Innovationspreis: Paradebeispiel für Energieeffizienz

Innovationspreis: Paradebeispiel für Energieeffizienz

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Unternehmenschef Franz Häussler verkürzt mit seinen rollbaren und maßgefertigten Stahlbewehrungen drastisch die Rohbauzeiten für Gebäude

von Dieter Dürand

Kategorie Mittelstand: Häussler Innovation baut 40 Prozent weniger Stahl in Betondecken und Fundamente ein. Ein Meisterstück an Materialeffizienz.

Es gibt idyllischere Ausflugsziele. Die Temperatur in der schmucklosen, unbeheizten Werkhalle in Münchsmünster nahe Ingolstadt klettert an diesem Spätwintertag kaum über null Grad; der ohrenbetäubende Lärm, den zwei fast 50 Meter lange Anlagen erzeugen, ist nur mit Gehörschutz zu ertragen. Und dennoch lohnt ein Abstecher ins Werk der BT Bewehrungstechnik – zumindest für jeden, der sich für außergewöhnliche Technik begeistert. Denn die beiden Maschinen-Monster, die auf einer Entwicklung des Ingenieurbüros Häussler Innovation aus Kempten im Allgäu basieren, sind Teil einer Revolution am Bau: Sie produzieren am Fließband Stahlgeflechte, die Fundamente und Betondecken gegen Zugkräfte schützen und Bürohäuser oder Industriehallen so vor dem Einsturz bewahren, selbst wenn die Erde mal bebt.

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InnovationspreisDie innovativsten Mittelständler 2012

Software spart Material, Zeit und Kosten

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Die eigentliche Revolution liegt aber nicht im Stahl, sondern in der Software, die ihn anordnet. Sie spart bis zu 40 Prozent des Metalls und macht die Bauteile somit leichter und billiger. Dazu berechnet das Computerprogramm der Häussler Ingenieure für jeden Quadratzentimeter der Bewehrung – so der Fachbegriff für die Einsturzsicherung –, wie dick und zahlreich die Stahlstäbe sein müssen, um Bodenplatte und Decken ausreichend zu stabilisieren. Bei einer herkömmlichen Bewehrung dagegen wird überall mehr oder weniger gleich viel Stahl in den Beton eingegossen.

So viel Fortschritt auf einmal hat die Juroren des Deutschen Innovationspreises überzeugt. Sie küren die Allgäuer zum Gewinner in der Kategorie Mittelstand. Hans-Peter Villis, Vorstandschef des Energieversorgers EnBW Energie Baden-Württemberg, wertet die Leistung als „Paradebeispiel für Material- und Energieeffizienz“. Sie sei ein entscheidender Schlüssel für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, urteilt die Jury. Viele Rohstoffe würden knapp und teuer. Deshalb komme es darauf an, sie möglichst sparsam und überlegt einzusetzen.

Teppich aus Eisen

Villis hebt noch einen zweiten Punkt hervor. Bisher sei die Bauindustrie bei der Industrialisierung ihrer Prozesse immer noch eher zögerlich und hinke daher anderen Branchen in Sachen Produktivität hinterher. Die Häussler-Innovation bringe jetzt einen ordentlichen Schub in Richtung Automatisierung. Die Maßanfertigung ist dabei nur der spektakulärste Vorteil der neuartigen Bewehrungstechnik, die Firmenchef Franz Häussler unter der Marke Bamtec hat schützen lassen: Der Bauherr zahlt für die sparsame Bewehrung rund 20 Prozent weniger. Und weil sich die Eisenmonierung auf der Baustelle einfach wie ein Teppich ausrollen lässt, verkürzt sich die Verlegezeit gegenüber der üblichen Montage einzelner Stäbe oder Metallmatten um bis zu 90 Prozent. Und dass die Berechnungsdaten zugleich die Maschinen steuern, auf denen die Stahlrollen produziert werden, erhöht die Wirtschaftlichkeit zusätzlich.

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