Rohstoffe: Neue Studien sehen Fracking-Boom vor dem Aus

Rohstoffe: Neue Studien sehen Fracking-Boom vor dem Aus

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Eine Fracking-Anlage pumpt in Kalifornien Schiefergas an die Oberfläche.

von Benjamin Reuter

Neue Studien zeichnen ein düsteres Bild für die umstrittene Gasförderung aus Schiefergestein. Doch ist der Abgesang berechtigt?

Was in den USA klappt, muss auch in Europa funktionieren. So sahen es viele Energieexperten, Ökonomen und Unternehmen beim Thema Schiefergas. Sie hatten vor allem die massiv gesunkenen Gaspreise im Hinterkopf, die in Übersee zu einem Industrieboom und zehntausenden neuen Arbeitsplätzen geführt haben.

Auch in den USA selbst waren die Vertreter der Energiewirtschaft euphorisch. Als die Unternehmensberatung KPMG im Jahr 2010 eine Umfrage zur Bedeutung der Schiefergasvorkommen unter Managern in Energieunternehmen machte, bezeichneten rund 80 Prozent sie als "Game Changer" - also als Revolution für ihr Geschäft.

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Umweltschützer und andere Kritiker der umstrittenen Frackingtechnologie - die mit hohem Wasseraufwand und gesundheitsschädlichen Chemikalien das Erdgas aus dem Schiefergestein fördert - warnten wiederum vor einer Wiederholung des Booms in Europa. Sie hielten die Schiefer-Euphorie in den USA wie auch die Vorkommen für überschätzt.

Mehrere Untersuchungen und Studien, die verschiedene Behörden und Analysten in den vergangenen Tagen in den USA und Europa herausgaben, geben den Zweiflern jetzt anscheinend Recht. Die ersten Zahlen kommen vom US-Beratungsunternehmen IHS Herold. Dessen Analysten haben sich die Investitionen von ausländischen Kapitalgebern angesehen, die in Projekte zur Förderung von Öl und Gas aus Schiefergestein flossen. 2013 waren das nur noch 3,4 Milliarden Dollar, während es 2012 noch sieben Milliarden waren. 2011 flossen noch rund 30 Milliarden Dollar aus dem Ausland in die Energieprojekte in den USA.

Und noch eine weitere Zahl beunruhigt: Insgesamt gaben 80 der größten Energieunternehmen in USA - auch das geht aus Zahlen von IHS hervor, die das Wall Street Journal zitiert - im vergangenen Jahr 51 Milliarden Dollar mehr aus, als sie einnahmen. Der US-Energieboom scheint sich also gerade als großes Verlustgeschäft und nicht als Heilsbringer zu entpuppen.

Doch die Gründe haben wenig mit abnehmenden Ressourcen zu tun, sondern sind eher Verwerfungen auf dem Energiemarkt geschuldet. Denn während Unternehmen bei der Ölförderung in den USA wegen des hohen Weltmarktpreises für den Rohstoff immer noch Millionen verdienen, sieht es im Gasgeschäft schon länger düster aus.

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