Studie: Alkohol schützt das Herz - aber nicht bei jedem

Studie: Alkohol schützt das Herz - aber nicht bei jedem

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Ein gewisses Maß an Alkohol kann das Herz schützen - aber nur bei wenigen Menschen

Eine schwedische Studie zeigt, dass moderater Alkoholkonsum manche Menschen vor Herzkrankheiten schützen kann. Eine pauschale Empfehlung zum Trinken ist es aber nicht.

Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren - und manch Einem tut es sogar gut. Eine Studie schwedischer Forscher hat den seit Langem herrschenden Mythos untersucht, das ein Glas Wein, Bier oder ähnliches am Tag sogar gesundheitsfördernde Wirkung haben kann. Dabei zeigte sich: Ja, es gibt Menschen, die von moderatem Alkoholkonsum profitieren - das sind aber nur sehr wenige.

Die Forscher untersuchten 618 Schweden, die bereits an koronaren Herzkrankheiten litten, sowie eine Kontrollgruppe von 3000 gesunden Menschen. Aufgrund der Höhe ihres Alkoholkonsums wurden die Probanden in verschiedene Gruppen eingeteilt.

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Außerdem wurde untersucht, ob sie zu einem speziellen Genotyp zählen: Vorangegangene Studien hatten gezeigt, dass eine besondere Ausprägung des Erbgutes, die als Genotyp "CETP TaqIB" bezeichnet wird, eine Rolle beim gesundheitlichen Nutzen von Alkoholkonsum spielt.

Der komplizierte Code steht für einen Stoff, der das "gute" HDL-Cholesterin beeinflusst, welches überschüssige Fette aus den Blutgefäßen abtransportieren und sie so vor Verkalkung schützen kann.

In der Auswertung zeigte sich, dass Menschen mit dieser speziellen genetischen Ausstattung tatsächlich von einem gemäßigten Alkoholkonsum profitieren: Der Alkohol schützt sie vor Herzkrankheiten. Der Alkoholkonsum allein habe aber keinen ausgeprägten schützenden Effekt auf das Herz - ebenso wenig wie der Genotyp. Erst in der Kombination beider Faktoren zeige sich eine signifikante Reduzierung des Risikos für koronare Herzkrankheiten.

Wie genau der Mechanismus funktioniert, ist noch nicht erforscht. Die Wissenschaftler vermuten zwei mögliche Wirkungsweisen: Einerseits könne es sein, dass der Alkohol das CETP-Protein in einer Art und Weise beeinflusst, dass es das HDL-Cholesterin noch besser unterstützt. Ein anderer Mechanismus könne in den schützenden Antioxidantien der alkoholischen Getränke liegen.

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Die Studie ist aber kein Freifahrtschein zum Trinken: Denn nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung trägt die entsprechende genetische Ausstattung. Der emeritierte Professor Dag Thelle von der Universität Göteborg fasst zusammen: "Moderates Trinken hat nur für 15 Prozent der Menschen einen positiven Effekt." Die Forscher betonen daher, dass die immer wieder gern gemachte generelle Empfehlung zum besagten "Gläschen in Ehren" viel zu pauschal sei.

Die Studie mache einen ersten wichtigen Schritt, es sei aber noch viel weitere Forschung nötig, sagte Thelle. Einerseits könnten künftig vielleicht einfache und schnelle Gentests Patienten Auskunft darüber geben, ob sie zu den glücklichen 15 Prozent gehören. Nur so könne man sinnvolle ärztliche Anweisungen zu gesundem Alkoholkonsum geben. Am wichtigsten sei es aber, neue Wege zu finden, wie man die natürlichen Veranlagungen unseres Körpers nutzen kann, um Herzkrankheiten zu vermeiden.

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