Innovationspreis: Hana, der Analyseturbo
Lothar Büttner, Vice President SAP Hana (links), und SAPs Deutschland-Chef Michael Kleinemeier brechen mit alten Prinzipien der IT-Industrie.
Foto: Wirtschaftswoche PrintNur mal angenommen, die Fahrt von München nach Hamburg dauert nur noch 27 Sekunden – statt sechsdreiviertel Stunden. Der Flieger von Frankfurt nach San Francisco landet bereits nach einer Dreiviertelminute. Und der Fußball-Europameister steht im Juni nicht erst nach 31 Tagen fest, sondern 1000-mal schneller, schon gut 44 Minuten nach dem Anpfiff. Nur wer sich vorstellen kann, mit welch aberwitzigem Tempo all das ablaufen müsste, erahnt die technische Sensation, die dem Walldorfer Softwarekonzern SAP im vergangenen Jahr mit der Einführung seiner neuen Technologie zur Datenanalyse gelungen ist.
Deutscher Innovationspreis 2012. Fast 400 Gäste machten sich auf, um die Sieger und Nominierten zu feiern.
Foto: WirtschaftsWocheDen Abend eröffnet der Spitzengeiger und Spross der Musikerdynastie Michael Barenboim mit der Paganini-Variation zu „God save the king“.
Foto: WirtschaftsWocheInnovationen in Musik und Industrie: Der Geiger Michael Barenboim, Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy und ARD-Moderator Tom Buhrow entdecken Gemeinsamkeiten.
Foto: WirtschaftsWocheTom Buhrow mit dem Objekt der Begierde: der Preisskulptur.
Foto: WirtschaftsWocheFreuen sich über den begehrten Preis: Stefan Duhr (l.) und Philipp Baaske (2. von rechts) von NanoTemper Technologies. Das Startup wurde für ein neuartiges Verfahren ausgezeichnet, Medikamentenwirkstoffe zu testen. Die Laudatio hielt Thomas Wessel (r., Vorstandsmitglied Evonik).
Foto: WirtschaftsWocheFranz Häussler (l.) und seine Schwester Liesbeth Häussler von Häussler Innovation nehmen den Preis in der Kategorie Mittelstand entgegen. Sie haben ein neuen Stahl für den Hausbau entwickelt. Hans-Peter Villis (2. von r., Vorstandvorsitzender EnBW) und Tom Buhrow gratulieren.
Foto: WirtschaftsWocheStrahlende Sieger: Prof. Dr. Christoph Meinel (links, wissenschaftlicher Leiter und Direktor des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik) und Michael Kleinemeier (Geschäftsführer SAP Deutschland) nehmen den Preis in der Kategorie Großunternehmen entgegen für eine innovative Datenverarbeitungs-Software Hana.
Foto: WirtschaftsWocheDie Gewinner in einer Reihe (von links): Stefan Duhr und Philipp Baaske (Nanotemper), Franz Häussler und Liesbeth Häussler (Häussler Innovation), Christoph Meinel (HPI) und Michael Kleinemeier (SAP)
Foto: WirtschaftsWocheAndrea und Erik Licht (Global Marketing Man er, LyondellBasell)
Foto: WirtschaftsWocheMassimo Covezzi (Senior Vice President Research and Development, LyondellBasell)
Foto: WirtschaftsWocheErik Licht (Global Marketing Man er, LyondellBasell) und Andrea Licht, Massimo Covezzi (Senior Vice President Research and Development, LyondellBasell), Roland Tichy (WirtschaftsWoche)
Foto: WirtschaftsWocheJürgen Rohrmann (Man er Product Development Europe, LyondellBasell) und Martina Rohrmann
Foto: WirtschaftsWocheMichaela Jüngst, Janet Nickel (Accenture)
Foto: WirtschaftsWocheJörg Rohde (Vizepräsident des bayerischen Lands)
Foto: WirtschaftsWocheMichael Pohl (Man er Business Development Europe LyondellBasell) und Susanne Pohl
Foto: WirtschaftsWocheClaudia und Günther Bessinger (Geschäftsführer MN Maschinenbau), Roland Tichy (WirtschaftsWoche)
Foto: WirtschaftsWocheWibke und Sarat Maitin (Partner bei Accenture)
Foto: WirtschaftsWocheFrank Alt (Head of Frankfurt Processing Center LyondellBasell), Erik Licht (Global Marketing Man er, LyondellBasell), Christoph Sondern (Vice President PP Compounds Europe LyondellBasell), Jürgen Rohrmann (Man er Product Development Europe, LyondellBasell), Michael Pohl (Man er Business Development Europe LyondellBasell), Massimo Covezzi (Senior Vice President Research and Development, LyondellBasell)
Foto: WirtschaftsWocheFrank Alt (Head of Frankfurt Processing Center LyondellBasell), Daniela Goebel, Erik Licht (Global Marketing Man er, LyondellBasell), Andrea Licht, Christoph Sondern (Vice President PP Compounds Europe LyondellBasell), Jürgen Rohrmann (Man er Product Development Europe, LyondellBasell), Martina Rohrmann, Michael Pohl Man er Business Development Europe LyondellBasell), Susanne Pohl, Massimo Covezzi (Senior Vice President Research and Development, LyondellBasell)
Foto: WirtschaftsWocheMarion Becker, Michael Becker (BT Bewehrungstechnik ), Cornelia Aussem-Häussler, Cedric Aussem (Geschäftsführer Bamtec ), Carolin Häussler, Franz Häussler (Geschäftsführender Gesellschafter Häussler Innovation)
Foto: WirtschaftsWocheWaltraud und Thomas Lünendonk, (Inhaber Lünendonk)
Foto: WirtschaftsWocheVera und Günther Schuh (Prorektor Lehrstuhl für Produktionstechnik RWTH Aachen)
Foto: WirtschaftsWocheChristian Klimmer (Geschäftsführer Marketing und Vertrieb/Finanzen von GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple) und Iris Klimmer (Leiterin Rechnungswesen/Personal GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple), Adesta Stemple, Günter Stemple (Vorsitzender der Geschäftsführung GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple) und Klaus Stemple (Geschäftsführer F&E/Fertigung von GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple)
Foto: WirtschaftsWocheSimon Rüger (Geschäftsführer der ZIM Plant Technology), Christina Lang, Ulrich Zimmermann (Gründer ZIM Plant Technology )
Foto: WirtschaftsWochePetra und Michael Kleinemeier (Geschäftsführer SAP Deutschland)
Foto: WirtschaftsWocheCarolin und Franz Häussler (Geschäftsführender Gesellschafter Häussler Innovation)
Foto: WirtschaftsWocheJochen und Ulrike Sutor (Vorstand Mercedes-Benz Bank)
Foto: WirtschaftsWocheHorst Wildemann (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre TU München) und Lieselotte Wildemann
Foto: WirtschaftsWocheHans-Joachim Konz (Mitglied Vorstand Schott) und Beate Konz
Foto: WirtschaftsWocheOsalie (Künstlerin), Matthias Kleiner (Präsident Deutsche Forschungsgemeinschaft Bonn), Karen Engelhardt (Brand Consultant und Executive Coach), Andreas Wilkes (Geschäftsführer Veranstaltungsforum Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck )
Foto: WirtschaftsWocheAn den Tischen im Festsaal des Bayerischen Hofes sprechen die Gäste über die Energiewende, die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft und die kreativen Impulse des Alltags.
Foto: WirtschaftsWocheMax Schaifers (Senior Executive, Accenture), Christiane Sauer, Sabine Lenninger, Ralf Lenninger (Senior Vice President Continental)
Foto: WirtschaftsWocheRoland Tichy (WirtschaftsWoche), Frank Riemensperger (Vorsitzender der Geschäftsführung, Accenture)
Foto: WirtschaftsWocheRoland Tichy (WirtschaftsWoche), Osalie (Künstlerin), Frank Riemensperger (Geschäftsführer, Accenture), Matthias Kleiner (Präsident Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Foto: WirtschaftsWocheMichael Hankel (CEO ZF Lenksysteme ) und Ursula Hankel
Foto: WirtschaftsWocheRoland Tichy (WirtschaftsWoche), Marianne Dölz (Geschäftsführerin Verlagsgruppe Handelsblatt), Georg Knoth (Deutschlandchef GE)
Foto: WirtschaftsWocheBarbara Hahlweg (Moderatorin “heute”, ZDF)
Foto: WirtschaftsWocheRoland Tichy (WirtschaftWoche), Barbara Hahlweg (Moderatorin “heute”, ZDF)
Foto: WirtschaftsWocheAndrea und Johann-Caspar Gammelin (Leiter des Zentralbereichs Konzernentwicklung Evonik)
Foto: WirtschaftsWocheWolfgang Wagner (Inhaber WW Consulting) und Gerti Wagner
Foto: WirtschaftsWocheRalf Guntermann (CEO Sektor Energy, Siemens) und Anne Guntermann
Foto: WirtschaftsWochePhilipp Baaske ( Geschäftsführer Nanotemper Technologies)und Nadine Baaske
Foto: WirtschaftsWocheHeinz-Paul Bonn (Vizepräsident Bitkom)
Foto: WirtschaftsWocheLothar Büttner (Vice President SAP HANA DACH), Laura Büttner, Annette Büttner, Wolf Richter
Foto: WirtschaftsWocheJohann Füller (CEO Hyve)
Foto: WirtschaftsWocheKarina Peschel und Rüdiger Günther (CFO JENOPTIK)
Foto: WirtschaftsWocheBarbara Hahlweg (Moderatorin “heute”, ZDF), Andreas Wilkes (Geschäftsführer Veranstaltungsforum Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck )
Foto: WirtschaftsWocheWolfgang Heckl (Generaldirektor Deutsches Museum) und Sigrid Schütz-Heckl
Foto: WirtschaftsWocheGabriele und Peter Hofbauer (Vorstandsmitglied Unicredit)
Foto: WirtschaftsWocheLeif Huff (Geschäftsführer Ideo München) und Katrin Klausecker
Foto: WirtschaftsWocheMatthias Joneck (Joneck & Friends) und Jutta Joneck
Foto: WirtschaftsWocheJürgen Müller (Chair Representative Enterprise Platform and Integration Concepts, Hasso-Plattner-Institut), Jens Krüger (Chair Representative Enterprise Platform and Integration Concepts, Hasso-Plattner-Institut)
Foto: WirtschaftsWocheWolfram und Christine Münch (Leiter Forschung und Innovation EnBW)
Foto: WirtschaftsWocheBettina Ortseifen, Christoph Ullmer, Stefanie Rall
Foto: WirtschaftsWocheHelmar Rendez (Geschäftsführer Vattenfall Europe Distribution)
Foto: WirtschaftsWochePetra und Christoph Vilanek (Vorstandsvorsitzender Freenet)
Foto: WirtschaftsWocheMichael Weinhold (CTO Siemens Energy) und Hiltrud Fenn
Foto: WirtschaftsWocheGerd Wingefeld (Vortsandsmitglied SGL Carbon)
Foto: WirtschaftsWocheDr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein, Vorsitzender des Vorstandes WITTENSTEIN AG und 2007-2010 Präsident VDMA:
"Der Maschinenbau leistet einen wesentlichen Lösungsbeitrag zur Bewältigung gesellschaftspolitischer, ökonomischer und ökologischer Herausforderungen. Er ist somit DIE Schlüsselbranche für die Innovationsfähigkeit unseres Landes. Seine Innovationskraft und Umsetzungsstärke bilden die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg in vielen Bereichen der Deutschen Industrie und damit für die weitere Entwicklung und Innovationsfähigkeit Deutschlands."
Foto: WirtschaftsWocheFrank Riemensperger (Vorsitzender der Geschäftsführung, Accenture) und Renate Riemensperger
Foto: WirtschaftsWocheTom Gaebel und seine Band sorgten für einen rhythmischen Ausklang des Abends.
Foto: WirtschaftsWocheHana ist der große Wurf
Die SAP-Plattform Hana (High Performance Analytic Appliance) durchforstet gigantische Informationsbestände und Datenbanken 1000-mal schneller, als bisherige Softwaresysteme. Mindestens. Unter optimalen Umständen rast der digitale Nachbrenner für die Analysesoftware sogar bis zu 10.000-mal so schnell wie etablierte Programme durch Datenberge in Unternehmen, Behörden oder Forschungseinrichtungen. Unter anderem können damit Supermarkt-Leiter die Verkäufe von Zigtausend dort angebotenen Waren in Echtzeit überwachen und mit Preissenkungen auf die Nachfrage reagieren. Denn das System kann unmittelbar Alarm schlagen, wenn sich Obst, Gemüse oder andere Frischeprodukte schlechter verkaufen als geplant. Bislang lagen diese Daten meist erst nach Kassenschluss vor, wenn die Verkaufssoftware alle Umsätze des Tages ausgewertet hatte – und die verderbliche Ware reif war für die Tonne.
Keine Frage: Hana ermöglicht eine ganz neue Qualität analytischer Anwendungen in der Unternehmenssteuerung, aber auch im Forschungseinsatz oder der Medizin. Die Kombination aus Leistungsschub und Qualitätsverbesserung markiert aus Sicht der Juroren des Deutschen Innovationspreises einen Meilenstein. SAPs Turbolader für die Zahlenfresser sei die preiswürdige Antwort auf die wachsenden Datenmengen der Informationsgesellschaft, sagt Frank Riemensperger, Deutschland-Chef der Unternehmensberatung Accenture. Sie beschert dem deutschen Softwareprimus in diesem Jahr den ersten Platz in der Kategorie Großunternehmen. „SAP ist mit Hana ein großer Wurf gelungen“, sagt der Co- Juror des Innovationspreises.
Von der AOK bis zu RedBull nutzen zig Unternehmen die HighSpeed-Datenanalyse
Foto: dpa/dpaweb
Das sehen auch die Kunden so. In den ersten sieben Monaten nach Marktstart haben die Walldorfer mit dem System rund 160 Millionen Euro Umsatz erzielt. „Damit ist Hana das am stärksten wachsende Produkt, das wir je auf den Markt gebracht haben“, sagt SAP-Deutschland-Chef Michael Kleinemeier. Inzwischen nutzen Unternehmen wie Red Bull und Bosch-Siemens-Hausgeräte, aber auch die AOK den Analyseturbo aus Walldorf.
Möglich wird die Technik durch einen Bruch mit jahrzehntelang etablierten Prinzipien der Datenverarbeitung: Die neue Plattform verarbeitet und lagert die Daten direkt im Arbeitsspeicher, statt sie zeitaufwendig von den langsameren Festplatten zu holen und dort wieder abzulegen.
Der nächste Preisträger ist schon in Sicht
Im IT-Jargon heißt dieses Prinzip In-Memory-Computing. Fachleute halten es für ähnlich revolutionär wie einst den Wechsel vom Großrechner zur PC-Ära, der die heutige Digitalisierung des Lebens erst ermöglicht hat. Dabei setzt SAP nicht als Einziger auf das neue Prinzip. Auch Erzrivale Oracle nutzt die Technik bereits. SAP ist nicht einmal der Anbieter der schnellsten In-Memory-Datenbank. Die stammt laut unabhängiger Tests vom Nürnberger IT-Spezialisten Exasol. Dennoch vollzieht SAP den Schwenk – von der klassischen IT-Welt zum neuen Software-Paradigma – so konsequent wie sonst kein IT-Unternehmen vergleichbarer Größe. Bisher dient Hana primär der Datenanalyse. Doch das ist erst der Anfang: „Aktuell läuft der Umbau aller Softwaremodule“, sagt Hana-Entwicklungsleiter Stefan Sigg: „Jetzt machen wir aus dem Turbolader Hana das Hochleistungstriebwerk, das alle SAP-Anwendungen auf das neue Leistungsniveau katapultiert.“
Der Umbruch bietet den Anwendern zwei Optionen. „Sie sind in der Lage, binnen Sekunden in Datenbergen unternehmenskritische Trends zu entdecken, statt wie bisher Stunden oder Tage auf Auswertungen warten zu müssen", sagt Lothar Büttner, der für Hana verantwortliche Manager in Deutschland. Doch mit der Technik lassen sich auch Datenmengen auswerten, deren Verarbeitung bisher in vertretbarer Zeit nicht möglich gewesen wäre. So arbeiten Forscher und Mediziner der Berliner Charité mit SAP an einer Software zur Verbesserung der Krebstherapie: Die Oncolyzer genannte Plattform soll die gigantischen bei der DNA-Analyse von Tumorzellen anfallenden Datenmengen in kürzester Zeit auf Anomalien und Mutationen untersuchen und so helfen, patientenspezifische Therapien zu entwickeln. Erfüllen sich die Hoffnungen der Entwickler, wäre der Oncolyzer heißer Kandidat für den nächsten Innovationspreis. Die Technik kann die Behandlung von Krebspatienten verbessern