiche Welle".

    Natürlich weiß ich, dass UV Licht bei der Trinkwasserentkeimung eingesetzt wird.

    Liebe Frau Kutter,

    ich finde es ja ok, dass sie auf die Kritik reagieren.

    Nur nicht so, wie ich es erwartet hatte. Ich bin wirklich etwas sauer.
    Muss ich ihren Job machen, um die Leser vor der Verblödung zu retten?

    Das ist, laut ihres Profils, dazu auch noch ihr Fachgebiet der Berichterstattung!


    Schon eine zwei Minuten-Recherche bringt mir den Test zutage.

    Anbei als pdf und als Link:

    Link: http://www.verilux.com/pdfs/test_data_efficacy.pdf

    Auf Seite drei finden sie eine Tabelle.
    Darin, nur mal als Beispiel, steht zu lesen, dass es geschlagene 934,74 Minuten braucht, um beispielsweise die Eier der Hausstaubmilben in einem King Size Bett Matraze zu killen.
    Allerdings leider doch nur 90%. Ich vermute, die letzten 10% hätten die Lebensdauer der Lampe gefordert.

    (Die Lampe bei ProIdee ist vom Typ VH03. Der Typ VH01 ist woanders auch erhältlich, die nennt sich dann "Verilux CleanWave VH01WW4 UV-C Sanitizing Wand")


    Vielleicht macht es ihnen Spaß, 15 Stunden lang ein Bett von 203 x 193 cm mit einer UV-Lampe zu belichten.
    Mir wäre die Zeit etwas zu schade dafür ...

    Aber es macht sicher keinen Spaß mehr, wenn sie dann verstehen, dass das nur die Matraze war, die gemeint ist.
    Das Bettzeug liegt dann auch noch bereit ... pro Seite dann auch noch 15 Stunden ... plus Überdecke ...


    Wie bereits geschrieben: Das grenzt an Leser-Verblödung!

  • 26.06.2012, 18:29 UhrSusanne_Kutter

    Lieber Kritiker,

    Danke für Ihren Beitrag.

    Ganz so blösdinnig, wie sie es darstellen, ist die Idee nun allerdings wirklich nicht. Zum einen hat das Unternehmen die Wirksamkeit von einem unabhängigen Analyselabor testen lassen, mit hervorragenden Ergebnissen. Zum anderen wird UV-Licht seit Jahren zur Trinkwasserentkeimung und Bakterienabwehr - auch in Kliniken - eingesetzt. Etwa um Keime beispielsweise in Krankenzimmern abzutöten, in denen Patienten mit mulitrestistenten Krankheitserregern liegen. Die UV-Strahler hängen dann an der Decke oder über der Tür...

    In einem Punkt haben Sie natürlich recht - das Licht wirkt nur dort keimtötend, wo es hin scheint und nicht unter die Tasten der Computertastatur. Allerdings fasse ich ja beim Schreiben auch nicht unter die Tasten, sondern oben drauf :-)

    Und wegen der Bettenreinigung: Ja, heiß Waschen oder 48 Stunden in den Gefrierschrank legen wirkt sicher noch viel besser gegen Hausstaubmilben. Allerdings läßt sich das unterwegs nur selten bewerkstelligen. Und als Mutter eines Hausstaubmilbenallergikers kann ich Ihnen verraten, dass mir der UV-Stab da wie gerufen kommt. Werde das Gerät in den Sommerferien einem Feldtest unterziehen und anschließend gerne berichten, ob es den laufenden Hustenattacken meines Sohnes in fremden Urlaubsbetten Einhalt gebieten konnte...

    MfG Susanne Kutter

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